Wird der Fall jetzt gelöst?

Mord an Fabian aus Güstrow: Abschluss der Ermittlungen verschoben!

Am Freitag wollten sich die Behörden im Fall Fabian zu Wort melden. Doch der Termin wird verschoben. Wann wird der Mord an dem acht Jahre alten Jungen aus Güstrow gelöst?

Author - Florian Thalmann
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Wird der Mord an Fabian aus Güstrow am aufgeklärt? Die Behörden wollen sich endlich wieder zu Wort melden.
Wird der Mord an Fabian aus Güstrow am aufgeklärt? Die Behörden wollen sich endlich wieder zu Wort melden.Bernd Wüstneck/dpa

Es war der Tag, auf den ganz Deutschland wartete: Am Freitag sollte der Mord an dem acht Jahre alten Fabian aus Güstrow endlich aufgeklärt werden. Seit Wochen kündigt die Staatsanwaltschaft an, dass die Ermittlungen in dem Mordfall Anfang März abgeschlossen werden sollen, zuletzt war die Rede von Donnerstag oder Freitag. Doch die Erklärung der Behörden verschiebt sich noch einmal.

Behörden wollen sich im Fall Fabian zu Wort melden

Zuletzt hatte sich Oberstaatsanwalt Harald Nowack in Interviews zum Stand der Ermittlungen geäußert: Am Donnerstag oder Freitag dieser Woche solle der Abschluss der Ermittlungen im Fall Fabian aus Güstrow bekanntgegeben werden. Nun die schlechte Nachricht: Am Freitag hieß es, die Staatsanwaltschaft wolle erst am Montag eine Erklärung im Fall Fabian aus Güstrow abgeben. Gegenüber dem KURIER teilte Oberstaatsanwalt Harals Nowack mit, man wolle zum Wochenstart eine Pressemitteilung zu dem Fall herausgeben.

Die neue Erklärung der Behörden wäre der Schlusspunkt langer Ermittlungen, während denen nur wenig neue Hintergründe zum Fall Fabian aus Güstrow an die Öffentlichkeit gelangten. Viele Fragen rund um den Mord sind noch immer unbeantwortet. So fehlt laut aktuellem Stand die Tatwaffe, die Ermittler sprachen bisher nicht über die Todesursache des acht Jahre alten Fabian – und es ist unklar, ob in einem Geländewagen der Hauptverdächtigen Gina H., der vor Wochen beschlagnahmt wurde, Spuren gefunden wurden. Hier ist noch einmal die Chronik der Ereignisse im Fall Fabian.

Chronik der Ereignisse im Fall Fabian aus Güstrow

10. Oktober 2025: Der kleine Fabian aus Güstrow verschwindet aus dem Haus seiner Mutter. Am Tag zuvor litt er unter Nasenbluten, sollte deshalb an jenem Freitag eigentlich zu Hause bleiben, um sich auszuruhen. Doch als seine Mutter Dorina am Abend von der Arbeit nach Hause kommt, ist der Junge verschwunden.

11. Oktober 2025: Eine große Suchaktion läuft an. Die Polizei fahndet mit etlichen Beamten, Hunden und Drohnen nach dem vermissten Jungen. Auch freiwillige Helfer beteiligen sich an der Aktion. Auch diverse Grundstücke werden unter die Lupe genommen, vorerst ohne Erfolg.

Auch mehrere Gewässer wurden bei der Suche nach dem kleinen Fabian aus Güstrow durchsucht, dabei kamen auch Taucher zum Einsatz.
Auch mehrere Gewässer wurden bei der Suche nach dem kleinen Fabian aus Güstrow durchsucht, dabei kamen auch Taucher zum Einsatz.Bernd Wüstneck/dpa

13. Oktober 2025: Leichenspürhunde schlagen an. Nach mehreren Tagen Suche schlagen Leichenspürhunde der Polizei auf einem See am Rand der Stadt an. Eine anschließende Suche mit einer Drohne verläuft ohne Ergebnis. „Das ist wie die Nadel im Heuhaufen, die wir suchen“, sagte eine Polizeisprecherin. „Das macht es bei dem achtjährigen Kind natürlich umso emotionaler und drastischer. Alle sind aber positiv gestimmt, dass wir ihn doch noch wohlbehalten auffinden.“

14. Oktober 2025: Schock-Meldung aus Güstrow: Die Leiche eines Jungen wird an einem Tümpel bei Klein Upahl gefunden. Schnell wird klar: Es handelt sich um den acht Jahre alten Fabian. Die Polizei ist von Anfang an sicher, dass er Opfer eines Gewaltverbrechens wurde. „Nach derzeitigem Ermittlungsstand ist von einem Fremdverschulden auszugehen.“ Die Familie kann den Jungen aber nicht identifizieren. Ein DNA-Test wird in den folgenden Tagen das endgültige Ergebnis liefern. In den darauffolgenden Tagen wird das Gelände rund um den Fundort der Leiche abgesucht.

Ermittler suchen im Fall Fabian nach Hinweisen

20. Oktober 2025: Das Obduktionsergebnis steht fest – und damit ist klar: Fabian fiel einem Gewaltverbrechen zum Opfer. Inzwischen ist auch bekannt, dass der Täter oder die Täterin offenbar versucht hat, die Leiche des kleinen Jungen an dem Tümpel zu verbrennen – vermutlich, um Spuren zu vernichten.

5. November 2025: Auftritt der Ermittler bei „Aktenzeichen XY … ungelöst“. In Deutschlands wichtigster Kriminal-Show im Fernsehen äußern sich die Ermittler zum Fall Fabian, bitten um Hinweise aus der Bevölkerung. Auch ein neues Foto wird veröffentlicht – es zeigt ein Feuer am Rand des Tümpels, an dem Fabians Leiche verbrannt wurde, zufällig aufgenommen von Spaziergängern.

Nach dem Fund von Fabians Leiche wurde der Tümpel bei Klein Upahl abgepumpt, Polizisten suchten hier mit Metalldeektoren nach Spuren.
Nach dem Fund von Fabians Leiche wurde der Tümpel bei Klein Upahl abgepumpt, Polizisten suchten hier mit Metalldeektoren nach Spuren.Bernd Wüstneck/dpa

Verdächtige Gina H. in Untersuchungshaft

6. November 2025: Durchsuchungen und Festnahme von Gina H. In Verdacht gerät schnell Gina H., die Ex-Freundin von Fabians Vater – sie war es, die die Leiche von Fabian an dem Tümpel fand. Am 6. November durchsucht die Polizei mehrere Wohnungen, stellt einen Geländewagen sicher, der Gina H. gehört.

7. November 2025: Gina H. kommt in Untersuchungshaft, sitzt dort seitdem. Versuche ihres Anwalts, sie aus der Haft zu holen, scheitern zwischenzeitlich – bei einem Haftprüfungstermin wird die Rechtmäßigkeit der Untersuchungshaft durch ein Gericht bestätigt.

Bei Durchsuchungen wurde auch ein Geländewagen beschlagnahmt, der Gina H. gehört.
Bei Durchsuchungen wurde auch ein Geländewagen beschlagnahmt, der Gina H. gehört.Philip Dulian/dpa

1. Dezember 2025: Zeugenaussagen erschüttern im Fall Fabian. In Berichten melden sich mehrere Zeugen zu Wort und belasten Gina H. schwer. Ein Mann berichtet beispielsweise, sie habe ihn schon am Abend vor dem Fund der Leiche zum Tümpel geführt, um ihm die sterblichen Überreste von Fabian zu zeigen. Was hinter diesen Aussagen steckt, ist bisher unklar.

4. Dezember 2025: Neue Durchsuchungen der Polizei: Wieder durchsuchen Beamte das Gelände rund um den Fundort der Leiche, um die Tatwaffe zu finden. Laut aktueller Informationen bleibt die Aktion ohne Ergebnis.

13. Januar 2026: Ermittlungen gehen auf das Ende zu. Gegenüber dem Berliner KURIER deutet Oberstaatsanwalt Harald Nowack an, dass die Ermittlungen kurz vor dem Abschluss stehen könnten. Er deutet an, dass es im Februar weitere Informationen zu den Untersuchungen geben könnte.

3. Februar 2026: Auf nochmalige Nachfrage bestätigt die Staatsanwaltschaft: „Nach dem bisherigen Stand gehen wir davon aus, dass wir in der letzten Februarwoche bzw. der ersten Märzwoche die Ermittlungen abschließen werden. Mit dem Abschluss der Ermittlungen werde ich eine Presseerklärung herausgeben.“ Eine Erklärung, auf die viele Menschen in Deutschland mit Spannung warten.

Haben Sie den Fall Fabian verfolgt? Schicken Sie uns Ihre Meinung zum Thema per Mail an wirvonhier@berlinerverlag.com. Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften!