Hat seinen Humor auch zu Hause in Quarantäne nicht verloren: Hertha-Trainer Pal Dardai.  Foto: zVg

Pal bleibt Pal – auch in Quarantäne und trotz großer Not! Herthas Cheftrainer Pal Dardai hatte in seiner ersten Medienrunde aus den eigenen vier Wänden ein Potpourri an Anekdoten der vergangenen blau-weißen Chaos-Tage parat.

Seine lebensfrohe Einstellung hat sich trotz der vielen Schock-Nachrichten nicht verändert. „Nur dass ich 15-mal am Tag mit Zecke (Co-Trainer Andreas Neuendorf) telefoniere und viel Netflix gucke“, scherzt der Ungar.

Lesen Sie auch: Erfolgreiches Zittern auf der Couch: Erste Corona-Runde für Hertha kein Horrorstreifen >>

Henrik Kuchno drillt die Spieler 

Zu Hause hat sich Dardai arrangiert – so gut es geht. „Normalerweise mache ich dann Gartenarbeit und fahre in den Baumarkt. Das fehlt.“

Genau wie die Arbeit auf dem Fußballplatz. Ein „komisches Gefühl“ sei es gewesen, als er vergangene Woche positiv getestet wurde und das Training abbrechen musste: „Richtig schlimm war es aber, als ich gehört habe, Zecke (gilt als Kontaktperson 1. Grades, d. Red.) darf auch nicht mehr dabei sein.“

Doch nach weiteren Covid-19-Fällen mussten alle Herthaner in Isolation. Seine Corona-Erkrankung sei abgeklungenen. Dafür hat es nun Ehefrau Monika erwischt. „Sie leidet und ist richtig angeschlagen“, berichtet Dardai und mahnt: „Auch Admir (Hamzagic, Co-Trainer, d. Red.) war richtig kaputt, Rune Jarstein war im Krankenhaus. Das Virus muss man ernst nehmen.“

Lesen Sie auch: Gaga oder genial? Hertha plant den Restart mit zwei Teams >>

Schlüssel selbst in der Hand 

Auch den Kampf gegen den schleichenden Fitness-Verlust nimmt Hertha ernst. Athletik-Trainer Henrik Kuchno drillt die Spieler im Cyber-Training. Dardai gefällt das: „Es bleibt keiner im Bett, man muss schon richtig mitmachen. Die Jungs sind ordentlich am Schwitzen. Einige haben schon Muskelkater.“

Trotz des anstehenden Kaltstarts samt Horror-Spielplan will Dardai nicht lamentieren. „Wir werden wohl Vorletzter sein, aber haben den Schlüssel in unserer Hand. Bielefeld kommt noch zu uns, Köln auch. Es gibt keine Ausreden mehr.“

Lesen Sie auch: Verletzter Abwehrchef auf freiem Fuß! Von wegen Quarantäne: Herthas Dedryck Boyata als Corona-Geheimwaffe >>

Wird Hertha jetzt ein Team? 

Vielmehr will Dadai aus der Not eine Tugend machen: „Wir haben nichts mehr zu verlieren. Es ist viel besser, von hinten nach vorn zu schwimmen.“

Herthas Cheftrainer setzt auf den Jetzt-erst-recht-Effekt: „Vielleicht ist diese Ausnahmesituation die letzte Stufe für die Mannschaft, um ein richtiges Team zu sein, was man lange vermisst hat.“ Schafft Hertha den Klassenerhalt, „kann das ein Riesen-Bonus für die Zukunft sein.“

Damit das gelingt, wird Dardai die Rotation zum Restart anwerfen – auch um Muskelverletzungen vorzubeugen: „Wir müssen schlau sein. Die einen spielen vielleicht 60 Minuten, andere 30 – so wie in der Vorbereitung.“