Der Bahnhof Lichtenberg ist ein Ort, den man am liebsten schnell hinter sich lässt. Seit Jahren ist er als Treffpunkt für Obdachlose bekannt, als Drogen- und Alkohol-Hotspot.
Leben in Berlin bald 100.000 obdachlose Menschen?
Laut Berliner Politik sollen bis 2030 keine Menschen mehr in Berlin auf der Straße leben müssen. Experten hingegen befürchten, dass im Jahr 2030 rund 100.000 obdachlose Menschen in der Hauptstadt leben werden.
In Lichtenberg hat sich in den vergangenen Wochen auf dem Bahnhofsvorplatz, Höhe Einbecker Straße, ein regelrechtes Obdachlosen-Camp gebildet. Nicht zum ersten Mal. Schon in der Vergangenheit wurden die Zeltstädte immer wieder vom Ordnungsamt geräumt. Ohne Erfolg. Sie kommen zurück. Es handelt sich am Bahnhof um Wohnungslose deutscher und osteuropäischer Herkunft.
Was unternehmen? Filiz Keküllüoğlu (Grüne/Stadträtin für Verkehr, Grünflächen, Ordnung, Umwelt und Naturschutz) sagt: „Die Situation rund um Obdachlosigkeit am Bahnhof Lichtenberg ist seit Jahren bekannt. Wir handeln. Seit dem Sommer 2025 steht das Ordnungsamt in engem Austausch mit der Deutschen Bahn. Vereinbart sind regelmäßige, engmaschige Kontrollen vor Ort. Ziel ist klar: ein spürbar besseres Sicherheitsgefühl für die Menschen am Bahnhof.“

Doch die Maßnahmen scheinen wenig Wirkung zu zeigen. Zumindest sichtbar. Auch die Grünfläche auf der anderen Seite des Bahnhofs gehört zu den Orten im Bezirk, die man besser meidet. Welche Perspektiven gibt es also für die Betroffenen?

Bezirksstadträtin Dr. Catrin Gocksch (CDU/Soziales, Arbeit, Gesundheit) kündigt an: „Das Bezirksamt plant ein vom Senat finanziertes Projekt, das über gemeinwesenorientierte Sozialarbeit, aufsuchende Drogen- und Suchthilfe sowie niedrigschwellige Beziehungsarbeit das Zusammenleben verschiedener Gruppen verbessern soll.“
Ziel: Zugänge zu Sucht- und Wohnungshilfen sollen erleichtert werden, damit das Sicherheitsempfinden von Anwohnern und Gewerbetreibenden gestärkt wird. Ob es dann am Bahnhof Lichtenberg besser wird?


