Sanierung Berlin–Hamburg

Winter bremst Bahn aus, Länder verlangen Ansage zur Hamburg-Strecke

Sie fordern einen verbindlichen Zeitplan für die Sanierung der Strecke Berlin–Hamburg. Die Verzögerungen sorgen für Kritik.

Author - Sebastian Karkos
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Die Passagiere müssen sich auf der Strecke Berlin–Hamburg weiter gedulden.
Die Passagiere müssen sich auf der Strecke Berlin–Hamburg weiter gedulden.Carsten Koall/dpa

Die Deutsche Bahn und die Sanierung der Strecke Berlin–Hamburg. Am Montag gab der Konzern bekannt, dass es zu einer Verzögerung auf unbestimmte Zeit kommt. Und das finden die fünf Regierungschefs von Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg und Schleswig-Holstein gar nicht lustig.

Regierungschefs wollen bis zum 2. März Klarheit

Sie machen mit einem Brief an die Bahnchefin Druck und verlangen einen Zeitplan. Ursprünglich sollte die Strecke am 30. April wieder in Betrieb gehen. „Wir erwarten eine Klärung und Ihre Antwort zu einem konkreten Maßnahmen- und Zeitplan bis zum 2. März 2026“, heißt es in dem Schreiben an Bahnchefin Evelyn Palla, das gemeinsam von den Regierungschefs verfasst wurde, die die Sanierung betrifft.

Ursprünglich sollte die Sanierung wie hier in Mecklenburg-Vorpommern am 30. April beendet sein.
Ursprünglich sollte die Sanierung wie hier in Mecklenburg-Vorpommern am 30. April beendet sein.Jens Büttner/DPA

Kritikpunkt: Sie wurden nicht über den Stand der Bauarbeiten informiert und wollen nun einen verlässlichen Zeitplan. Die Bahn hatte am Montag mitgeteilt, dass sie aufgrund des Winterwetters den Termin zur Fertigstellung der Streckensanierung Ende April nicht einhalten kann.

Gerd-Dietrich Bolte, Bahn-Vorstand Infrastrukturplanung, erklärte: „Wir haben es hier in der Region mit dem stärksten Wintereinbruch seit mehr als 15 Jahren zu tun. Natürlich haben wir in unserem Zeitplan einen Puffer für die kalte Jahreszeit eingebaut, aber Dauerfrost und Schnee halten deutlich länger an als erwartet. Fakt ist, dass wir bei der Montage der Leit- und Sicherungstechnik aktuell hinter dem Zeitplan liegen.“

Bahn will am 13. März mitteilen, wie es weitergeht

Erst am 13. März will der Staatskonzern mitteilen, wie es mit der Sanierung weitergeht. Am Dienstag erklärte die Bahn, dass es bei der Verzögerung um „wenige Wochen“ geht. Die Regierungschefs wollen nun einen stabilen neuen Terminplan, wie sie in ihrem gemeinsamen Brief schreiben. Dieser müsse in enger Abstimmung mit den betroffenen Ländern, den betroffenen Kommunen und den Verkehrsunternehmen erfolgen.

Es heißt: „Dieser Terminplan ist unverzüglich vorzulegen und fortlaufend zu kommunizieren.“ Zudem müsse die Bahn den weiteren Ersatzverkehr sicherstellen und alle Mehrkosten übernehmen.

Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Können Sie die Reaktion der Länderchefs verstehen? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com