DFB-Keeper Manuel Neuer lamentiert. Was ist, wenn das Spiel gegen Ungarn schief geht? dpa/Christian Charisius

In der Gruppe F der EM 2021 ist am letzten Spieltag noch alles drin für die deutsche Nationalmannschaft: im Guten, wie im schlechten. Bei entsprechenden Ergebnissen winkt der DFB-Elf nach der Partie gegen Ungarn sogar der Gruppensieg, doch die Mannschaft könnte als Gruppenvierter wenn es ganz mies läuft sogar komplett leer ausgehen. Das wollen wir nicht hoffen, doch es wäre nicht das erste Mal, dass die deutsche Nationalmannschaft bereits in der Vorrunde rausfliegt. Eine kleine Übersicht der deutschen Endstationen bei Fußball-Europameisterschaften.

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EM 1968 in Italien: Nicht qualifiziert

Ja. Das gab es auch mal: Bei der ersten angestrebten Teilnahme an einer Europameisterschaft war Deutschland nicht dabei. Man scheiterte in der Qualifikation an Jugoslawien und Albanien

EM 1972 in Belgien: Sieg

Bei der zweiten Teilnahme machte die deutsche Nationalelf die Schmach wieder gut. Im Finale besiegte die Mannschaft von Helmut Schön die Sowjetunion mit 3:0. Die Tore schossen Bayern-Stürmer Gerd Müller (2x) und der Gladbacher Herbert Wimmer.

EM 1976 in Jugoslawien: Aus im Finale

Ein riesiges Turnier war die EM 1976 noch nicht. Gerade einmal vier Mannschaften waren bei der Endrunde dabei: Deutschland, Gastgeber Jugoslawien, die favorisierten Niederlande und die Tschechoslowakei. Deutschland schaffte es ins Finale, genauso wie die Überraschungsmannschaft, der spätere Sieger die Tschechoslowakei. Die Entscheidung fiel im Elfmeterschießen: Bayer-Jungspund Uli Hoeneß jagte seinen Elfmeter in den Nachthimmel von Belgrad und der legendäre Antonin Panenka verlud den deutschen Torwart Sepp Maier und lupfte den Ball lässig in die Mitte. Noch heute ist diese Art einen Elfmeter zu schießen nach ihm benannt.

EM 1980 in Italien: Sieg

Bei der dritten geglückten Teilnahme holte Deutschland den zweiten Sieg! Unter Trainer Jupp Derwall schlug man im Finale Belgien mit 2:1. Matchwinner war das damalige Kopfballungeheuer Horst Hrubesch, der in den zehnten Minute zur 1:0-Führung und in der 88. zum späten Sieg traf. 

EM 1984 in Frankreich: Aus in der Vorrunde

Nach dem Sieg kam die Peinlichkeit! In einer Gruppe mit Portugal, Rumänien und Spanien war beim Turnier in Frankreich schon nach der Vorrunde Schluss. Zwar konnte die DFB-Elf gegen Rumänien gewinnen und gegen Portugal einen Punkt holen, doch gegen Spanien setzte es eine Niederlage. Am Ende reichte es nur zu Platz drei in der Gruppe. Trainer Jupp Derwall musste am Ende des Turniers seinen Hut nehmen.

EM 1988 in Deutschland: Aus im Halbfinale

Die DFB-Elf hatte Besserung geschworen und setzte sich in einer starken Gruppe mit Italien, Spanien und Dänemark als Gruppensieger durch, doch im Halbfinale war dann im Duell mit dem späteren Turniersieger Niederlande Schluss. Ein verwandelter Elfmeter von Kapitän Lothar Matthäus reichte der Mannschaft von Franz Beckenbauer nicht. Die Niederländer drehten das Spiel durch einen Strafstoß von Ronald Koeman und den späten Siegtreffer von Marco van Basten.

EM 1992 in Schweden: Aus im Finale

Als Weltmeister und mit einer durch die ehemaligen DDR-Spieler verbesserten Mannschaft reiste die deutsche Nationalelfan und scheiterte erst im Finale an der absoluten Überraschungsmannschaft. Die Dänen waren erst für die disqualifizieren Jugoslawen nachgerückt und spielten sich bis ins Endspiel vor. Dort blieb die Mannschaft von Berti Vogts ohne eigenen Treffer. John Jensen und Kim Vilfort besorgten die Treffer für Danish Dynamite. 

EM 1996 in England: Sieg

Es war die späte Revanche für das Finale 20 Jahre zuvor in Jugoslawien. Nach einem Turnier voller Verletzungen und Rückschläge gewann die deutsche Nationalmannschaft das Finale der EM 1996 gegen Tschechien. Entschieden wurde das Spiel durch das erste Golden Goal der Geschichte. Nachdem Patrik Berger die Tschechen in Führung gebracht hatte, konnte der eingewechselte Oliver Bierhoff noch in der regulären Spielzeit ausgleichen. Der heutige Nationalelf-Manager war es auch, der in der 95. Minute das Golden Goal zum Titel schoss. Es war der bislang letzte Triumpf bei einer Europameisterschaft.

EM 2000 in Belgien und der Niederlande: Aus in der Vorrunde

Und wieder war bei der DFB-Elf, die den Titel verteidigen wollte, nach der Vorrunde Schluss. Die durchaus fragwürdig zusammengestellte Mannschaft von Erich Ribbeck scheiterte in der Gruppenphase erneut an Rumänen und Portugal - diesmal war zudem England mit dabei. Ohne Sieg und mit nur einem geschossenen Tor (Mehmet Scholl traf beim 1:1 gegen Rumänien) schied die Mannschaft aus, Ribbeck musste gehen. 

EM 2004 in Portugal: Aus in der Vorrunde

Zum zweiten Mal in Folge kam die deutsche Elf nicht über die Vorrunde hinaus. Rudi Völler konnte den Erfolg des 2002 erreichten WM-Finals nicht wiederholen. Seine Mannschaft scheiterte in der Gruppe an den Niederlanden, Tschechien und Lettland. Diesmal holte die DFB-Elf immerhin zwei Punkte (ein 1:1 gegen die Niederlande und ein 0:0 gegen Lettland), weil es aber am letzten Spieltag eine 1:2-Niederlage gegen die B-Elf der bereits qualifizierten Tschechen setzte, war das Turnier vorzeitig beendet. Rudi Völler wurde entlassen, Jürgen Klinsmann und Jogi Löw übernahmen. Letzterer begründete eine sehr erfolgreiche Ära.

EM 2008 in Österreich und der Schweiz: Aus im Finale

Das Sommermärchen im eigenen Land hatte Fußballdeutschland wieder aufgeweckt. Bei seinem ersten Turnier als Chef führte Jogi Löw die DFB-Elf direkt ins Finale. Dort setzte es aber eine 0:1-Pleite gegen die Spanier, die zu diesem Zeitpunkt das Maß aller Dinge im Weltfußball waren. Fernando Torres lief Philipp Lahm davon und netzte an Torwart Jens Lehmann vorbei ein.

EM 2012 in Polen und der Ukraine: Aus im Halbfinale

Nach der berauschenden WM 2010 sorgte das Aus im Halbfinale der EM 2012 gegen Italien durchaus für Missmut. Zudem war ziemlich eindeutig, dass sich Löw in diesem Spiel vercoacht hatte, da er sich nicht auf die eigene Stärke verließ, sondern in Toni Kroos einen speziellen Bewacher für Andrea Pirlo aufstellte. Den Ausgang kennt jeder: Mario Balotelli traf doppelt, zog sein Shirt aus und spannte die Muskeln an. Ein von Mesut Özil in der Nachspielzeit verwandelter Handelfmeter war nur Ergebniskosmetik.

EM 2016 in Frankreich: Aus im Halbfinale

Und wieder reichte es nur fürs Halbfinale. So richtig überzeugte die als Weltmeister angereiste DFB-Elf das gesamte Turnier nicht. Zwar kam man ohne Gegentor durch die Gruppenphase und schaltete dann im Achtelfinale souverän die Slowakei und im Viertelfinale in einem denkwürdigen Elfmeterschießen Italien aus, doch Gastgeber Frankreich war am Ende eine Nummer zu groß. Zwei Treffer von Antoine Griezmann (einer nach einem von Bastian Schweinsteiger verursachten Handelfmeter) kickten die Deutschen aus dem Turnier.