Es wäre eine Freude für viele „Horst Krause“-Fans gewesen. Doch nun ist klar: Eine Fortsetzung der beliebten TV-Reihe wird es nicht geben. Regisseur Bernd Böhlich ist deshalb stinksauer auf die ARD und wirft den Verantwortlichen Unwissenheit über den Osten vor.
Bernd Böhlich wollte beliebte Filmreihe fortschreiben
Der Drehbuch-Autor wollte die Filmreihe mit dem beliebten ostdeutschen Schauspieler Jörg Schüttauf fortschreiben und Nachfolgefilme drehen, obwohl der Schauspieler Horst Krause im September 2025 gestorben ist.
Horst Krause war ein Schauspieler, der unter seinem eigenen Namen auftrat, und der sogar eine eigene, nach ihm benannte TV-Reihe beim RBB hatte. Zunächst war er ab 1999 als Polizeihauptmeister Horst Krause im „Polizeiruf 110“ unterwegs, später als Dorfpolizist und Dorfpolizist a.D. in den neun nach ihm benannten Fernsehfilmen. Die „Horst Krause“-Episoden waren beliebt – vor allem im Osten.
Filme um Horst Krause hatten im Osten viele Fans
Sie erzählten vom Leben auf dem brandenburgischen Land – im fiktiven Dorf Schönhorst. Darin ging es um alltägliche Probleme, die viele Zuschauer aus ihrem eigenen Leben kannten. Und um ländliche Idylle und Menschen, die sich um andere sorgen und kümmern. Bei aller Beschaulichkeit gab es immer Konflikte, die aber dank der Drehbücher von Bernd Böhlich meist ein versöhnliches Ende fanden.

Horst Krause hielt die Geschichten als Star der Reihe zusammen, obwohl Allüren ihm immer fremd waren. Volksschauspieler – diesen ehrerbietenden Titel hätte man für ihn erfinden müsse, hätte es ihn nicht schon gegeben. An Krauses Seite seine Filmschwestern Elsa (Carmen-Maja Antoni) und Meta (Angelika Böttiger). Auch diese beiden Originale hätten die Fans wohl gern wiedergesehen. Schimpfend oder lachend im Gasthof, den sie gemeinsam mit ihrem Bruder „Hottie“ betrieben und bewohnten.
Letzter Film „Krauses Weihnacht“ lief im Dezember 2022
Der letzte Streifen mit dem Titel „Krauses Weihnacht“ lief im Dezember 2022 beim RBB. Danach war Schluss, der 82-jährige Horst Krause ließ damals ausrichten: „Dank Bernd Böhlich durfte ich Horst Krause sein. Weder mit einem lachenden noch mit einem weinenden Auge verabschiede ich mich von dieser mir ans Herz gewachsenen Figur. Es war eine wunderbare kollektive Arbeit.“

Danach wurde es still um den Schauspieler Horst Krause. Er starb am 5. September 2025 in einem Seniorenheim in Teltow. Die Trauer bei seinen Fans war riesig. Umso mehr hätten sie sich vielleicht gefreut, wenn die Reihe mit Jörg Schüttauf wieder zum Leben erwacht wäre.
Doch diese Idee ist jetzt passé. Regisseur Bernd Böhlich sagte der Super-Illu, er und sein Team hätten für ihre geplanten„Horst Krause“-Filme eine Absage vonseiten der zuständigen ARD-Tochter Degeto Film erhalten. Der Regisseur ist darüber äußerst ungehalten, vermutet Unwissenheit über den Osten, auch weil die Degeto in Frankfurt am Main sitzt.

Regisseur Bernd Böhlich schimpft über die ARD
Der zweifachen Grimme-Preisträger schimpfte in der Super-Illu: „Die Degeto Film hat meiner Meinung nach zu viel Entscheidungsgewalt gegenüber den Sendern, in unserem Fall dem RBB. Und im fernen Hessen scheint man nicht zu wissen, wie beliebt und identitätsstiftend die ,Krause‘-Filme sind – auch, was ein positives Image Brandenburgs und des Ostens allgemein angeht. Äußerst schade!"
Dabei war die Idee aus Sicht von Fans äußerst charmant. Denn der 1961 in Karl-Marx-Stadt, heute Chemnitz, geborene Schauspieler Jörg Schüttauf ist in den „Krause“-Filmen kein Unbekannter. 2014 gab er in dem Film „Krauses Geheimnis“ den Seemann Albert, mutmaßlich der bis dato unbekannte Sohn von Horst Krause. Krause schickte ihn damals allerdings nach allerlei Verwicklungen wieder nach Hause. Er solle erst mal seine Dinge ordnen. Das hätte Schüttauf als Albert auch im fiktiven Schönhorst übernehmen können. Doch daraus wird nun nichts. Sehr bedauerlich!




