Die Rente beschäftigt Millionen Menschen in Deutschland. Viele fragen sich: Reicht das Geld im Alter überhaupt zum Leben? Eine neue europaweite Analyse zeigt jetzt, wie groß die Lücke zwischen staatlicher Rente und tatsächlichen Lebenshaltungskosten wirklich ist.
Rente deckt nur zwei Drittel der Lebenshaltungskosten
Die Untersuchung zeigt: In Deutschland lag die durchschnittliche gesetzliche Jahresrente im Jahr 2023 bei rund 19.138 Euro. Gleichzeitig geben Menschen über 60 im Schnitt etwa 28.600 Euro pro Jahr aus. Daraus ergibt sich eine deutliche Lücke von rund 9500 Euro jährlich.
Anders gesagt: Die gesetzliche Rente deckt im Durchschnitt nur etwa zwei Drittel der Lebenshaltungskosten im Alter. Den Rest müssen viele Rentner aus Ersparnissen, privater Vorsorge, Unterstützung durch Familie oder zusätzlicher Arbeit bestreiten.
Im europäischen Vergleich liegt Deutschland damit nur im Mittelfeld. Laut der Studie beträgt die durchschnittliche staatliche Jahresrente in den EU-Ländern etwa 17.321 Euro. Deutlich höhere Renten gibt es in einigen nordeuropäischen Staaten. Luxemburg führt die Rangliste mit durchschnittlich 34.413 Euro jährlich an. Auch in Dänemark und Norwegen erhalten Rentner im Schnitt über 30.000 beziehungsweise rund 29.000 Euro pro Jahr.

Doch ein Blick auf die reinen Rentenhöhen kann täuschen. Entscheidend ist nicht nur, wie viel Geld ausgezahlt wird, sondern auch, was man sich davon leisten kann. In Ländern mit besonders hohen Lebenshaltungskosten verliert selbst eine hohe Rente schnell an Wert.
Die Unterschiede zeigen sich besonders deutlich, wenn man die tatsächlichen Ausgaben älterer Menschen betrachtet. In Luxemburg geben Menschen über 60 im Schnitt mehr als 52.000 Euro pro Jahr aus – so viel wie in keinem anderen untersuchten Land. Am anderen Ende der Skala liegen Bulgarien und Rumänien, wo die jährlichen Ausgaben älterer Menschen im Durchschnitt nur rund 4.500 bis 4.700 Euro betragen.
Nur in vier Ländern deckt die Rente die Kosten
Trotzdem zeigt sich ein klares Muster. In den meisten Ländern reicht die staatliche Rente allein nicht aus, um die durchschnittlichen Ausgaben im Ruhestand zu decken. Nur in vier der untersuchten Staaten – Rumänien, Tschechien, Polen und Spanien – übersteigt die durchschnittliche staatliche Rente statistisch gesehen die typischen Lebenshaltungskosten älterer Menschen.
In den übrigen 24 Ländern besteht eine mehr oder weniger große Versorgungslücke zwischen staatlicher Leistung und tatsächlichen Ausgaben.


