Unzählige Filme sind zu DDR-Zeiten in den heiligen Hallen der Defa entstanden – doch während einige auch heute bei vielen noch lebhafte Erinnerungen wecken, sind andere im Laufe der Zeit deutlich in den Hintergrund gerückt. Doch manchmal kommen sie plötzlich wieder, die kultigen Filme aus der DDR – wie dieser: Erinnern Sie sich noch an die beliebte Komödie „Zwei schräge Vögel“? Der Film war einer der letzten Defa-Streifen der DDR, ist Kult – und jetzt können Sie ihn kostenlos schauen! Wir verraten, wie Sie an den Streifen aus der DDR gratis und ohne Streaming-Konto rankommen.
„Zwei schräge Vögel“ wurde letzter Kult-Film der DDR
Der Streifen wurde im Jahr 1988 produziert, wurde im Jahr 1989 veröffentlicht. Und wurde damit ganz knapp zu einem der letzten Defa-Filme der DDR: In den Kammerlichtspielen in Cottbus wurde am 12. September 1989 die Premiere gefeiert, am 22. September 1989 kam „Zwei schräge Vögel“ dann in die Kinos der DDR.
Nur wenige Wochen später war der 9. November 1989, die Mauer fiel – und das Ende der DDR wurde besiegelt. Doch nicht nur deshalb war der Film etwas Besonderes: Es handelt sich um eine Satire, die auch viele Probleme der DDR auf die Schippe nahm.
In dem Streifen geht es um die beiden Informatikstudenten Peter „Kamminke“ Galetzky (gespielt von Matthias Wien) und Frank Lettau (Götz Schubert), die an der Hieronymus-Lotter-Universität in Leipzig an ihrer Diplomarbeit schreiben. Sie entwickeln dafür ein System zur Suche von Fehlern in Software.
Beide sind in die gleiche Frau verliebt: Gina Menzel (Gerit Kling) hat ihnen den Kopf verdreht. Doch weil ihr Programm für Schwierigkeiten an der Uni sorgt (für die die beiden nichts können), werden sie ins thüringische Finsterberg-Dodeleben abgeschoben, wo sie in der Produktion des VEB Stirnräder arbeiten sollen.

Dort wird allerdings veraltete und fehlerbehaftete Computertechnik benutzt. Mit der Hilfe der Sachbearbeiterin Petra Anschütz (Simone Thomalla) brechen die beiden in der Silvesternacht in die VEB-Räume ein, um die Technik mithilfe ihres Computerprogramms eine wichtige Produktionsanlage zu reparieren.
Wird es ihnen gelingen – und bringen sie die Maschine wieder zum Laufen? Und was passiert mit Petra, in die beide natürlich erneut gleichzeitig verliebt sind? Das können die Zuschauer bei „Zwei schräge Vögel“ sehen, einem der letzten Filme der DDR.
DDR-Kultfilm „Zwei schräge Vögel“ gibt es jetzt gratis
Den gibt es jetzt nämlich kostenlos: Auf dem YouTube-Kanal „DEFA Filmwelt“ stellt die Defa-Stiftung, die den Film-Schatz der Defa verwaltet, immer wieder Filme ein, die beinahe in Vergessenheit geraten sind. Erst seit Tagen gibt es hier nun die Satiren „Zwei schräge Vögel“ – kostenlos und für jeden zum Anschauen!
Wer reinguckt, wird auch einige bekannte Orte des Ostens wiedererkennen. Gedreht wurde der Streifen nämlich unter anderem in Großbreitenbach im ehemaligen DDR-Bezirk Suhl und auf der Moritzbastei in Leipzig.
Auch die Besetzung liest sich wie ein kleines Lexikon der Ost-Stars: Neben den schon genannten Hauptdarstellern sind in „Zwei schräge Vögel“ auch Defa-Legende Fred Delmare, die Schauspiel-Stars Jaecki Schwarz und Peter Sodann, Willi Schwabe (bekannt auch aus „Willi Schwabes Rumpelkammer“) und Kabarettist Uwe Steimle zu sehen. Auch Märchen-Star Peter Dommisch, Schauspieler Edgar Külow (er war unter anderem der Assistent vom „Zauberpeter“) und Schauspieler und Regisseur Jürgen Mai sind zu sehen.
DDR-Film „Zwei schräge Vögel“ lohnt sich für alle!
Der Film lohnt sich aber auch aus anderen Gründen: Es war einer der wenigen Streifen, die die Missstände der DDR witzig aufarbeiteten. Hier werden Themen angesprochen, die in DDR-Filmen eigentlich ein Tabu waren – und Sprüche geklopft, bei denen man eigentlich vermuten würde, dass Regisseur Erwin Stranka durch die Stasi von der Premierenfeier abgeholt wurde.
„Der Sozialismus braucht jeden, aber keiner weiß, wo“, heißt es dort unter anderem. Und: „In der Spitze sind wir halt nur Durchschnitt, aber im Durchschnitt sind wir absolute Spitze.“

Die Zuschauer feiern den kultigen Film noch heute. „Habe den Film 1989 während meiner Armeezeit im Kinosaal der Kaserne gesehen und war damals erstaunt, dass in einem Defa-Film wenn auch komödiantenhaft auf Missstände in VEB-Betrieben aufmerksam gemacht wurde“, schreibt ein Nutzer unter dem Film auf YouTube.
„Habe ihn nun nach 37 Jahren endlich mal wieder sehen dürfen und habe mich wie damals köstlich amüsiert.“ Und einer freut sich: „Endlich gibt’s diesen Film hier, habe ich (passend) als Informatik-Student (also auch schräger Vogel damals) kurz vor der Wende gesehen und danach nie wieder.“


