Einzelhandel

Hellweg Insolvenz: Was passiert mit den Berlin-Filialen der Baumarktkette?

Die Baumarktkette Hellweg ist insolvent – doch was bedeutet das für die Filialen in Berlin? Erste Antworten gibt es bereits.

Author - Sharone Treskow
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Der Hellweg-Baumarkt in der Schöneberger Yorckstraße. Müssen die Kunden jetzt eine Schließung befürchten?
Der Hellweg-Baumarkt in der Schöneberger Yorckstraße. Müssen die Kunden jetzt eine Schließung befürchten?Joko/Imago

Es ist ein Schock für alle Hellweg-Kunden: Die Baumarktkette steckt in finanziellen Schwierigkeiten und hat nun beim Amtsgericht Essen Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Das Gericht hat dem Antrag bereits zugestimmt. Müssen die Filialen jetzt schließen? Wird es einen Ausverkauf geben?

Hellweg beantragt Insolvenz: Diese Filialen in Berlin bleiben geöffnet

Zum Glück soll es zunächst keine großen Änderungen für die Kunden geben. Alle 68 Märkte in Deutschland sowie der Online-Shop bleiben vorerst noch geöffnet – somit wird es keinen Ausverkauf geben. Auch die rund 2900 Mitarbeiter sollen weiter beschäftigt werden. Das gilt ausdrücklich auch für die acht Standorte in Berlin und im Umland.

Zu den gesicherten Märkten in der Hauptstadtregion zählen unter anderem Filialen in der Yorckstraße, in Alt-Biesdorf, an der Salvador-Allende-Straße sowie in der Ellen-Epstein-Straße. Auch die Märkte in Falkensee, Ahrensfelde und Hoppegarten sollen bestehen bleiben.

Die Hellweg-Filiale am Ostbahnhof. Die Baumarktkette steckt in finanziellen Schwierigkeiten.
Die Hellweg-Filiale am Ostbahnhof. Die Baumarktkette steckt in finanziellen Schwierigkeiten.Marius Schwarz/Imago

Für die kommenden drei Monate erhalten die Beschäftigten Insolvenzgeld von der Bundesagentur für Arbeit, sodass ihre Gehälter zunächst abgesichert sind.

Gericht setzt Experten zur Sanierung ein

Im Zuge des Verfahrens hat das Gericht Rechtsanwalt Stefan Denkhaus als vorläufigen Sachwalter eingesetzt. Er soll die Interessen der Gläubiger überwachen. Gleichzeitig wurden zwei weitere Rechtsexperten in die Geschäftsführung berufen, die den Sanierungsprozess begleiten. Ziel ist es, das Unternehmen neu aufzustellen und langfristig zu stabilisieren.

Hellweg ist nicht nur bei Handwerkern und Hobby-Schraubern beliebt – hier kann man auch wunderbar Pflanzen shoppen gehen.
Hellweg ist nicht nur bei Handwerkern und Hobby-Schraubern beliebt – hier kann man auch wunderbar Pflanzen shoppen gehen.Ivan Traimak/Imago

Hellweg wurde 1971 in Dortmund-Brackel (Nordrhein-Westfalen) gegründet und gehört zu den bekannten Baumarktketten in Deutschland – besonders stark vertreten im Rhein-Ruhr-Gebiet sowie in Berlin. Trotz des laufenden Betriebs steht die Zukunft des Unternehmens nun auf dem Prüfstand. Die Eigenverwaltung bedeutet, dass die Geschäftsführung weiterhin verantwortlich bleibt, aber unter Aufsicht eines gerichtlich bestellten Sachverwalters arbeitet.

Warum die Baumarktkette in der Krise steckt

Die aktuellen Probleme kommen nicht überraschend. Bereits im Jahr 2025 hatte Hellweg einen umfassenden Restrukturierungsprozess eingeleitet. Hintergrund waren ein schwieriges Konsumklima, eine schwächelnde Baukonjunktur und deutlich gestiegene Kosten. In diesem Zuge wurden mehrere Filialen geschlossen und Sparmaßnahmen umgesetzt.

Die schwächelnde Baukonjunktur schadet Hellweg merklich.
Die schwächelnde Baukonjunktur schadet Hellweg merklich.STPP / Imago

Trotz dieser Schritte konnte die wirtschaftliche Lage offenbar nicht nachhaltig verbessert werden. Nun soll das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung die Chance bieten, die nötigen Veränderungen schneller umzusetzen. Für Kunden bedeutet das vorerst: Die Märkte bleiben geöffnet – wie es langfristig weitergeht, hängt jedoch vom Erfolg der Sanierung ab.

Gehen Sie gerne zu Hellweg oder haben Sie einen anderen Lieblingsbaumarkt? Schicken Sie uns einen Leserbrief per Mail an leser-bk@berlinerverlag.com.