Der nächste schwere Einschlag in der Baumaschinenbranche: Der Baumaschinenhändler Atlas Hannover hat gemeinsam mit den Schwestergesellschaften Ebag Elbe Baumaschinen und AMF-Fahrzeugbau ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt.
120 Mitarbeiter sind von der Insolvenz betroffen
Das berichtet die „Wirtschaftswoche“. Betroffen sind demnach insgesamt rund 120 Mitarbeiter.
Unternehmen gibt es bereits seit 1980
Atlas Hannover gilt in Norddeutschland als feste Größe im Geschäft mit schweren Maschinen. Wer Mobil- und Kettenbagger, Radlader oder Walzen braucht, kennt den Namen.

Gegründet wurde das Unternehmen 1980 als Vertragshändler für Atlas-Baugeräte. Heute verkauft Atlas Hannover nicht nur Atlas-Produkte, sondern auch Maschinen von Herstellern wie Develon, Wacker Neuson und Weycor.
Das sind die Gründe für die Insolvenz
Doch nun steckt die Unternehmensgruppe tief in der Krise. Als Gründe für die wirtschaftliche Schieflage nennt Atlas schwierige Rahmenbedingungen in der Bau- und Investitionsgüterbranche.
Auf Anfrage der „Wirtschaftswoche“ verweist das Unternehmen auf eine „rückläufige Investitionsbereitschaft vieler Marktteilnehmer“, auf Verzögerungen bei Bau- und Infrastrukturprojekten, steigende Finanzierungs- und Betriebskosten sowie zunehmenden Wettbewerbsdruck.
Für Kunden soll der Geschäftsbetrieb weiterlaufen
Für Kunden und Beschäftigte ist die wichtigste Nachricht zunächst: Der Geschäftsbetrieb soll weiterlaufen. Die Mitarbeiter erhalten dem Bericht zufolge Insolvenzgeld. Ziel des Verfahrens in Eigenverwaltung ist es, die Unternehmensgruppe zu sanieren und eine Zukunftsperspektive zu sichern. Parallel soll die Suche nach einem Investor starten.
Atlas Hannover spricht von der „Entwicklung einer langfristigen Fortführungslösung für die gesamte Unternehmensgruppe“. Im Mittelpunkt stünden dabei der Erhalt der bestehenden Standorte und Geschäftsbereiche sowie der Synergien zwischen den Unternehmen.
Viele Insolvenzen in den vergangenen Monaten
Brisant: Erst im Februar hatte Atlas Hannover noch ausdrücklich betont, nicht von der Insolvenz der Atlas GmbH aus Ganderkesee betroffen zu sein. Damals erklärte das Unternehmen auf seiner Internetseite, Atlas Hannover, AMF Fahrzeugbau und Ebag Elbe Baumaschinen seien eine eigenständige und unabhängige Unternehmensgruppe. Der Geschäftsbetrieb laufe uneingeschränkt weiter.
Die aktuelle Insolvenz reiht sich ein in eine ganze Serie von Krisenfällen in der Branche. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Hüffermann-Gruppe Insolvenz angemeldet, einer der großen Anbieter im Bereich Krane, Schwerlast und Baumaschinen in Deutschland. Auch die Atlas GmbH aus Ganderkesee, ein traditionsreicher Hersteller von Baggern, Ladekränen und weiteren schweren Geräten, hatte im Februar 2026 ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Dort waren rund 400 Mitarbeiter betroffen.





