Nach Insolvenz

Neuer Hoffnungsträger für Rosenbrauerei Pößneck: Wie André Panse das Unternehmen retten will

Der Unternehmer André Panse hat die Rosenbrauerei Pößneck übernommen und vor der Insolvenz gerettet. Im KURIER erzählt er, was er für die Zukunft geplant hat.

Author - Sebastian Krause
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Der Investor André Panse hat die Rosenbrauerei Pößneck übernommen und will das Unternehmen wieder erfolgreich machen.
Der Investor André Panse hat die Rosenbrauerei Pößneck übernommen und will das Unternehmen wieder erfolgreich machen.Depositphotos/imago/privat

Hinter André Panse stecken intensive Monate. Als bekannt wurde, dass die Rosenbrauerei Pößneck in Insolvenz geraten war, wollte er das traditionsreiche Unternehmen retten. Auch andere Investoren hatten Interesse daran. Doch nach hartem Kampf und intensiven Verhandlungen setzte er sich durch. Vor gut zwei Wochen dann die erlösende Nachricht: Die Rosenbrauerei Pößneck ist gerettet.

André Panse gehört auch die Greizer Brauerei

Mit der Übernahme von Brauereien kennt sich Unternehmer Panse bereits aus. Vor gut zwei Jahren kaufte er die ebenfalls angeschlagene Greizer Brauerei und stellte sie neu auf. Seitdem läuft es wieder. Mit dem Odin-Trunk gibt es sogar ein neues Bier.

Investitionen von rund fünf Millionen Euro geplant

Eine Erfolgsgeschichte, die Panse mit der Rosenbrauerei gern wiederholen würde. „Wir wollen die Rosenbrauerei mit ihrer alten Biertradition, mit ihren Bieren wie Pils, Hellem und Sonderbieren und natürlich auch den alkoholfreien Getränken wie dem Heidequellwasser wieder ins Rennen führen“, sagt Panse dem Berliner KURIER.

Um dieses Ziel zu erreichen, habe er bereits eine „beachtliche Summe“ investiert. Konkrete Zahlen nennt er aber nicht. Fest steht: In den kommenden Jahren müsse er bis zu fünf Millionen Euro investieren, damit das Unternehmen wieder auf sicheren Beinen steht.

Der Unternehmer André Panse stammt ursprünglich aus der Computer- und Solarbranche.
Der Unternehmer André Panse stammt ursprünglich aus der Computer- und Solarbranche.privat

15 von 25 Mitarbeitern sind übernommen

Gänzlich ohne Einschnitte verlief die Übernahme aber nicht. Aus dem bestehenden 25-köpfigen Team konnte er 15 Mitarbeiter übernehmen. Mehr wäre „Harakiri gewesen, so hart es klingt“, sagt Panse mit Blick auf die wirtschaftliche Lage des Unternehmens.

Denn: Die fehlende Liquidität sei der Hauptgrund für die Insolvenz gewesen, erklärt der neue Geschäftsführer. Die Gründe dafür seien eine veränderte Marktentwicklung und ein Verdrängungswettbewerb durch dominante Biermarken.

Wir wollen die Rosenbrauerei mit ihrer alten Biertradition, mit ihren Bieren wie Pils, Hellem und Sonderbieren und natürlich auch den alkoholfreien Getränken wie dem Heidequellwasser wieder ins Rennen führen.

André Panse, Geschäftsführer der Rosenbrauerei Pößneck

Panse auch Unternehmer in Computer- und Solarbranche

Mit neuen Produkten, effizienteren Arbeitsabläufen, einem besseren Vertrieb und geringeren Energiekosten wolle er sich gegen „die großen Fernsehbiere ein bisschen behaupten“, kündigt der Thüringer an. Und mittlerweile weiche unter den Mitarbeitern langsam die Skepsis.

Wie aber will Panse die Umstellungen schaffen? Ursprünglich stammt er aus der Computer- und Solarbranche. Die Erfahrungen und Techniken aus seinen anderen Unternehmen wolle er auf die Rosenbrauerei übertragen – unter anderem Solaranlagen und Wärmepumpen einbauen und KI-Tools für den Vertrieb entwickeln.

Jüngere Zielgruppe soll erschlossen werden

So hat er auch die Greizer Brauerei wieder ordentlich in Schwung gebracht. „Wir haben jetzt schon rund 20 Prozent Gas und sogar 50 Prozent Strom eingespart“, sagt Panse. Daher sehe man deutliche Einsparungen bei den Betriebskosten. Auch bei der Entwicklung digitaler Angebote wolle er auf die Erfahrung und Mitarbeiter seiner Computerfirma zurückgreifen.

Letztlich sollen die Veränderungen bei der Rosenbrauerei Pößneck langfristig den Erfolg und Arbeitsplätze sichern – und eine jüngere Zielgruppe ansprechen. Denn das Unternehmen habe für die Region eine „immense Bedeutung“, wie Insolvenzverwalter Rolf Rombach sagt.

Die Rosenbrauerei Pößneck musste Insolvenz anmelden. Seit gut zwei Wochen ist das Unternehmen gerettet.
Die Rosenbrauerei Pößneck musste Insolvenz anmelden. Seit gut zwei Wochen ist das Unternehmen gerettet.Manfred Segerer/imago

Rosenbrauerei Pößneck gibt es bereits seit 1866

Die Rosenbrauerei Pößneck hat eine lange Tradition. Bereits seit 1866 gibt es das Unternehmen. Es befindet sich zwischen dem Landschaftsschutzgebiet Thüringer Heide im Norden und den Saalestauseen im Süden.

Nach Unternehmensangaben ging die Brauerei nach umfangreichen Erweiterungs- und Modernisierungsarbeiten 1895 in den alleinigen Besitz von Richard Wagner über. Zeitungsberichte belegen indes, dass der Name Rosenbrauerei vermutlich schon Anfang der 1890er-Jahre entstand. In einer Werbeanzeige in der Pößnecker Zeitung vom 3. Februar 1896 hieß es: „Richard Wagner, Rosenbrauerei“. Zur Jahrhundertwende erzeugte die Brauerei rund 33.000 Hektoliter Bier.

Wechselvolle Geschichte in den vergangenen Jahren

Aus der jüngeren Vergangenheit im Gedächtnis geblieben ist ein Brand vom 20. November 2009. Damals sorgte ein technischer Defekt an einem Computerbildschirm für ein verheerendes Feuer in einer Lagerhalle.

Der Schaden wurde auf mehr als eine Million Euro beziffert. Aufgrund der Schäden mussten etwa 560.000 Flaschen Bier und 360.000 Flaschen mit nichtalkoholischen Getränken vernichtet werden. Während der Renovierungsarbeiten wurde in einem Hohlraum eine größere Archivmappe entdeckt, die unter anderem baugeschichtliche Unterlagen der Brauerei enthielt. Nun will Unternehmer André Panse die Geschichte der Rosenbrauerei weiterschreiben.

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