Pleite abgewendet

Brauerei gerettet: Unternehmer übernimmt DDR-Traditionshaus von 1866

Die Rosenbrauerei Pößneck wagt unter André Panse einen Neuanfang, nachdem sie wegen finanzieller Schwierigkeiten Insolvenz anmelden musste.

Author - Sebastian Krause
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Die Rosenbrauerei Pößneck aus Thüringen ist gerettet, die Insolvenz abgewendet.
Die Rosenbrauerei Pößneck aus Thüringen ist gerettet, die Insolvenz abgewendet.Manfred Segerer/imago

Die Rosenbrauerei Pößneck ist gerettet. Der Unternehmer André Panse hat zu Beginn dieser Woche den Geschäftsbetrieb übernommen und führt das Traditionshaus nun als GmbH weiter. Das teilte der Erfurter Insolvenzverwalter Rolf Rombach am gestrigen Dienstag mit.

Unternehmer rettete bereits andere Brauerei

Rombach beschreibt Panse als Kenner der Branche, der bereits vor wenigen Jahren die Greizer Brauerei erfolgreich aus einem Insolvenzverfahren gekauft und neu aufgestellt hat. Der Erfurter Unternehmer stammt ursprünglich aus der Computer- und Solarbranche.

Übernahme erfolgte zum 16. März 2026

Damit ist auch das Mutterhaus in Pößneck wieder in sicherem Fahrwasser, nachdem bereits Ende 2025 die Tochtergesellschaft Ehringsdorfer Brauerei Weimar gerettet worden war.

„Wir haben es geschafft! Die Rosenbrauerei Pößneck startet mit frischer Kraft in eine neue Zukunft“, heißt es zu dem Neustart auf der Internetseite des Unternehmens. Die Übernahme sei zum 16. März 2026 erfolgt.

Die Rosenbrauerei Pößneck gibt es bereits seit 1866.
Die Rosenbrauerei Pößneck gibt es bereits seit 1866.Manfred Segerer/imago

Hohe Kosten und rückläufiger Absatz führen zum Insolvenzantrag

Für die Rosenbrauerei Pößneck war im Februar 2025 der Insolvenzantrag beim Amtsgericht Gera gestellt worden. Rombach sprach von einem seiner schwierigsten, aber auch interessantesten Verfahren der letzten Jahre.

Grund für den Insolvenzantrag waren gestiegene Produktionskosten und rückläufiger Absatz. Das machte der Brauerei finanziell zu schaffen.

Wir haben es geschafft! Die Rosenbrauerei Pößneck startet mit frischer Kraft in eine neue Zukunft.

Rosenbrauerei Pößneck

Rosenbrauerei Pößneck gibt es bereits seit 1866

Das Unternehmen habe „immense Bedeutung“ für die Region, sein Team habe hart um den Erhalt des Unternehmens gekämpft. Er danke vor allem den Mitarbeitern, ohne deren Loyalität und Einsatz der Erfolg unmöglich gewesen wäre.

Die Rosenbrauerei Pößneck wird seit 1866 durch Mitglieder der Familie Wagner geführt. Das Unternehmen befindet sich zwischen dem Landschaftsschutzgebiet Thüringer Heide im Norden und den Saalestauseen im Süden.

Verheerender Brand im November 2009

Nach Unternehmensangaben ging die Brauerei nach umfangreichen Erweiterungs- und Modernisierungsarbeiten 1895 in den alleinigen Besitz von Richard Wagner über. Zeitungsberichte belegen indes, dass der Name Rosenbrauerei vermutlich schon Anfang der 1890er-Jahre entstand. In einer Werbeanzeige in der Pößnecker Zeitung vom 3. Februar 1896 heißt es: „Richard Wagner, Rosenbrauerei“. Zur Jahrhundertwende erzeugte die Brauerei rund 33.000 Hektoliter Bier.

Aus der jüngeren Vergangenheit im Gedächtnis geblieben ist ein Brand vom 20. November 2009. Damals sorgte ein technischer Defekt an einem Computer-Bildschirm für ein verheerendes Feuer in einer Lagerhalle.

Geschichte des Unternehmens geht nun weiter

Der Schaden wurde auf mehr als eine Million Euro beziffert. Aufgrund der Schäden mussten etwa 560.000 Flaschen Bier und 360.000 Flaschen mit nichtalkoholischen Getränken vernichtet werden. Während der Renovierungsarbeiten wurde in einem Hohlraum eine größere Archivmappe entdeckt, die unter anderem baugeschichtliche Unterlagen der Brauerei enthielt.

Nach der Rettung durch Unternehmer André Panse geht die Geschichte nun weiter.

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