Da ist die Welt beim BFC Dynamo noch in Ordnung: Andor Bolyki trifft per Kopf zum 1:0 in Fürstenwalde. Patrick Skrzipek

Matchball vergeben. Der BFC Dynamo schafft bei Union Fürstenwalde nur ein 1:1 (1:0) und muss die Meisterfeier in der Regionalliga Nordost noch mal vertagen. Zwei Spieltage vor Schluss sind es auf Jena (4:1 in Auerbach) nun „nur“ sechs Punkte und plus 15 Tore Vorsprung. Theoretisch ist das der Titel, praktisch aber eben noch nicht. Weil rechnerisch noch was geht.

Dynamo wollte mit einem Dreier so gern den Deckel draufmachen. Knapp 2000 Fans waren mit ins Stadion an der Hangelsberger Chaussee gekommen. Alles war bereit für die große Party.

Dynamo ohne fünf Stammspieler

Auch ohne fünf absolute Stammspieler (Joey Breitfeld, Sebastian Hertner, Chris Reher fehlten gesperrt, Niklas Brandt verletzt, Andi Wiegel krank) sollte es beim Abstiegskandidaten doch reichen. Und es lief auch alles nach Plan. Erst recht, als Andor Bolyki eine Flanke des Ex-Fürstenwalders Darryl Geurts zum 1:0 einköpfte (32.). Und dass es keine höhere Führung wurde, verhinderte eigentlich nur Union-Torwart Marcin Staniszewski.

Mitte der zweiten Hälfte kochte die Stimmung immer weiter hoch, Dynamo-Ultras zelebrierten schon eine Pyro-Show, Schiri  Lars Albrecht überlegte kurz, ob er das Spiel sogar unterbrechen soll (65.). Tat er nur für Sekunden. Puh.

Aber irgendwie war mit dem Feuer auf den Rängen das Feuer auf dem Rasen raus beim BFC. Und als dann Valentin Rode sogar der Ausgleich gelang (80.), wurden die Beine immer weicher. Als Schiri Albrecht nach sechs Minuten Nachspielzeit abpfiff, wusste keiner im Stadion, was er machen sollte. Auf dem Platz sahen die Dynamos aus, als wären sie gerade abgestiegen, auf den Rängen herrschte Stille.

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Dynamo-Trainer Benbennek sauer

Es sollte das erste Highlight der Saison werden und nun das. Auch BFC-Trainer Christian Benbennek kämpfte mit sich und beruhigte alle aufgeregten Geister: „Ich hätte den Jungs das hier so sehr gegönnt. Aber, hey, wir haben ohne fünf absolute Stammspieler gespielt, mussten während der Partie umstellen. Das ist doch normal, dass dann auch mal die Beine weich werden.“

Aber dass die Nerven auch bei ihm blank liegen, zeigte er im Anschluss. Auf die Frage, ob seine Jungs dann nächsten Sonnabend gegen den BAK alles klar machen, knurrte er: „Ja, oder danach irgendwann.“ Und als der TV-Reporter dann noch fragte, ob er weiter optimistisch sei, platze ihm dann der Kragen: „Vor dem Spiel kommen alle und fragen nur nach der Feier, jetzt wird gefragt, ob ich noch optimistisch bin. Oh Mann. Ich gebe erst mal keine Interviews mehr, bis alles durch ist.“ Sprach's und stapfte sauer davon ...

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Drittliga-Relegation ist terminiert

Nur: Wenn sich alle wieder beruhigt haben, hilft dann doch der Blick auf die Tabelle. Und da stehen weiterhin sechs Punkte Vorsprung und plus 15 Tore. Heißt, die Relegation gegen den Nord-Meister um den Aufstieg in die 3. Liga wird kommen. Und da terminierte der DFB die Play-offs: Das Hinspiel steigt am 28. Mai in Berlin, das Rückspiel dann am 4. Juni - Stand jetzt - beim VfB Oldenburg.

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