Erinnern Sie sich?

DDR-Legende Dornröschen: Der tragische Tod der Märchenprinzessin

„Dornröschen“ machte Juliane Korén zum Star der DDR – doch ihr Leben endete tragisch. Ein Blick auf den beliebten Märchenfilm und sein Gesicht.

Author - Florian Thalmann
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Juliane Korén spielte im Märchen „Dornröschen“ die Prinzessin, die in einen 100 Jahre dauernden Schlaf fällt – und wurde mit dem Film zur Märchen-Legende der DDR!
Juliane Korén spielte im Märchen „Dornröschen“ die Prinzessin, die in einen 100 Jahre dauernden Schlaf fällt – und wurde mit dem Film zur Märchen-Legende der DDR!DEFA/Youtube

Im März 1971 feierte ein Märchenfilm Premiere, der später auf der Liste der erfolgreichsten Filme der DDR landen sollte: Dornröschen! Das bezaubernde Märchen aus den Sammlungen der Gebrüder Grimm wurde in den Defa-Studios in Babelsberg verfilmt und schlug ein: Rund 4,5 Millionen Kinozuschauer schauten sich den Streifen an und ließen sich von Schauspielerin Juliane Korén verzaubern. Doch das Leben der Defa-Prinzessin endete tragisch. Wir erinnern an den Märchen-Star der DDR und den Film „Dornröschen“.

DDR-Film „Dornröschen“ entstand in Babelsberg

Der herrliche Märchenfilm wird am Sonntag wieder gezeigt, läuft zu den Feierlichkeiten des 80-Jahre-Jubiläums der Defa um 16.50 Uhr im MDR. Film-Fans aus dem Osten können wieder in Erinnerungen schwelgen und die schöne Geschichte bestaunen. Der Film entstand wie viele berühmte Märchenfilme der Defa in den Studios in Babelsberg, allerdings wurden auch Außenaufnahmen beispielsweise in Torgau in Sachsen gemacht. Hier diente das Schloss Hartenfels als Kulisse.

Die Geschichte der Gebrüder Grimm dürfte jeder kennen: Zur Geburt der Königstochter wird auf dem Schloss des Königs ein Fest gegeben. Alle Feen werden eingeladen, nur die Fee des Fleißes darf nicht zum Fest kommen, weil ein Gedeck fehlt. Die Fee ist daraufhin außer sich und spricht einen Fluch aus: Wenn die Prinzessin fünfzehn Jahre alt wird, soll sie sich an einer Spindel stechen und sterben. Eine der Feen schwächt den Fluch ab: Die Prinzessin soll sich zwar an der Spindel stechen, aber nur 100 Jahre schlafen.

Am 15. Geburtstag entdeckt Dornröschen einen Turm, in dem die 13. Fee sitzt. Die junge Frau sticht sich an einer Spindel und schläft 100 Jahre. Der Film gehört zu den schönsten Märchen der DDR.
Am 15. Geburtstag entdeckt Dornröschen einen Turm, in dem die 13. Fee sitzt. Die junge Frau sticht sich an einer Spindel und schläft 100 Jahre. Der Film gehört zu den schönsten Märchen der DDR.DEFA/Youtube

Zwar lässt der König daraufhin alle Spindeln in seinem Reich verbrennen, an ihrem 15. Geburtstag entdeckt die Prinzessin trotzdem einen Turm, in dem die 13. Fee eingeschlossen ist und spinnt. Sie sticht sich an der Spindel – und schläft ein.

Auch alle anderen Bediensteten des Schlosses fallen in Tiefschlaf und eine Dornenhecke wächst um das Schloss. Nur der Kuss eines Prinzen kann die Prinzessin aus ihrem Schlaf wecken. Wird sich ein mutiger Prinz finden, der das Dornröschen wieder zum Leben erweckt – und werden die beiden glücklich? Schalten Sie doch am Sonntag um 16.50 Uhr ein, wenn der Film wieder im MDR zu sehen ist.

Juliane Korén wurde in „Dornröschen“ zum DDR-Star

Der Märchenfilm aus der DDR machte nicht nur die Geschichte der Gebrüder Grimm unsterblich, sondern sorgte auch dafür, dass Schauspielerin Juliane Korén einen festen Platz im Herzen der Märchenfans des Ostens bekam.

Sie schlüpfte in die Rolle des Dornröschens und hauchte der Märchenfigur Leben ein. Juliane Korén wurde in Weimar geboren, wuchs in Ost-Berlin auf und spielte schon mit vier Jahren in einem Film mit. Nach dem Schauspielstudium an der berühmten Schauspielschule Ernst Busch in Berlin ging es für sie auf die Bühne des Maxim-Gorki-Theaters in Berlin.

Werden Dornröschen und der Prinz, der sie wachgeküsst hat, am Ende glücklich? Das erfahren die Zuschauer unter anderem am Sonntag um 16.50 Uhr im MDR.
Werden Dornröschen und der Prinz, der sie wachgeküsst hat, am Ende glücklich? Das erfahren die Zuschauer unter anderem am Sonntag um 16.50 Uhr im MDR.DEFA/Youtube

Juliane Korén spielte daraufhin in den Theatern in Stendal, Magdeburg, Dessau und im Theater der Bergarbeiter in Senftenberg. Anfang der 70er-Jahre wurde sie auch zum Defa-Star, stand in mehr als 20 Film- und Fernsehproduktionen vor der Kamera. „Dornröschen“ war einer ihrer ersten großen Filme.

„Die Prinzessin war wie ein Teenie. Ich trug ein kurzes Kleid mit Petticoat und tanzte ausgelassen durchs Schloss“, erinnerte sich die Schauspielerin später in einem Interview mit der SUPERillu. Das Spinnen habe sie extra für den Film gelernt und sogar Spaß daran entwickelt. „Ich hatte sogar überlegt, mir ein Spinnrad zu kaufen.“

DDR-Dornröschen Juliane Korén war Publikumsliebling

Die Schauspielerin Juliane Korén stand nach dem Märchen-Auftritt noch in vielen Filmen und Serien vor der Kamera, wurde zu einem Publikumsliebling der DDR. So spielte sie bei „Meine Schwester Tilli“ mit, später aber auch bei „Polizeiruf 110“, „Der Staatsanwalt hat das Wort“ und „Stubbe – Von Fall zu Fall“. Außerdem lieh sie Hörbuchproduktionen ihre Stimme. Unvergessen etwa ihr Auftritt als Nachbarsmärchen Gerda im berühmten DDR-Hörspiel „Die Schneekönigin“ und ihre Rollen in „Die Regentrude“ und „Der standhafte Zinnsoldat“.

Zwischendurch lebte Juliane Korén in Hamburg, stand auch hier auf der Bühne. Die Märchen ließen sie auch Jahre nach dem Auftritt in „Dornröschen“ nicht los, ein Überbleibsel aus der Kindheit, wie sie verriet. „Bei uns zu Hause gab es keinen Fernseher. Mein Vater wollte, dass wir lesen.“ 2013 zog sie wieder nach Berlin, doch das Leben der Schauspielerin endete viel zu früh.

DDR-Star Juliane Korén starb viel zu früh an Krebs

Juliane Korén starb im Alter von 67 Jahren an den Folgen einer langen Krebserkrankung. Trauer im Hamburger Schauspielhaus, wo sie zuletzt auf der Bühne stand. „Dass diese so liebenswerte, mutige, sensible und weise Künstlerin nun nicht mehr bei uns sein wird, ist eine Nachricht, die uns zutiefst traurig macht“, hieß es aus dem renommierten Theater.

Erinnern Sie sich an das Dornröschen der DDR? Und welche Märchenfilme sehen Sie noch besonders gern? Schicken Sie uns Ihre Meinung per Mail an wirvonhier@berlinerverlag.com. Wir freuen uns auf Ihre Zuschriften!