Vom Performance-Manager zum Sportdirektor zum Interims-Trainer: Herthas Arne Friedrich (2.vl.). Foto: Hertha BSC/Pool

Corona-Schock bei Hertha BSC! Für die Blau-Weißen kommt es im Abstiegskampf knüppeldick. Vor den entscheidenden Wochen der Saison wurden Cheftrainer Pal Dardai, Co-Trainer Admir Hamzagic und Stürmer Dodi Lukebakio positiv auf Covid-19 getestet. Hatte Hertha da noch Hoffnung, im Keller-Krimi in Mainz (Sonntag, 18 Uhr) antreten zu können, ist die Not nach dem vierten positiven Fall von Marvin Plattenhardt riesengroß.

Die Erinnerung an die vergangene Saison schiebt sich sofort in den Vordergrund. In Liga 2 war Dynamo Dresden arg gebeutelt von Corona. Auch die Sachsen hatten in der Saison so viele Chancen auf Punkte liegengelassen und als Corona die Dynamos ausbremste, wurden sie zum Absteiger, der vielleicht das größte Mitleid bekam. Spiele im Drei-Tages-Rhythmus zehrten an den schwindenden Kräften. Dynamo wurde zu Fallobst im Abstiegskampf.

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Dieses Schicksal muss Hertha noch nicht ereilen. Aber es ist durchaus realistisch. Fallen die Partien in Mainz, am Mittwoch gegen Freiburg und am Sonnabend auf Schalke aus, müssen sie binnen eines Monats nachgeholt werden. Am 22. Mai steigt definitiv der letzte Spieltag. Das wären dann sechs Spiele in nur vier Wochen. Ein Hammerprogramm, in dem die Zukunft auf dem Spiel steht.

Dabei sah es am Nachmittag noch viel freundlicher aus. Das zuständige Gesundheitsamt Charlottenburg-Wilmersdorf ordnete zwar eine zweiwöchige Quarantäne für das gesamte Team an. Weil Hertha aber eine lückenlose Kontaktverfolgung der vergangenen drei Tage nachweisen konnte, an denen nur zwei Mannschaftseinheiten stattfanden, durfte der Trainings- und Spielbetrieb weiterlaufen. Bis der vierte positive Test die Lage am späten Abend kippte.

Ab Mai droht Hertha ein Mammutprogramm

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Wo, wie und wann sich die Herthaner angesteckt haben, bleibt unklar. Bereits seit Wochen und bevor es die Deutsche Fußball-Liga anordnete, kommen bei Hertha zu den zwei obligatorischen PCR-Tests innerhalb einer Woche täglich Schnelltests zum Einsatz. Ab sofort sollen jeden Tag PCR-Tests, die eine viel höhere Genauigkeit aufweisen, durchgeführt werden. 

Damit ist es unwahrscheinlich, dass Torhüter Rune Jarstein das Virus einschleppte. Der Norweger erkrankte nach seiner Rückkehr von der Länderspielreise und befindet sich seit zwei Wochen in Isolation.

Training in den eigenen vier Wänden

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Das Gute: Während Jarstein länger über hohes Fieber klagte und vorerst nicht in den Trainingsbetrieb zurückkehrt, soll das nun infizierte Quartett bisher keine Symptome zeigen.

Das Training leitete Sportdirektor Arne Friedrich zusammen mit U23-Trainer Malik Fathi. Friedrich ist seit 2014 im Besitz einer Trainer-A-Lizenz, sollte die Mannschaft in Mainz coachen. Für die angeordnete häusliche Quarantäne zeigte Friedrich Verständnis. Es sei aus gesundheitlicher Sicht der absolut richtige Schritt. „Aus sportlicher Sicht trifft uns das natürlich.“

Die Mannschaft werde sich während der Isolation in den eigenen vier Wänden unter Anleitung des Trainerteams mit virtuellen Trainingseinheiten fit halten. „Wir nehmen die Situation trotz der schwierigen Umstände an und werden alles in unserer Macht Stehende für ein erfolgreiches Saisonfinale in die Waagschale werfen“, zeigt sich Friedrich kämpferisch.