Kiez-Aufreger

Beliebter Edeka macht dicht: „Wo sollen wir jetzt einkaufen gehen?“

Die Schließung eines Edeka in Lankwitz führt zu einem Versorgungsengpass für Anwohner. Was der Berliner Senat dagegen tut.

Author - Sharone Treskow
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Der Edeka-Markt auf der Siemensstraße in Lankwitz bleibt bestehen. Doch er kann die geschlossene Filiale in der Brieger Straße kaum ersetzen, da er für viele zu weit weg ist.
Der Edeka-Markt auf der Siemensstraße in Lankwitz bleibt bestehen. Doch er kann die geschlossene Filiale in der Brieger Straße kaum ersetzen, da er für viele zu weit weg ist.Joko/imago

Der Wegfall eines Supermarkts hat im Lankwitzer Wohngebiet rund um den Kamenzer Damm und die Wedellstraße eine große Lücke hinterlassen. Im November 2025 wurde die Filiale des Lebensmittelhändlers Edeka an der Brieger Straße geschlossen, der Mietvertrag wurde nicht verlängert. Seitdem fehlt den Anwohnern, darunter viele Senioren und Familien mit kleinen Kindern, eine gute Alternative in Laufnähe.

Kiez-Aufreger über geschlossenen Edeka ohne Alternative

In einer Lankwitz-Nachbarschaftsgruppe auf Facebook wurde das Thema Anfang des Jahres heiß diskutiert. „Ich frage mich ernsthaft: Wo sollen wir jetzt noch einkaufen gehen? Der Edeka war um die Ecke von uns, der lief doch auch gut. Wie kann das sein?“, ärgert sich eine Nutzerin. Ein anderer schreibt: „Ich hoffe, wir kriegen bald Ersatz“ und bietet bewegungseingeschränkten Nachbarn im Kiez seine Hilfe bei Einkäufen an.

Die Anwohner im Kiez rund um die Brieger Straße fragen sich, wo sie jetzt einkaufen gehen sollen (Symbolbild).
Die Anwohner im Kiez rund um die Brieger Straße fragen sich, wo sie jetzt einkaufen gehen sollen (Symbolbild).Martin Wagner/imago

Die Abgeordnete Mirjam Golm (SPD) hat sich kürzlich beim Berliner Senat erkundigt, ob der Kiez rund um die Brieger Straße in Lankwitz bald einen vergleichbaren Supermarkt bekommt – da er schließlich dringend benötigt wird. Jetzt hat der Berliner Senat geantwortet, doch die Antwort wird die betroffenen Anwohner wohl kaum zufriedenstellen.

Der Grundstückseigentümer muss handeln

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen erklärt: Der Eigentümer des Grundstücks – wo sich bisher die Edeka-Filiale befand – plant zwar eine Nachverdichtung mit Wohnungsbau und auch Einzelhandel, doch seine bisherigen Ideen würden über das „planungsrechtlich Zulässige“ hinausgehen.

Konkrete Bauanträge oder abgestimmte Konzepte würden nicht existieren. Die Verantwortung liegt damit zunächst beim Eigentümer, danach beim Bezirksamt Steglitz‑Zehlendorf, das für Bauplanung und Nahversorgung zuständig ist.

Senat bestätigt, dass hier ein Supermarkt fehlt

Der Senat bewertet eine Wiederansiedlung eines Supermarkts aber ausdrücklich als „wünschenswert“, weil die bisherigen Alternativen – etwa Märkte an der Lankwitz-Kirche und der Haynauer Straße – für viele Anwohner längere Wege bedeuten und die Nahversorgung nicht optimal sicherstellen.

Wie der Berliner Senat erklärt, sollte in Wohngebieten mindestens ein Supermarkt unter einem Kilometer zu Fuß erreichbar sein (Symbolbild).
Wie der Berliner Senat erklärt, sollte in Wohngebieten mindestens ein Supermarkt unter einem Kilometer zu Fuß erreichbar sein (Symbolbild).Jürgen Theobald/FUNKE Foto Services/Imago

Stadtplanerisch sollte ein Lebensmittelmarkt mit mindestens 300 Quadratmetern Verkaufsfläche innerhalb von 600 bis 800 Metern erreichbar sein. Diese Vorgabe wird seit der Schließung des Edekas nicht mehr erfüllt.

Was das für die Lankwitzer Nachbarschaft bedeutet

Das bedeutet zusammengefasst für die Anwohner: Ein neuer Supermarkt ist möglich und vom Senat gewünscht, hängt aber vollständig davon ab, ob der Eigentümer mitspielt und ein genehmigungsfähiges Konzept vorlegt. Bis dahin bleibt die Nahversorgung im Kiez eingeschränkt – und längere Wege gehören weiterhin zum Alltag.

Sind Sie von einem ähnlichen Problem betroffen? Wie ist Ihre Meinung zu dem Thema? Schicken Sie uns einen Leserbrief per Mail an leser-bk@berlinerverlag.com.