Es ist eine Nachricht, die jede Hoffnung zerschlägt: Der mehrfach in der Ostsee gestrandete Buckelwal Timmy dürfte nach Einschätzung des Deutschen Meeresmuseums vermutlich nicht mehr leben. Die letzten Beobachtungen und sein kritischer Zustand sprechen eine deutliche Sprache.
Timmy war vermutlich zu schwach, um zu überleben
Das Deutsche Meeresmuseum beschreibt die Lage in einer Pressemitteilung klar und ohne Beschönigung: „Zur Aufbereitung des Falles um den in der Ostsee mehrfach gestrandeten Buckelwal und für den Umgang mit zukünftigen Lebendstrandungen von Großwalen sind unabhängig verifizierbare wissenschaftliche Informationen über den Verbleib des Wales in der Nordsee von enormer Bedeutung.“
Timmys letzte Sichtung war am 2. Mai um 9.24 Uhr, kurz nach seiner Freilassung. Seitdem gab es keine verifizierten Infos zum Gesundheitszustand und dem Aufenthalt des Wals. „Da sich der Wal in einem extrem geschwächten Zustand befand und nach früheren Rettungsversuchen innerhalb kurzer Zeit immer wieder strandete, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass er nicht genug Kraft besaß, um längerfristig im tiefen Wasser zu schwimmen und nicht mehr lebt“, schreibt das Meeresmuseum weiter.
Wie die „Bild“ schreibt, liegen dem Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern bislang noch immer keine Daten des Wals vor. „Mit der privaten Initiative ist vereinbart, dass sie sich bis heute mit den angeforderten Informationen zurückmeldet. Dazu gehören insbesondere die Daten der Peilsender sowie aktuelle Erkenntnisse zum Zustand des Tieres“, so Till Backhaus (67, SPD). Zwar wurden die Peildaten angefordert, aber das Ministerium hat sie noch nicht erhalten.

Auch das Deutsche Meeresmuseum macht Druck und schreibt, es sei essenziell, dass die Informationen transparent offengelegt werden. Nur so könne ein Erfolg – oder aber auch Misserfolg – der Rettungsmission nachgewiesen werden. Weder sind das exakte Modell des Trackers, noch der Ort, wo er am Wal befestigt wurde, bekannt. „Verifizierbare Informationen über den Zustand des Wales sind nicht nur von großem wissenschaftlichem und öffentlichem Interesse, sondern sollten im Eigeninteresse der privaten Initiative erfolgen“, heißt es.
Die Worte lassen wenig Interpretationsspielraum: Alles deutet darauf hin, dass der erschöpfte Wal die Strapazen nicht überlebt hat. Doch was geschieht nun mit dem Wal, wenn niemand genau weiß, ob und wenn ja, wo er gestorben ist?
Timmys Körper sollte nach seinem Tod verarbeitet werden
Wäre Timmy noch vor der Ostsee-Insel Poel gestorben, wäre sein Leichnam von Forschern analysiert worden. „Im Falle seines Sterbens soll das Tier im Rahmen einer Sektion wissenschaftlich untersucht werden. Dabei werden sowohl der Körper als auch die Organe untersucht und beprobt“, sagte Tom Bär, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund, Anfang April.



