Neue Indizien

Toter Fabian aus Güstrow: Fußspuren am Tatort! Das verraten sie über den Mord

Vor Gericht sagte im Prozess um den Mord an Fabian ein Experte für Fußspuren aus. Etliche wurden am Tatort gefunden. Helfen sie auf dem Weg zur Wahrheit?

Author - Florian Thalmann
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Die Leiche von Fabian wurde an einem Tümpel bei Klein Upahl verbrannt. Am Tatort wurden auch verschiedene Fußabdrücke gefunden, um deren Analyse es jetzt vor Gericht ging.
Die Leiche von Fabian wurde an einem Tümpel bei Klein Upahl verbrannt. Am Tatort wurden auch verschiedene Fußabdrücke gefunden, um deren Analyse es jetzt vor Gericht ging.Polizei

Immer mehr Zeugen werden im Prozess um den Mord an Fabian aus Güstrow gehört, immer mehr Indizien kommen auf den Tisch. DNA-Spuren im Auto der Hauptverdächtigen Gina H., eine Faser eines Pullovers unter Fabians Daumennagel. Die Ermittler halten sich an jedem noch so kleinen Detail fest. Umso gespannter wurde beim vergangenen Verhandlungstag die Aussage eines Sachverständigen zu Fußspuren am Tatort erwartet. Die Erkenntnisse der Ermittler in dem Bereich verraten spannende Details über den Mord an Fabian.

Mord an Fabian aus Güstrow: Fußspuren am Tatort

Was genau ist am Tag der Ermordung des kleinen Fabian passiert? Am 10. Oktober 2025 verschwand der acht Jahre alte Junge aus dem Haus seiner Mutter in Güstrow, vier Tage später wurde seine Leiche an einem Tümpel bei Klein Upahl gefunden.

Als Hauptverdächtige gilt Gina H., die Ex-Freundin und jetzt wieder Partnerin von Fabians Vater. Im Prozess um den Mord wird nun vor Gericht auch nach und nach der Tag der Tat rekonstruiert – und dazu liefern auch die Fußspuren spannende Erkenntnisse.

Vor Gericht wurde am Dienstag ein Sachverständiger für Trassologie vernommen – der Bereich der Kriminalistik setzt sich unter anderem mit Fußspuren und Reifenspuren auseinander. Insgesamt 28 Eindruckspuren habe man rund um den Tatort gefunden, sie seien mit 15 Schuhpaaren verglichen worden, sagte der LKA-Beamte. Bei der Untersuchung wurden sogar Fabians Schuhe nachbestellt: Bei Temu orderte der Beamte drei Paar in verschiedenen Größen.

Gina H. muss sich für den Mord an Fabian vor Gericht verantworten. Bis zu einer Verurteilung gilt für sie die Unschuldsvermutung.
Gina H. muss sich für den Mord an Fabian vor Gericht verantworten. Bis zu einer Verurteilung gilt für sie die Unschuldsvermutung.Bernd Wüstneck/dpa

Von den Laufflächen der Schuhe, die der Junge trug, sei nichts übrig geblieben, denn die Leiche wurde am Tatort verbrannt. Aber: Man könne sicher sagen, dass die Spuren vom Tatort zum Schuhprofil der Schuhe von Fabian passen. Für Staatsanwalt Nowack verbirgt sich darin eine wichtige Erkenntnis: scheinbar war der kleine Fabian am Tümpel – und scheinbar ist er dort noch selbst herumgelaufen. Er muss bei seinem Besuch am Tümpel also zuerst noch gelebt haben.

Mord an Fabian: So lief alles laut Anklage ab

Es stützt die Theorie der Ermittler: Sie glauben, dass Gina H. den Jungen unter einem Vorwand aus dem Haus seiner Mutter lockte, mit ihm dann auf ein Feld bei Klein Upahl fuhr. Sie soll das Auto am Waldrand geparkt haben und mit ihm zu der Schweinesuhle gelaufen sein.

Am Ufer des Tümpels soll sie ihn dann mit mindestens sechs Messerstichen im Bereich des Oberkörpers getötet haben. Dann entfernte sich Gina H. laut Anklage vom Tatort, kehrte aber später zurück und zündete die Leiche von Fabian mit Brandbeschleuniger an. Vermutlich wollte sie damit Spuren vernichten.

Ganz Deutschland will wissen, was im Fall Fabian aus Güstrow geschehen ist. Verraten die Fußabdrücke, die rund um den Tatort gefunden wurden, etwas über den Mord?
Ganz Deutschland will wissen, was im Fall Fabian aus Güstrow geschehen ist. Verraten die Fußabdrücke, die rund um den Tatort gefunden wurden, etwas über den Mord?Bernd Wüstneck/dpa

Aber: Gibt es auch von ihr Fußabdrücke am Tatort? Mehrere Spuren konnten die Ermittler Gummistiefeln von Covalliero und sogenannten „Pammys“ zuordnen. Viermal wurde der Abdruck von Covalliero-Stiefeln festgestellt, siebenmal von Freizeitschuhen der Marke Pammys. Beide Schuhe hatte auch Gina H. in ihrem Besitz. Auf einem Foto, das Gina H. am Tag von Fabians Verschwinden verschickte, ist nur schwer zu erkennen, ob es sich dabei um „Pammys“ handelt.

Was sagen die Fußspuren im Fall Fabian wirklich aus?

Für Christine Habetha, die Anwältin von Fabians Mutter Dorina L., ist die Lage trotzdem klar. In einem Interview mit dem YouTube-Kanal „Jens fragt nach“ sagte sie, die Fußspuren seien ein weiteres schwerwiegendes Indiz „für eine Täterschaft der Angeklagten sprechend“, sagte sie. Dort seien Tatort, Ereignisort, Brandort und Fundort. „Sie hat das Kind zum Ereignisort geführt“ Zum gesamten Verhandlungstag sagt Habetha: „Die Schlinge der Beweiskette zieht sich zunehmend zu.“

Gina H. sitzt seit Anfang November in Untersuchungshaft. Sie selbst fand die Leiche von Fabian an dem Tümpel und alarmierte die Polizei – ein für viele merkwürdiger Zufall, mit dem sie sich selbst in den Fokus brachte. Der Prozess wird sich noch über Wochen ziehen: Von ursprünglichen 17 Verhandlungstagen wurde das Verfahren um weitere zehn Tage verlängert. Bis zu einer Verurteilung gilt für die 30-Jährige die Unschuldsvermutung.

Haben Sie den Fall Fabian verfolgt? Schicken Sie uns Ihre Meinung per Mail an wirvonhier@berlinerverlag.com. Wir freuen uns über Ihre Zuschriften!