Tag der Jogginghose

Erfinder der Jogginghose verpasste seinen riesigen Erfolg

Der Sportartikelhändler Émile Camuset dachte sich das Kleidungsstück aus, das heute aus der Modewelt nicht mehr wegzudenken ist.

Author - Florian Thalmann
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Die Jogginghose ist längst nicht mehr nur Sportlern vorbehalten. Kleines Foto: der Erfinder der Jogginghose, Émile Camuset
Die Jogginghose ist längst nicht mehr nur Sportlern vorbehalten. Kleines Foto: der Erfinder der Jogginghose, Émile Camusetimagebroker/imago, zVg

Die Jogginghose ist ein streitbares Kleidungsstück – nicht erst seit dem berühmten Zitat von Karl Lagerfeld. „Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren“, sagte der berühmte Modeschöpfer. Jetzt stecken aber alle Kritiker zurück, denn: Am 21. Januar wird traditionell der Tag der Jogginghose gefeiert. Aber: Wer hat das besondere Kleidungsstück eigentlich erfunden?

Wer hat eigentlich die Jogginghose erfunden?

Über die Jogginghose wird erbittert gestritten, nicht nur zum alljährlichen Tag der Jogginghose. Für die einen ist sie ein Kleidungsstück, das man nur in den eigenen vier Wänden tragen sollte, die anderen gehen damit ohne Not einkaufen, zur Schule, vielleicht sogar zur Arbeit. In manchen Schulen werden sogar Verbote ausgesprochen, weil man will, dass die Schüler ordentlich gekleidet zum Unterricht erscheinen. Die Zeiten, zu denen die Jogginghose nur zum Sport getragen wurde, sind vorbei.

Aber: Wer hat die Jogginghose eigentlich erfunden? Es war ein französischer Modeschöpfer namens Émile Camuset, der mit vollem Namen Paul Émile Numa Camuset hieß. Er wurde am 19. Juni 1854 in Paris geboren, gründete im Jahr 1882 den Sportartikelhersteller Le Coq Sportif – was heute ein großes Unternehmen ist, startete damals mit einem kleinen Strumpfwarenladen in der Champagne. Camuset hatte aber vor allem ein Faible für bequeme Sportkleidung.

Die Jogginghose wird schon lange nicht mehr nur beim Sport getragen. Doch für diesen Zweck war sie gedacht: In dem Kleidungsstück können sich Sportler besser bewegen.
Die Jogginghose wird schon lange nicht mehr nur beim Sport getragen. Doch für diesen Zweck war sie gedacht: In dem Kleidungsstück können sich Sportler besser bewegen.Michael Gstettenbauer/imago

Erste Jogginghosen waren grau und aus Jersey

Anfang des 20. Jahrhunderts produzierte er deshalb die ersten Jogginghosen – gestrickte graue Hosen aus Jersey. Sie sollten Sportlern ermöglichen, dass sie sich in der Kleidung besser und freier bewegen können, weniger Probleme beim Strecken und beim Laufen haben.

Wurden die Hosen damals noch beim Sport getragen, traten sie immer schneller den Siegeszug um die Welt an. Der Erfinder der Jogginghose bekam vom Erfolg seiner Schöpfung aber wenig mit: Émile Camuset starb schon am 14. Februar 1915 im Alter von nur 60 Jahren.

Mit Jogginghose auf die Straße? Was für die einen völlig normal ist, kostet andere viel Überwindung.
Mit Jogginghose auf die Straße? Was für die einen völlig normal ist, kostet andere viel Überwindung.Michael Gstettenbauer/imago

Heute sind sie kaum mehr wegzudenken, auch wenn sie umstritten sind: Jogginghosen haben schon länger einen Ruf als „Proleten-Outfit“. Auch der Modezar Karl Lagerfeld regte sich über das Kleidungsstück auf – und prägte das wohl berühmteste Zitat über die Jogginghose: „Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.“

In seinem Buch „Karl über die Welt und das Leben“ kam die Jogginghose auch nicht gut weg. Hier schrieb er: „Jogginghosen sind das Zeichen einer Niederlage. Man hat die Kontrolle über sein Leben verloren und dann geht man eben in Jogginghosen auf die Straße.“ Auch Karl Lagerfeld fand trotz der Äußerung aus dem Jahr 2012 aber offenbar Gefallen daran: Im Jahr 2014 waren bei der Fashion Week in Paris Jogginghosen zu sehen, die Lagerfeld selbst für Chanel entworfen hatte.