Es ist ein ganz normaler Wintermorgen. Draußen Frost, drinnen Frühstück. Und dann liegt sie da. Auf dem Stuhl. Grau und weich und provokant. Die Jogginghose.
Was folgt ist kein Gespräch. Es ist ein morgendlicher, oft kompromissloser Streit.
Die anderen Sachen sind zu dünn
Käthe (16), lässig, warm, entspannt
„Also ganz ehrlich, Papa, Jogginghosen sehen halt erstmal einfach richtig cool aus. Und im Winter halten sie unnormal warm. Wenn ich morgens rausgehe, muss ich mir wenigstens nicht noch eine zweite Hose drunterziehen, nur um zu überleben. Dünne Jeans sind basically Selbstgefährdung.“
Stefan - Vater, stirnrunzelnd, alarmiert
„Wenn ich auf die Straße gehe, ist der Chill-Modus ausgeschaltet. Dann nimmt man wieder am Leben mit anderen teil. Und eine Jogginghose ist nun mal… Zuhause.“

Die Empörung nimmt zu
Käthe, nun leicht empört, aber sachlich
„Ja, aber Schule ist halt kein Laufsteg. Du sitzt da stundenlang, musst dich konzentrieren, wirst sowieso die ganze Zeit eingeengt – geistig UND körperlich. Und wenn du dann noch eine enge Jeans anhast, die irgendwo zwickt, kannst du dich null auf den Stoff konzentrieren. In Jogginghose bist du einfach entspannter. Gerade an schlechten Tagen. Man fühlt sich besser.“
Stefan, in Fahrt
„Genau das ist ja der Punkt. Wenn alles immer gleich ist – Sport, Schule, Kino, Leben – dann verliert man die Unterscheidung. Kleidung ist Ausdruck von Haltung. Und diese Haltung darf nicht lauten: Es ist mir egal.“

Der Teenager kämpft verbissen
Käthe, mit pädagogischem Unterton:
„Aber es IST mir nicht egal! Ich konzentriere mich halt auf das, was zählt, und nicht darauf, wie eng meine Hose sitzt. Und außerdem: Es ist fresh. Jugendliche tragen das gerne. Du kannst Jogginghosen mega gut kombinieren, sie sind vielseitig nutzbar.
Stell dir vor: Winter, Schule, Jogginghose – Sporthose drunter, boom, direkt bereit für Sportunterricht. Und danach noch zum Sport. Wer hat denn bitte Bock, sich danach wieder in eine enge Jeans reinzuquetschen?“
Stefan, nun mit den Argumenten von heute
„Und genau da frage ich mich: Wie passt das zusammen? Stundenlang Eyeliner, Mascara, Rouge – kein Haar darf schief liegen. Und dann gibt man diesen Anspruch komplett auf und verschwindet in einer grauen Jogginghosenmasse. Das ist doch ein Widerspruch.“
Eine andere Form von Stil
Käthe, finaler Konter
„Oder es ist halt einfach eine andere Form von Stil. Nach Hobbys ziehst du sie wieder an, fährst entspannt abends nach Hause – meistens eh schon spät. Komfort ist kein Verbrechen. Und nur weil etwas bequem ist, heißt das nicht, dass man sich aufgegeben hat.“
Stefan, versöhnlich, aber bestimmt
„Niemand verbietet die Jogginghose. Wirklich nicht. Aber dominant sollte sie nicht sein. Eine schöne Mitte wäre gut. Nicht Abschlussballkönigin – aber auch nicht verlorene Gestalt.“



