Was ist denn da los? Discounter-Riese Lidl baut erstmals eine eigene Kneipe. Und das nicht etwa aus Spaß, sondern wegen strenger Alkoholgesetze. Zuerst berichtete „BBC“ über die Pläne.
Darum baut Lidl jetzt eine eigene Kneipe
Im nordirischen Dundonald bei Belfast entsteht aktuell ein Pub direkt neben einer Lidl-Filiale. Platz für bis zu 60 Gäste, Eröffnung noch in diesem Sommer geplant. Serviert werden Bier, Wein und Spirituosen aus dem eigenen Sortiment, mit Fokus auf regionale Anbieter.
Der Hintergrund ist ungewöhnlich: Lidl wollte eigentlich nur Alkohol im Supermarkt verkaufen. Doch genau das ist in Nordirland gar nicht so einfach.
Supermärkte müssen dort zunächst eine Lizenz von einem anderen Betrieb übernehmen, etwa von einer schließenden Kneipe. Dieses sogenannte „Surrender-Prinzip“ begrenzt streng, wie viele Verkaufsstellen es überhaupt geben darf. Außerdem müssen sie nachweisen, dass es in der Umgebung zu wenige Verkaufsstellen gibt, der sogenannte „Inadequacy“-Test.
Diesen Test konnte Lidl für einen klassischen Supermarkt nicht bestehen. Für eine Kneipe aber schon. Der Grund: In der Nähe haben zuletzt zwei Bars dichtgemacht.

Also greift der Konzern zu einer kreativen Lösung und baut kurzerhand selbst ein Pub. Denn mit einer solchen Lizenz darf auch ein angeschlossener Verkauf von Alkohol betrieben werden.
Gericht gibt grünes Licht: Lidl darf Kneipe bauen
Die Idee sorgte allerdings für Ärger bei der Konkurrenz. Mehrere Händler klagten vor Gericht und warfen Lidl vor, eine Gesetzeslücke auszunutzen. Doch das zuständige Gericht entschied Anfang 2025: Alles rechtens.
Der Richter stellte klar, dass ein ungewöhnlicher Antrag kein Grund sei, ihn abzulehnen. Innovation sei erlaubt.


