Schock für tausende Beschäftigte und viele Kunden: Die Supermarktkette Tegut steht vor dem Aus in Deutschland. Der Schweizer Mutterkonzern Migros hat entschieden, sich komplett aus dem deutschen Markt zurückzuziehen. Damit verschwindet eine bekannte Marke aus der deutschen Handelslandschaft.
Migros sieht für Tegut keine wirtschaftliche Zukunft mehr
Wie die Genossenschaft Migros Zürich (GMZ) in einer Mitteilung erklärte, habe eine umfassende Analyse gezeigt, dass Tegut unter den aktuellen Marktbedingungen „langfristig wirtschaftlich nicht zukunftsfähig“ sei.
Zwar habe das Unternehmen im vergangenen Jahr massive Kosteneinsparungen umgesetzt und damit die operativen Verluste deutlich reduziert, doch das Marktumfeld habe sich weiter verschärft und zu sinkenden Umsätzen geführt.
Nach Informationen der Branchenzeitung Lebensmittel Zeitung wurden rund 7400 Beschäftigte über die Entscheidung informiert. Die Marke Tegut soll demnach spätestens bis zum Jahresende vollständig verschwinden.

Tegut gehört seit 2012 zur Schweizer Migros-Gruppe. Nun will sich der Konzern wieder stärker auf sein Kerngeschäft in der Schweiz konzentrieren. „Die Entscheidung, Tegut zu veräußern, ist uns äußerst schwergefallen“, erklärte Patrik Pörtig, Geschäftsleiter der Migros Zürich.
Edeka übernimmt großen Teil der Tegut-Gruppe
Ein Verkauf der gesamten Supermarktkette an einen neuen Anbieter, der bislang nicht im deutschen Markt aktiv ist, sei laut Migros nicht realisierbar gewesen. Deshalb wandte sich das Unternehmen an bestehende Händler. Mit Edeka wurde bereits eine Einigung erzielt. Der Handelsriese übernimmt laut Migros einen „wesentlichen Teil“ der Tegut-Gruppe.
Dazu gehören zahlreiche Filialen samt Mitarbeitenden, das Logistikzentrum im hessischen Michelsrombach, die Herzberger-Bäckerei sowie die Smart Retail Solutions, die die rund 40 autonomen Teo-Märkte betreibt.
Edeka und Rewe teilen sich Tegut-Filialen auf
Nach Informationen der Lebensmittel Zeitung soll etwa die Hälfte der rund 300 Tegut-Filialen an Edeka gehen. Auch der Konkurrent Rewe ist im Gespräch und verhandelt dem Bericht zufolge über eine größere zweistellige Zahl an Standorten.
Mit dem Aus von Tegut verändert sich der Wettbewerb im deutschen Lebensmittelhandel weiter. Schon heute dominieren große Handelsgruppen den Markt. Während Rewe rund 3800 Supermärkte betreibt, kommt Marktführer Edeka laut Branchenportal Ladenbau auf mehr als 11.000 Standorte in Deutschland.


