Am Donnerstag wird es in mehreren Regionen Deutschlands plötzlich laut: Sirenen heulen, Handys schlagen Alarm und Warn-Apps senden Meldungen. Doch Grund zur Sorge gibt es nicht – es handelt sich um einen groß angelegten Probealarm im Rahmen eines landesweiten Warntags. Mit dieser Übung wollen die Behörden testen, ob die Warnsysteme im Ernstfall zuverlässig funktionieren.
Warntag in vier Bundesländern: Dann heulen Sirenen und Handys
Der Warntag findet diesmal in Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz statt. Ziel ist es, die technische Infrastruktur zu überprüfen und gleichzeitig die Bevölkerung für mögliche Gefahrenlagen zu sensibilisieren. Denn im Ernstfall – etwa bei Extremwetter, Chemieunfällen, Katastrophen oder militärischen Bedrohungen – kann jede Minute entscheidend sein.
Die Warnung wird über das sogenannte Modulare Warnsystem (MoWaS) ausgelöst. Von dort aus werden gleichzeitig mehrere Warnkanäle aktiviert. In Hessen und Rheinland-Pfalz startet der Probealarm um 10 Uhr, in Nordrhein-Westfalen und Bayern um 11 Uhr.
Wenn der Alarm ausgelöst wird, können Bürger verschiedene Signale gleichzeitig wahrnehmen. Dazu gehört ein einminütiger auf- und abschwellender Heulton der Sirenen, der im Ernstfall „Warnung der Bevölkerung“ bedeutet. Gleichzeitig erscheinen Warnmeldungen auf dem Smartphone über die Cell-Broadcast-Technologie sowie über Warn-Apps wie NINA oder KATWARN. Auch Medien und digitale Anzeigetafeln können entsprechende Hinweise anzeigen.

Nach etwa 30 bis 45 Minuten folgt die Entwarnung. Diese wird über einen einminütigen Dauerton der Sirenen signalisiert. In diesem Jahr soll außerdem erstmals getestet werden, ob auch Entwarnungen per Cell Broadcast zuverlässig auf Smartphones ankommen. Damit diese Meldungen empfangen werden können, sollten auf dem Smartphone die entsprechenden Warnstufen aktiviert sein.
Typische Schwachstellen im Warnsystem beim Warntag
Der Warntag dient vor allem dazu, mögliche Schwachstellen im Warnsystem aufzudecken. In der Vergangenheit zeigte sich beispielsweise, dass in manchen Regionen Sirenen fehlen oder nicht funktionieren, während in anderen Fällen Warnmeldungen verspätet ankommen.
Auch technische Probleme bei Warn-Apps oder überlastete Server können auftreten, wenn sehr viele Warnmeldungen gleichzeitig verschickt werden. Zudem können ältere Smartphones teilweise keine Cell-Broadcast-Warnungen empfangen, weil sie diese Technik nicht unterstützen. Durch den Warntag können Behörden solche Probleme erkennen und das Warnsystem schrittweise verbessern.
Bürger können nach dem Warntag Feedback geben
Nach vielen Warntagen haben Bürger die Möglichkeit, ihre Erfahrungen über Online-Umfragen oder Feedback-Formulare der Behörden mitzuteilen. Dort können sie angeben, ob sie eine Warnmeldung erhalten haben, über welchen Kanal sie informiert wurden und ob es technische Probleme gab. Diese Rückmeldungen sind für die Behörden sehr wichtig, weil sie helfen, mögliche Schwachstellen im Warnsystem zu erkennen und zukünftige Warnungen noch zuverlässiger zu machen.


