Finanzielle Schwierigkeiten

Nächste Insolvenz in der Autobranche: Ostdeutsches Unternehmen steht vor dem Aus

Der E-Auto-Vermieter Nextmove rutscht in die Insolvenz – trotz wachsender Elektromobilität. Das sind die Gründe für das drohende Aus.

Author - Sebastian Krause
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Der E-Auto-Vermieter Nextmove aus Thüringen ist insolvent. Betroffen vom drohenden Aus ist auch ein Standort in Berlin.
Der E-Auto-Vermieter Nextmove aus Thüringen ist insolvent. Betroffen vom drohenden Aus ist auch ein Standort in Berlin.A. Friedrichs/imago

Schock für viele E-Auto-Fans: Der Elektroauto-Vermieter Nextmove steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Das Unternehmen aus Arnstadt in Thüringen hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung begonnen.

Verfahren läuft seit dem 1. Juni

Das Verfahren läuft seit dem 1. Juni am Amtsgericht Erfurt. Ziel ist die Sanierung, der Geschäftsbetrieb soll weiterlaufen. Das berichtet das Branchenportal Electrive.

400 Fahrzeuge und elf Standorte

Zum Sachwalter wurde Rechtsanwalt Marlon Foit bestellt. Er begleitet und überwacht die Restrukturierung des Unternehmens.

Nextmove zählt nach eigenen Angaben mit rund 400 Fahrzeugen und elf Standorten zu den größten reinen Elektroauto-Vermietern Deutschlands. Doch ausgerechnet ein wichtiger Wachstumskurs wurde offenbar zum Problem.

Das sind die Probleme von Nextmove

Als Grund für die finanzielle Schieflage nennt das Unternehmen laut Electrive „die übermäßige Fokussierung im Vermietergeschäft auf Transporterfahrzeuge“. Künftig wolle sich Nextmove deshalb wieder stärker auf die Vermietung von Pkw konzentrieren.

Die Probleme trafen das Unternehmen in einer Phase, in der die Elektromobilität in Deutschland eigentlich wieder deutlich zulegt. Laut Electrive traten die Zahlungsschwierigkeiten bereits im ersten Quartal 2026 auf.

Geschäftsbetrieb soll fortgeführt werden

Für Kunden habe die Insolvenz vorerst keine unmittelbaren Folgen. Der Geschäftsbetrieb werde fortgeführt. Allerdings prüft Nextmove Veränderungen bei einzelnen Standorten sowie neue Kooperationen.

Nextmove gilt als einer der Pioniere der deutschen Elektromobilität. Das Unternehmen entstand 2016 aus der Zusammenlegung mehrerer Anbieter und wurde vor allem durch seinen reichweitenstarken YouTube-Kanal bekannt. Viele Autofahrer nutzten die Vermietungen, um neue Elektroautos vor dem Kauf ausführlich zu testen.

Diese Standorte sind von der Insolvenz betroffen

Besonders Gründer und E-Mobilitätsexperte Stefan Moeller machte Nextmove über Jahre zu einer wichtigen Stimme der Branche. Der YouTube-Kanal soll nach Angaben des Unternehmens trotz Insolvenz erhalten bleiben.

Nextmove ist derzeit in Berlin, Hamburg, Leipzig, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Stuttgart, Solingen, Sinsheim, Nürnberg, München und Arnstadt vertreten.

Wie ist Ihre Meinung dazu? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com