Gold gilt als krisensichere Anlage, die stabil bleibt und sogar an Wert gewinnt. Nun hat Frankreich einen interessanten Schritt vollzogen. Ein Schritt mit Symbolcharakter? Die Banque de France hat ihr verbliebenes, in den USA gelagertes Gold vollständig aus New York abgezogen.
Schritt Frankreichs soll nicht politisch motiviert sein
Laut Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau ist die Maßnahme nicht politisch motiviert, sondern rein technisch begründet. Insgesamt handelte es sich laut Mining.com um 129 Tonnen, rund fünf Prozent der französischen Goldreserven.
Die Barren wurden allerdings nicht nach Europa transportiert, sondern in den USA verkauft und durch neu erworbenes Gold ersetzt, das nun vollständig in Paris lagert. Damit sind sämtliche rund 2437 Tonnen französischen Zentralbankgoldes im unterirdischen Depot „La Souterraine“ konzentriert.
Ziel der Maßnahme ist es, ältere, nicht mehr standardkonforme Barren durch moderne Goldbarren mit internationaler Handelbarkeit zu ersetzen. Möglich machte diesen Schritt der stark gestiegene Goldpreis. Folge: Die Banque de France hat einen Gewinn von knapp 13 Milliarden Euro gemacht.
Während Frankreich seine Goldreserven nun vollständig im eigenen Land hält, ist die Lage in Deutschland anders. Die Bundesrepublik verfügt mit rund 3350 Tonnen über den zweitgrößten Goldbestand der Welt. Davon lagern jedoch nur 1710 Tonnen in Frankfurt. Weitere 1236 Tonnen befinden sich bei der Federal Reserve Bank in New York, 405 Tonnen bei der Bank of England in London. Damit liegt mehr als ein Drittel der deutschen Goldreserven in den USA.

Diese Verteilung hat historische Gründe: Im Kalten Krieg galt die Lagerung im Ausland als sicherer und ermöglichte zugleich schnellen Handel an den wichtigsten Finanzplätzen. Doch die geopolitischen Rahmenbedingungen haben sich verändert. Die wachsende US-Staatsverschuldung, politische Spannungen und der zunehmende Druck von US-Präsident Donald Trump auf die Unabhängigkeit der Notenbank nähren Zweifel an der Zugriffssicherheit im Ernstfall.




