Die Deutsche Bahn und die Pünktlichkeit. Nur rund 60 Prozent der Fernzüge erreichen in Deutschland derzeit ihr Ziel rechtzeitig. Als pünktlich gilt dabei ein Zug bereits, wenn er weniger als sechs Minuten Verspätung hat.
Minister Patrick Schnieder sieht einen Meilenstein
Um die Chaos-Quote wieder zu verbessern, hat die Bahn eine Taskforce gegründet. Nun wurden die ersten Maßnahmen zur Rettung der Pünktlichkeit vorgestellt. Verkehrsminister Patrick Schnieder (57, CDU) spricht von „einem weiteren wichtigen Meilenstein für zufriedene Kunden auf der Schiene“.
Eine der Neuerungen sind sogenannte Flex-Abfahrten: Dabei liegt die im Fahrplan ausgewiesene Zeit kurz vor der tatsächlich geplanten Abfahrt. Züge sollen dadurch früher abgefertigt werden, um rechtzeitig starten zu können. Die Deutsche Bahn erklärt: „Hierzu wird die im Fahrplan ausgewiesene Abfahrtszeit gegenüber der betrieblich vorgesehenen Abfahrtszeit leicht vorgezogen (z. B. um eine Minute).“
Auf einigen Strecken sollen zudem ab 2027 größere Puffer eingeplant werden – also mehr Zeit zwischen den einzelnen Zugfahrten. Eine weitere Maßnahme sind „Jokergleise“: Bestimmte Gleise sollen bewusst freigehalten werden, um zusätzliche Kapazitäten zu schaffen und Engpässe auszugleichen.

Auch längere Züge sollen zur Entlastung beitragen und mehr Platz schaffen. An kleineren Stationen könnten die Bahnsteige dafür zumindest provisorisch verlängert werden. Zusätzlich sollen sogenannte Reisendenlenker am Bahnsteig für einen schnelleren und geordneteren Ein- und Ausstieg sorgen.
Digitalisierung spielt wichtige Rolle für die Bahn
Insgesamt umfasst das Programm 22 Maßnahmen, darunter zahlreiche Digitalisierungsprojekte, die den Bahnbetrieb zuverlässiger und pünktlicher machen sollen.




