Immer wieder gab es in den vergangenen Wochen und Monaten Meldungen über Unternehmen im Osten, die vor dem Aus stehen – teilweise stehen plötzlich Firmengeschichten, die schon vor Jahrzehnten in der DDR begannen, auf der Kippe. Jetzt droht die nächste Pleite, die vor allem Menschen in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg betreffen könnte. Denn ein großer Discounter steht vor dem Aus! Für Kunden bedeutet das: Sie müssen vermutlich bald auf Schnäppchen verzichten. Aber sie können auch profitieren.
Dem beliebten Groschen Markt im Osten droht das Aus
Es gibt viele Billigläden, deren Angebote bei Schnäppchenjägern besonders beliebt sind. Nun könnte das Aus einer Marke, die vor allem im Osten beliebt ist, drohen: Schon Ende 2025 musste die Kette Groschen Markt, hinter der die DEC Handelsgesellschaft mbH steht, Insolvenz anmelden, das Amtsgericht Mühlhausen will das Insolvenzverfahren nun am 1. April eröffnen.
Unklar ist bisher, wie es mit dem Unternehmen weitergeht. Es wurde ein Insolvenzverwalter eingesetzt, der bereits seit Wochen Gespräche mit Investoren aus dem Einzelhandel führt, teilt die bundesweit tätige Kanzlei Brinkmann & Partner mit.
Wer Interesse an der Übernahme hat, ist bisher geheim. „Aufgrund bestehender gegenseitiger Vertraulichkeitsvereinbarungen können die Markennamen noch nicht öffentlich genannt werden“, wird mitgeteilt.

Zumindest zeichnet sich aber das Interesse der Kette Groschen Markt ab. Denn: Laut der Kanzlei wollen alle Interessenten die Filialen zwar übernehmen, sie aber unter einem eigenen Namen fortführen.
Das bedeutet für die Kunden von Groschen Markt aber auch etwas Gutes: Schon jetzt kündigen die Anwälte an, dass es schon nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens im April einen großen Ausverkauf geben soll. Die Lager werden geleert – und „deutliche Rabatte“ angekündigt. „So haben die Kundinnen und Kunden die Gelegenheit, das bekannte Sortiment der Groschen Märkte zu reduzierten Preisen zu kaufen“, heißt es aus der zuständigen Anwaltskanzlei.
30 Filialen von Groschen Markt könnten erhalten bleiben
Und auch für die Angestellten des Unternehmens zeichnen sich gute Nachrichten ab. Aktuell arbeiten rund 190 Menschen für Groschen Markt. Rund 170 sind in den Filialen von Groschen Markt angestellt – sie befinden sich in Brandenburg, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Stand jetzt sollen mehr als 30 der mehr als 40 Filialen erhalten werden, sie könnten von den Investoren übernommen werden. Dann könnten auch die Arbeitsplätze erhalten bleiben.

Einziges Problem: Die DEC Handelsgesellschaft mbH hat die einzelnen Standorte für die Filialen von Groschen Markt nur angemietet. „Wir bemühen uns um jeden Arbeitsplatz. Da Groschen Markt allerdings Mieter ist, bedarf es für die Zukunftslösung einer jeden Filiale der Zustimmung des jeweiligen Vermieters“, sagt Insolvenzverwalter Olaf Spiekermann. Welche der Standorte erhalten bleiben und übernommen werden, kann erst nach Unterzeichnung der Verträge mit den Investoren verraten werden.
Kunden hoffen, dass ihr Groschen Markt bleiben kann
Viele Kunden im Osten müssen nun hoffen, dass ihnen ihr Schnäppchen-Markt erhalten bleibt – auch wenn er künftig nicht mehr Groschen Markt heißt. Denn bisher hat das Unternehmen seine Filialen vor allem in ländlichen Regionen und in Kleinstädten, wo das Aus eines solchen Marktes ein herber Verlust für viele Menschen wäre.
Filialen befinden sich etwa in Trebbin, Sperenberg und Luckenwalde in Brandenburg, in Köthen, Teutschenthal und Biederitz in Sachsen-Anhalt und in Radeberg, Großenhain und Zwickau in Sachsen.


