Die BFC-Fans bringen es auf den Punkt: Ein Meister muss direkt aufstiegen, die Relegation gehört abgeschafft. Patrick Skrzipek

Die letzte Entscheidung der Saison im deutschen Profifußball der Spielzeit steht an. Es geht um den letzten freien Platz in der 3. Liga. Der VfB Oldenburg will an diesem Sonnabend (14 Uhr) das 2:0 aus dem Hinspiel im Sportforum gegen den BFC Dynamo verteidigen. Der hingegen das Wunder vom Marschweg schaffen. Hier lesen Sie alles, was sie zum Relegations-Duell der beiden Traditionsklubs wissen müssen.

Wo wird das Spiel übertragen: Sowohl RBB als auch der NDR zeigen das Spiel ab 14 Uhr in ihren dritten Programmen. Zusätzlich gibt es ab 12 Uhr ein Public Viewing im Sportforum am Vereinsheim.

Gib es noch Karten? Nein, der Kick im 12.000 Besucher fassenden Marschwegstadion ist ausverkauft. Obwohl Dynamo nur das offizielle Kontingent von 10 Prozent an Gästetickets bekommen hat, werden weitaus mehr als die zugelassenen 1200 BFC-Anhänger in Oldenburg sein. Bis zu 2500 Fans wollten live vor Ort dabei sein, hatten sich vorab mit Karten eingedeckt.

Offen ist aber, ob alle nach der ernüchternden Pleite im Hinspiel jetzt noch den Trip nach Niedersachen machen. 446 km trennen das Sportforum vom Marschweg. Diese Ochsentour wird sich jetzt angesichts der schlechten Ausgangslage nicht mehr jeder antun wollen.

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Oldenburg hat die Lizenz angeblich sicher

Kann es Verlängerung geben? Ja, natürlich. Bei jedem Sieg der Dynamos mit zwei Toren Vorsprung wird es 30 Minuten oben drauf geben. Also egal ob 2:0, 3:1, 4:2 etc. Die Auswärtstorregel gilt nicht mehr. Zum Aufsteigen braucht es aber einen Effolg mit drei Toren Vorsprung. Sollte es nach 120 Minuten in der Addition der beiden Partien immer noch pari stehen, gibt es ein Elfmeterschießen. Das soll sogar geübt worden sein beim BFC.

Fällt eine Entscheidung womöglich am grünen Tisch? Eher nicht. Wie Dynamo musste auch der VfB Oldenburg seinen Lizenzantrag zum 1. Juni nachbessern. Knackunkt bei den Niedersachsen war die Spielstätte. Der Ex-Zweitligist behauptet auf seiner Homepage, alle Probleme seien geöst, macht aber um das zu benennende Ausweichstadion für Abendspiele ein Geheimnis. Derzeit soll der Fokus allein auf dem Spiel liegen! Im Marschwegstadion soll ein mobiles Flutlicht installiert werden, damit es für die regulären Anstoßzeiten keine Probleme für den übertragenden Sender Telekom gibt.

Gibt es beim BFC eine Aufstiegsprämie? Stand jetzt, nein! Wäre auch schlecht vermittelbar, wenn man bedenkt, dass die Fans ihr letztes Hemd gaben, um die benötigten 900.000 Euro für die vom DFB geforderte Bürgschaft zusammenzubekommen. Die Kicker des BFC sollen indirekt belohnt werden. Keiner soll nach dem Aufstieg vom Hof gejagt werden, obwohl natürlich für die 3. Liga Verstärkungen notwendig sind, wenn man dort bestehen will.

Kann der BFC im kommenden Jahr direkt aufsteigen? Leider nein. Auch in der Spielzeit 2022/23 wartet am Ende für den Nordostmeister das Nadelöhr Relegation. Diesmal gegen den Meister der Regionalliga Bayern. Ein direkter Aufstiegsplatz steht dem Nordosten erst wieder in der Spielzeit 2023/24 zu. Unfair? Ja, aber so ist es nun mal.

Gutes Omen: Am 4. Juni hat der BFC bislang nur ein Pflichtspiel bestritten, das aber war ein Erfolg. Im Endspiel des FDGB-Pokals wurde 1988 CZ Jena mit 2:0 nach Verlängerung bezwungen. Die Tore im Stadion der Weltjugend schossen Thomas Doll und Michael Scholz.

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