Am Himmel über Deutschland ist eine ganze Menge los – doch das, was sich am Donnerstag im Osten des Landes ereignete, machte viele ratlos: Ein Flugzeug flog über Stunden in Schlangenlinien über Ostdeutschland, gut dokumentiert auf der Flug-Seite „Flightradar“. Was steckt hinter dem merkwürdigen Phänomen? Und ist so etwas überhaupt erlaubt? Wir klären auf!
Flugzeug fliegt in Schlangenlinien über dem Osten
Es ist ein ziemlich ungewöhnliches Bild: Über dem Osten Deutschlands drehte am Donnerstag ein Flugzeug seine Runden – beziehungsweise knatterte in Schlangenlinien über ein riesiges Gebiet zwischen Zittau und Pirna im Süden und Eisenhüttenstadt im Norden. Etliche Male flog die kleine Maschine von Norden nach Süden und zurück. Das Flugzeug war am frühen Morgen in Magdeburg gestartet.
Aber: Was hat es damit auf sich? Bei dem Flug, den laut einem Bericht der „Sächsischen Zeitung“ auch Anwohner bemerkten, handelt es sich um einen Bildflug. Das bedeutet: An der Unterseite des Flugzeuges sind Kameras montiert, die beim Überflug eines bestimmten Geländes etliche Fotos schießen, die unter anderem für die Erstellung von Landkarten oder Geländemodellen verwendet werden können.

Hinter dem Flug vom Donnerstag steckt laut Berichten das Unternehmen GeoFly, das am Flughafen Magdeburg sitzt. Wer genau der Auftraggeber war, wollte die Firma nicht sagen, eine Sprecherin verwies auf den Datenschutz. Aber: Häufig seien die Vermessungsämter jene, die solche Daten für Kartenmaterial bräuchten. Für solche Bildflüge sei gerade Saison. Der Grund: Der Himmel ist recht klar und an vielen Tagen wolkenfrei, was gute Aufnahmen möglich macht.
Seltsame Flugzeuge auch in anderen Regionen entdeckt
Übrigens: auch in einer anderen Region Deutschlands, in Kaiserslautern, flog ein Flugzeug schon am 3. März für mehr als sechs Stunden immer wieder von Norden nach Süden und zurück. Beim Flieger über Ostdeutschland handelt es sich um eine Rockwell Turbo Commander mit dem Luftfahrtkennzeichen N449LC – der Flieger war laut Flightradar zwischen 8.20 Uhr und 12.30 Uhr über der Region unterwegs.

Berlin wurde bereits aus der Luft vermessen
Auch in Berlin gab es im vergangenen Jahr eine solche Aktion. Im September knatterte eine kleine Cessna über mehrere Tage immer nachts am Himmel über der Hauptstadt. Das Flugzeug bewegte sich laut der Firma Swissphoto, die für die Vermessung zuständig war, in 800 bis 1500 Höhenmetern. Das Stadtgebiet wurde dafür in verschiedene Bereiche eingeteilt, die nach und nach abgearbeitet wurden.
Zum ersten Mal wurde Deutschland mithilfe solcher Flüge komplett vermessen – es soll ein „digitaler Zwilling“ des gesamten Landes entstehen. Dafür wurde ein Laserscanner genutzt, der seine Strahlen durch die Nacht schickte. Zu sehen waren die aber nicht.




