Noch Fragen, worum es in Oldenburg geht? Um den Aufstieg! Um die 3. Liga. Für Berlin und für Dynamo! Patrick Skrzipek

Die Lage? Nicht gut. Das weiß jeder beim BFC Dynamo nach dem 0:2 gegen den VfB Oldenburg in Hinspiel der Drittliga-Relegation. Aber wie sang Katja Ebstein 1970 einst so schön: Wunder gibt es immer wieder ... Und hey, es gibt auch Gründe, warum Dynamo dieses kleine Fußball-Wunder schaffen kann. Der KURIER nennt sieben davon als Mutmacher für das Rückspiel am Sonnabend (14 Uhr/RBB) in Oldenburg.   

Die Psyche: Dynamo hat nichts mehr zu verlieren, kann also befreit aufspielen. Das Kind ist ja durch das 0:2 im Hinspiel quasi schon in den Brunnen gefallen, was soll also noch Schlimmes passieren? Anders die Hausherren. Die könnten noch vom Olymp stürzen.

Der Wettkampfrhythmus: Die Weinrot-Weißen hatten den Nachteil, dass sie beim Hinspiel 14 Tage ohne ernsthafte Bewährungsprobe hinter sich hatten, während Oldenburg voll im Rhythmus blieb, weil sie am 21. Mai noch ein Punktspiel zu bestreiten hatten. Nun ist Dynamo wieder im normalen Flow, wird sich also nicht mühsam in das Spiel hineintasten müssen wie beim 0:2 im Hinspiel, als die Kugel eigentlich erst nach der Pause richtig rollte.

Der BFC hat den Bürgschaftskampf gewonnen

Die Fans: Die Oldenburger werden ihr blaues Wunder erleben. Natürlich haben sie nur das offizielle Kartenkontingent von 10 Prozent für den Dynamo-Anhang zur Verfügung gestellt. Doch der BFC-Fan ist trickreich, hat sich bereits umfangreich mit Tickets eingedeckt. Die BFC-Fans werden in Massen rübermachen! Die Weinrot-Weißen werden im Stadion am Marschweg also nicht zu übersehen sein. Und zu überhören schon gar nicht. Unterstützung von den Rängen kann nie schaden.

Die Bürgschaft: Dynamo hat es geschafft und die vom DFB als Sicherheit für den Spielbetrieb verlangten zusätzlichen 900.000 Euro (rund ein Viertel des eigentlichen Jahresetats für die 3. Liga) zusammengekratzt. Diese Hürde – und die war ähnlich schwer zu meistern wie jetzt die Aufgabe beim VfB – ist also schon einmal genommen. Sollte eigentlich beflügeln.

BFC Dynamo kann auch geduldig sein

Die Taktik: Natürlich wird Dynamo versuchen, den Gastgeber in den ersten Minuten einen einzuschenken. Könnte deren Herrlichkeit ja ordentlich ins Wackeln bringen, wenn ihr schöner Zwei-Tore-Vorsprung früh schmilzt. Doch der BFC wird, wenn das nicht klappt, nicht einfach auf Teufel komm raus weiter stürmen, sondern notfalls Geduld zeigen. Taktisch flexibel genug ist die Truppe von Christian Benbennek dafür. Und zwei Tore können ja in den ganzen 90 Minuten plus Nachspielzeit erzielt werden, sie müssen nicht gleich zum Start fallen.

Die Torgefährlichkeit: Der BFC ist in dieser Spielzeit noch nie zwei Mal in Folge torlos geblieben. Das sollte jedem bei Dynamo bewusst sein. Und ein Treffer könnte ja schon die halbe Miete sein am Sonnabend beim Rückspiel in Oldenburg.

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Historischer Tag: Der 4. Juni ist historisch gesehen ein ganz besonderer Tag. Da endete eine im Jahr 1940 unter den Codenamen Operation Dynamo bekannt gewordene humanitäre Rettungsaktion, die Ende Mai begonnen hatte und eben am 4. Juni erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Es war die Evakuierung der französischen und englischen Truppen aus der eingekesselten Stadt Dünkirchen. Ein kleines Wunder, bei dem das Leben von rund 340.000 Briten und Franzosen gerettet werden konnte. Es war die bis dahin größte Evakuierungsmaßnahme der Geschichte, die erfolgreich zu Ende gebracht worden war und die eigentlich keiner wirklich für möglich gehalten hatte.

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All das sollte dem BFC bei seiner heutigen Operation Dynamo, sprich dem Aufstieg in die 3. Liga, doch Mut machen.

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