Preise explodieren

Warum ein Smartphone-Kauf ohne Mobilfunkvertrag günstiger sein kann

Der Kauf eines Smartphones mit Vertrag kann auf lange Sicht richtig teuer werden. Doch es gibt einen Weg, leicht Kosten zu sparen.

Author - Sebastian Krause
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Der Kauf eines Smartphones ohne Vertrag, und diesen dann separat abschließen, kann Kosten sparen.
Der Kauf eines Smartphones ohne Vertrag, und diesen dann separat abschließen, kann Kosten sparen.imago stock&people

Wer ein neues Smartphone haben will, entscheidet sich meistens dafür, es bei einem Mobilfunkanbieter zu kaufen – in Kombination mit einem Mobilfunkvertrag. Auf lange Sicht kann das mitunter aber richtig teuer werden.

Denn: Wie das Vergleichsportal Verivox ausgewertet hat, kann es günstiger sein, ein Smartphone ohne Mobilfunkvertrag zu kaufen und diesen dann separat abzuschließen. Über eine Laufzeit von 24 Monaten ließen sich so durchschnittlich rund 25 Prozent sparen. Das berichteten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe mit Verweis auf Verivox.

Das Vergleichsportal wertete die Angebote von Telekom, Vodafone, O2 und 1&1, bei denen im monatlichen Abopreis das Neugerät mit enthalten ist, mit den Kosten, die beim Kauf des gleichen Handys ohne Vertrag sowie einem Mobilfunk-Discounter-Tarif im selben Netz, aus. Das Unternehmen prüfte etwa die Geräte Google Pixel 9a (128 GB) und Apple iPhone 17 Pro (256 GB) sowie zwei Nutzungsprofile – mit mehr oder weniger Datenvolumen.

Ergebnis: Im Schnitt lag die Ersparnis den Funke-Zeitungen zufolge bei getrenntem Kauf von Gerät und Tarif im Telekom-Netz bei 29 Prozent, bei Vodafone bei 27 Prozent, bei 1&1 bei 24 Prozent und bei O2 bei 21 Prozent. Grund: Die Bündeltarife enthalten in der Regel viel mehr Datenvolumen – in den meisten Fällen zu viel.

Kunden bezahlen Leistung, die sie nicht brauchen

„In den Vertragstarifen der großen Anbieter steckt rund sechsmal so viel Datenvolumen, wie in Deutschland im Schnitt pro Kopf verbraucht wird“, erklärte der Telekommunikationsexperte bei Verivox, Jörg Schamberg, den Funke-Zeitungen.

„Viele Kunden buchen überdimensionierte Tarife, um die Anzahlung für das Wunschhandy möglichst niedrig zu halten. Damit zahlen sie jeden Monat für Leistungen, die sie nicht brauchen“, so der Experte weiter.

Verkaufte Datenvolumen in den letzten Jahren explodiert

Im Schnitt verbrauchen Handynutzer in Deutschland knapp zwölf Gigabyte an Datenvolumen pro Monat. In den Laufzeit-Tarifen der großen Mobilfunkanbieter steht aber rund sechsmal so viel zur Verfügung. 72 Gigabyte sind durchschnittlich in den Tarifen enthalten – 60 Prozent mehr als im Vorjahr.

Damit sei das verkaufte Datenvolumen zuletzt regelrecht explodiert, heißt es von Verivox. 2024 waren es im Schnitt noch knapp 45 Gigabyte gewesen. Schon seit Jahren steigen laut dem Vergleichsportal die angebotenen Gigabytes im Verhältnis zu den tatsächlich verbrauchten unverhältnismäßig.

Für manche Kunden sind Prepaid-Karten besser als Verträge

„Dahinter steckt strategisches Kalkül“, sagt Verivox-Experte Schamberg. Je mehr Highspeed-Volumen in einem Tarif stecke, desto teurer könne er verkauft werden. „Das hochgerüstete Tarifportfolio der großen Anbieter sorgt somit für eine zusätzliche Verteuerung im Markt.“

Für manche Kundin würde sich daher eine Prepaid-Karte besser eignen: Aufs Gigabyte gerechnet seien diese zwar teurer, weil in den Tarifen der großen Anbieter im Schnitt nur 14 Gigabyte enthalten seien. Das sei aber immer noch mehr, als der durchschnittliche Verbrauch.

Prepaid-Karten können je nach Bedarf günstiger sein

Im Schnitt sind Prepaid-Karten günstiger: Die monatlichen Kosten für einen Postpaid-Tarif liegen laut Verivox im Schnitt rund dreimal höher als die Kosten einer Prepaid-Karte. Je nach Datenbedarf kann eine Prepaid-Karte den Kunden also letztlich günstiger kommen.

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