Es ist ein Schock für alle Hellweg-Kunden: Die Baumarktkette steckt in finanziellen Schwierigkeiten und hat nun beim Amtsgericht Essen Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Das Gericht hat dem Antrag bereits zugestimmt. Müssen die Filialen jetzt schließen? Wird es einen Ausverkauf geben?
Hellweg beantragt Insolvenz: Diese Filialen in Berlin bleiben geöffnet
Zum Glück soll es zunächst keine großen Änderungen für die Kunden geben. Alle 68 Märkte in Deutschland sowie der Online-Shop bleiben vorerst noch geöffnet – somit wird es keinen Ausverkauf geben. Auch die rund 2900 Mitarbeiter sollen weiter beschäftigt werden. Das gilt ausdrücklich auch für die acht Standorte in Berlin und im Umland.
Zu den gesicherten Märkten in der Hauptstadtregion zählen unter anderem Filialen in der Yorckstraße, in Alt-Biesdorf, an der Salvador-Allende-Straße sowie in der Ellen-Epstein-Straße. Auch die Märkte in Falkensee, Ahrensfelde und Hoppegarten sollen bestehen bleiben.

Für die kommenden drei Monate erhalten die Beschäftigten Insolvenzgeld von der Bundesagentur für Arbeit, sodass ihre Gehälter zunächst abgesichert sind.
Gericht setzt Experten zur Sanierung ein
Im Zuge des Verfahrens hat das Gericht Rechtsanwalt Stefan Denkhaus als vorläufigen Sachwalter eingesetzt. Er soll die Interessen der Gläubiger überwachen. Gleichzeitig wurden zwei weitere Rechtsexperten in die Geschäftsführung berufen, die den Sanierungsprozess begleiten. Ziel ist es, das Unternehmen neu aufzustellen und langfristig zu stabilisieren.

Hellweg wurde 1971 in Dortmund-Brackel (Nordrhein-Westfalen) gegründet und gehört zu den bekannten Baumarktketten in Deutschland – besonders stark vertreten im Rhein-Ruhr-Gebiet sowie in Berlin. Trotz des laufenden Betriebs steht die Zukunft des Unternehmens nun auf dem Prüfstand. Die Eigenverwaltung bedeutet, dass die Geschäftsführung weiterhin verantwortlich bleibt, aber unter Aufsicht eines gerichtlich bestellten Sachverwalters arbeitet.
Warum die Baumarktkette in der Krise steckt
Die aktuellen Probleme kommen nicht überraschend. Bereits im Jahr 2025 hatte Hellweg einen umfassenden Restrukturierungsprozess eingeleitet. Hintergrund waren ein schwieriges Konsumklima, eine schwächelnde Baukonjunktur und deutlich gestiegene Kosten. In diesem Zuge wurden mehrere Filialen geschlossen und Sparmaßnahmen umgesetzt.

Trotz dieser Schritte konnte die wirtschaftliche Lage offenbar nicht nachhaltig verbessert werden. Nun soll das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung die Chance bieten, die nötigen Veränderungen schneller umzusetzen. Für Kunden bedeutet das vorerst: Die Märkte bleiben geöffnet – wie es langfristig weitergeht, hängt jedoch vom Erfolg der Sanierung ab.


