Statt teuer zu tanken

Spritpreise steigen! Deutsche Bahn erlebt Ticket-Boom

Weil Benzin und Diesel teurer werden, steigen viele auf die Bahn um. Doch Sparpreise sind schnell vergriffen.

Author - Jana Hollstein
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Die Deutsche Bahn verzeichnet eine höhere Nachfrage nach Tickets für den Fernverkehr.
Die Deutsche Bahn verzeichnet eine höhere Nachfrage nach Tickets für den Fernverkehr.Hauke-Christian Dittrich/dpa

Wenn alle sich streiten, freut sich die Bahn. Die Preise an der Zapfsäule explodieren in letzter Zeit vor dem Hintergrund des Krieges im Nahen Osten weltweit, und plötzlich entdecken viele Deutsche wieder den Zug für sich. Die Deutsche Bahn meldet derzeit deutlich mehr Buchungen für Fernreisen.

Deutsche Bahn registriert höhere Nachfrage nach Bahntickets

„Wir sehen in diesen Tagen eine erhöhte Nachfrage nach Bahntickets“, erklärte das Unternehmen am Freitag. Viele Reisende würden offenbar auf den Zug umsteigen, weil Benzin und Diesel immer teurer werden.

Hinter dem Preis-Schock steckt die militärische Eskalation im Nahen Osten. Die Spannungen haben den Ölpreis nach oben schnellen lassen – oder den Tankstellen zumindest eine plausible Erklärung gegeben, die Preise anzuziehen. Die Folgen trägt der Autofahrer. Vor allem Dieselpreise schossen in letzter Zeit in die Höhe, aber auch Benzin wurde deutlich teurer. Für viele Pendler und Reisende wird Autofahren damit plötzlich zur teureren Angelegenheit als sie es lieb hätten.

Steigender Preise an der Tankstelle treiben viele Autofahrer in die Züge.
Steigender Preise an der Tankstelle treiben viele Autofahrer in die Züge.Patrick Pleul/dpa

Die Deutsche Bahn nutzt die Situation geschickt und wirbt nun damit, dass ihre Ticketpreise „stabil günstig bleiben“ während die Spritpreise „durch die Decke gehen“. Ganz so einfach ist die Rechnung allerdings nicht.

Preisfalle beim Ticketkauf: Wie billig ist die Deutsche Bahn wirklich?

Denn bei steigender Nachfrage passiert das, was Bahnfahrer kennen: Die beliebten Sparpreistickets sind ruckzuck ausverkauft. Diese Tickets sind oft deutlich günstiger als der normale Fahrpreis, aber nur in begrenzter Zahl verfügbar. Ist das Kontingent erschöpft, bleibt Reisenden meist nur noch der teure Flexpreis.

Dazu kommt: Für Tickets zum Sparpreis gilt die Zugbindung. Fährt der Zug planmäßig ab, darf man keine andere Verbindung nehmen. Auch beim Stornieren gelten strengere Regeln. Und wie viel „Spar“ in dem Sparpreis ist, wird angesichts der oft erheblich günstigeren Preise von Bahn-Konkurrent Flixtrain häufig angezweifelt.

Trotz der Einschränkungen greifen die meisten Reisenden zu den Sparpreistickets der Deutschen Bahn, laut Unternehmen rund acht von zehn ihrer Fernverkehrs-Passagiere. Das dürfte dank der hohen Spritpreise fürs Erste weiter so bleiben.

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