Es gibt Märchenfilme, die zu DDR-Zeiten Kult waren, die heute aber nahezu in Vergessenheit geraten sind. Dazu gehört ohne Zweifel „Die wahnsinnig traurige Prinzessin“, ein tschechischer Film, der jetzt endlich wieder im TV zu sehen ist. In der DDR war er ein Hit, was auch an der Besetzung lag: Sängerin und Schauspielerin Helena Vondráčková spielte in dem Film die Prinzessin – und Schlager-Star Václav Neckář, dessen Lied „Krokodil Theophil“ in der DDR ein Hit war, trat als Prinz auf. Heute machen sich seine Fans große Sorgen um den Kult-Sänger.
„Die wahnsinnig traurige Prinzessin“ läuft wieder im TV
Am Sonntag läuft „Die wahnsinnig traurige Prinzessin“ endlich wieder im Fernsehen – der Film, der zu den beliebtesten Märchenfilmen aus Tschechien gehört, ist bei einigen in den vergangenen Jahren in Vergessenheit geraten. Am Pfingstsonntag ist der Streifen nun wieder zu sehen – und Märchen-Fans können wieder in die tolle Geschichte aus dem Jahr 1968 abtauchen.
Der Film dreht sich um zwei Könige, die ihre Kinder miteinander verheiraten wollen, um ihre Königreiche zu verbinden: Der eine hat einen Thronfolger, der andere eine schöne Tochter als Erbin. Allerdings will der Nachwuchs die Entscheidung der Väter nicht so einfach akzeptieren … Als es zur Zusammenführung kommen soll, ist der Prinz plötzlich spurlos verschwunden. Werden sich die beiden auf anderen Wegen kennenlernen – und haben Prinz und Prinzessin eine gemeinsame Zukunft, wie es dem Wunsch ihrer Väter entspricht? Das sehen die Zuschauer am Sonntag um 16.50 Uhr im MDR.

Gedreht wurde der Film bereits 1968, die meisten Szenen entstanden auf Schloss Bojnice in der tschechischen Republik. Eine Besonderheit waren zweifelsohne die Darsteller: Für „Die wahnsinnig traurige Prinzessin“ wurden mit Helena Vondráčková und Václav Neckář zwei Musik-Stars für die Hauptrollen engagiert, die die Filmmusik selbst interpretierten. Sie trugen maßgeblich zum Erfolg des Films bei. Als der Streifen produziert wurde, gehörten die beiden übrigens zum Gesangstrio Golden Kids, das damals in der Tschechischen Republik große Erfolge feierte.
Václav Neckář erlitt 2002 einen Schlaganfall
Während Helena Vondráčková heute noch immer öffentlich in Erscheinung tritt, war es um Schlager-Star Václav Neckář in den vergangenen Jahren zwischenzeitlich ruhig geworden. Das hängt auch mit seiner Gesundheit zusammen: Im Jahr 2002 erlitt der Sänger, dessen Lied „Krokodil Theophil“ in der DDR ein großer Hit war, einen Schlaganfall. Die Folgen waren verheerend. Václav Neckář musste das Sprechen neu lernen, sich die Texte seiner einst berühmten Lieder wieder vollkommen neu erarbeiten. Er brauchte Jahre, um wieder singen zu können. Danach machte er aber wieder Musik.

Erst Anfang Mai sorgte der Sänger nun erneut dafür, dass sich seine Fans große Sorgen machten. Václav Neckář sollte mit seiner Band eigentlich bei den Feierlichkeiten zum Maifeiertag im tschechischen Pilsen auftreten, musste aber kurzfristig absagen. Im Netz wurde ein Video veröffentlicht, das den Sänger kraftlos und abgemagert im Schlafanzug zeigte. „Es tut mir leid, dass ich heute nicht bei eurem Konzert auftreten kann … Mir geht es nicht gut“, sagte er. Er freue sich darauf, beim nächsten Mal wieder für seine Fans da zu sein. Eine Nachricht, die seine Anhänger trotzdem beunruhigte.

Václav Neckář will auf der Bühne sterben
Etwas später gab es Entwarnung: Wie CNN Prima News berichtete, habe ihn eine Erkrankung zur Absage gezwungen – diese habe er aber überstanden. „Václav Neckář ist nach einer Atemwegserkrankung, die ihn letzte Woche zur Absage eines geplanten Konzerts in Pilsen zwang, wieder fit“, hieß es von seinem Manager Karel Jiříček. Er sei inzwischen schon wieder aufgetreten: In Prag sang er nicht nur seine größten Hits, sondern auch Lieder aus dem Film „Die wahnsinnig traurige Prinzessin“. Das Märchen ist eben einfach untrennbar mit dem tschechischen Sänger verbunden.
Darüber, dass der Sänger noch immer auftritt, ist sein Bruder Jan Neckář übrigens nicht glücklich. Im Interview mit dem tschechischen Nachrichtenportal Super.cz sagte er, dass er die Konzerte von Václav Neckář meidet. „Er sagt, er wolle auf der Bühne sterben. Aber ich will nicht dabei sein“, sagte er. Er wolle seinen Bruder natürlich sehen, aber mit den Konzerten nichts zu tun haben.
Bruder von Václav Neckář kritisierte seine Auftritte
In einem anderen Gespräch kritisierte er: „Ich habe ihm empfohlen, auf dem Höhepunkt aufzuhören. Ich würde sagen, wir hatten die Grenze bereits überschritten.“ Wie lange es Václav Neckář noch schafft, auf der Bühne zu stehen, wird sich zeigen – seine Fans hoffen jedenfalls, dass es ihm die Gesundheit erlaubt, dass er noch lange auftreten und seine Hits singen kann. Ob nun die Lieder aus „Die wahnsinnig traurige Prinzessin“ – oder seinen DDR-Knaller „Krokodil Theophil“.


