Tipps für Berliner Autofahrer

Benzinpreise über 2 Euro! So retten Sie Ihr Portemonnaie!

Pendler entkommen hohen Preisen durch Sprit-Tourismus, jedoch könnte steigende Nachfrage die Preise in Nachbarländern erhöhen.

Author - Sharone Treskow
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Die Spritpreise in Deutschland schießen in die Höhe.
Die Spritpreise in Deutschland schießen in die Höhe.imago

Berliner Autofahrer trifft aktuell jedes Mal der Schlag beim Blick auf die Spritpreise an der Tanke. Inzwischen wurde schon die Zwei-Euro-Marke geknackt, Tendenz steigend. Hintergrund ist der Krieg im Nahen Osten, weltweit schießen die Preise in die Höhe. Autofahrer aus Berlin und dem Umland versuchen momentan noch zu sparen, indem sie zum Tanken Richtung Polen fahren. Hier waren die Spritpreise bisher deutlich billiger. Doch wie lange wird dieser Spar-Hack noch funktionieren?

50 Cent billiger: Pendler flüchten zum Tanken nach Polen

Die Lage in Berlin spitzt sich immer weiter zu. Ein Liter Super Benzin kostet aktuell durchschnittlich 2,03 Euro – basierend auf den Preisen an 271 Tankstellen laut benzinpreis-aktuell.de (Stand: 05.03.2026, 10.30 Uhr). Der beste Preis stadtweit liegt am Donnerstag bei 1,919 Euro – eine Summe, bei der Autofahrer noch vor einer Woche direkt eine bessere Tanke gesucht hätten.

Gerade für Pendler, die auf ihr Auto angewiesen sind, sind die heftigen Preise eine Katastrophe. Eine ganze Tankfüllung, bei einem Tank von 50 Litern, kostet aktuell einfach rund 100 Euro!

Die Preistafel einer Tanksäule in der Bismarckstraße am Mittwoch
Die Preistafel einer Tanksäule in der Bismarckstraße am MittwochBen Kriemann/Imago

Daher ist es verständlich, dass viele von ihnen aktuell Richtung Polen fahren, in der Hoffnung, dort deutlich günstigeren Sprit abzukriegen. Dort kostet ein Liter Super Benzin aktuell rund 50 Cent weniger. Am Polenmarkt Hohenwutzen beispielsweise liegt der Liter Super aktuell (Donnerstag 10.30 Uhr) nur bei 1,52 Euro. Plus und Diesel kosten 1,68 Euro. Beliebte Ziele zum Tanken sind auch die polnischen Grenzstädte Gubin und Zasieki.

Tankstellen in Tschechien bereits leergetankt

Ein weiterer Tipp für Ostdeutsche, der inzwischen gar nicht mehr so geheim ist, wäre eine Fahrt nach Tschechien. Hier ist der Liter Super sogar noch billiger als in Polen: 1,43 Euro sind es durchschnittlich an Tankstellen in Tschechien am Donnerstag.

Erste Tankstellen in Tschechien sind leergetankt worden.
Erste Tankstellen in Tschechien sind leergetankt worden.Sebastian Kahnert/dpa

Das Problem ist: Der sogenannte Sprit-Tourismus wegen des Konflikts im Nahen Osten artet gerade derart aus, dass die ersten Tankstellen in Tschechien ausverkauft sind. Die Chemnitzer Morgenpost berichtet: Unter anderem die Tanke Travel Free in Cinovec (Böhmisch Zinnwald) ist völlig leergepumpt worden – von verzweifelten Deutschen.

Tendenz in Deutschland geht Richtung 2,30 Euro pro Liter

Handelsexperten gehen davon aus, dass die Benzinpreise in Deutschland in den nächsten zwei Wochen auf 2,30 Euro und mehr steigen könnten, falls der Ölpreis Richtung 120 US‑Dollar zieht. Sollte die blockierte Straße von Hormus einen Monat lang geschlossen bleiben, seien bis zu 2,60 Euro pro Liter E10 möglich.

Polen bald auch keine Lösung mehr?

Mit dieser Tendenz werden wohl immer mehr deutsche Autofahrer nach Polen und Tschechien flüchten und dort die Tankstellen leerpumpen. Das Problem: Steigt die Nachfrage weiter, kann das in unseren Nachbarländern kurzfristig zu steigenden Preisen führen – ein bekanntes Muster bei grenznahen Tankstellen.

 Eine Tankstelle in Słubice, eine beliebte Lösung für Pendler aus Deutschland.
Eine Tankstelle in Słubice, eine beliebte Lösung für Pendler aus Deutschland.Winfried Mausolf/Imago

Auch wenn es sich bisher nur um kleine Cent-Beträge handelt, hat der Preisanstieg bereits begonnen. In Polen kostet der Liter Super aktuell zwischen 1,45 und 1,50 Euro pro Liter. Das ist der höchste Stand seit über einem Jahr. Doch trotz des Preisanstiegs ist das Tanken in Polen für Deutsche wohl weiterhin attraktiv. Mal sehen, wie lange das noch so bleibt.

Spartipps für Berliner Autofahrer

Wer nicht extra nach Polen fahren will, kann mit ein paar Tricks trotzdem bares Geld sparen. Ein wichtiger Tipp ist, zu günstigen Tageszeiten zu tanken: Die Preise an Berliner Tankstellen schwanken stark – besonders abends zwischen 18 und 22 Uhr sinken sie erfahrungsgemäß am deutlichsten. Wer flexibel ist, spart pro Tankfüllung schnell mehrere Euro.

Außerdem sollte man seinen Fahrstil anpassen: sanft beschleunigen, konstant fahren, früh ausrollen lassen – das senkt den Verbrauch. Schon wenige km/h weniger auf dem Stadtring können bis zu 15 Prozent Sprit sparen.

Berliner Autofahrer können mit ein paar Tipps ihre Spritkosten senken.
Berliner Autofahrer können mit ein paar Tipps ihre Spritkosten senken.Dirk Sattler/imago

Zudem lohnt es sich, Stau-Hotspots zu vermeiden. Etwa mithilfe von Apps wie Here, Google Maps oder ADAC Drive. Außerdem gibt es hilfreiche Apps, die einem die günstigste Tankstelle in der Umgebung anzeigen können wie Clever Tanken, ADAC Drive, mehr-tanken und 1-2-3 Tanken. Wer kann, sollte sich außerdem überlegen, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen oder Fahrgemeinschaften zu bilden.

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