Es hat schon etwas vom Wilden Westen. Innerhalb eines Tages wurde in Berlin zweimal auf Geschäfte geschossen. Am Sonntagmorgen auf eine Bar in Wedding, am Sonntagabend auf eine Autowerkstatt in Neukölln. Geht es dabei wie so oft in den vergangenen Wochen wieder um Schutzgelderpressungen?
Sonntagabend: Schüsse auf eine Autowerkstatt
In Berlin kommt es seit Mitte vergangenen Jahres immer wieder zu Anschlägen auf Geschäfte, Spätverkaufsstellen und Shisha-Bars. Erst am Mittwoch hatten Unbekannte auf die Fensterscheibe einer Shisha-Bar in Charlottenburg geschossen.
Am Sonntagabend ab 18 Uhr waren Polizei und Kriminaltechniker im Neuköllner Boschweg im Einsatz. Dort wurden mehrere Schüsse (mindestens zwei) auf die Eingangstür einer Kfz-Werkstatt abgegeben. Die Ermittlungen laufen, Spuren wurden bis spät in die Nacht gesichert.

Wenige Stunden zuvor war die Hook-Bar in der Weddinger Barfusstraße Ziel eines Anschlags. Hier wurde auf die Scheiben geschossen, ein Gast durch umherfliegende Glassplitter verletzt. Die Polizei wurde gegen 9.15 Uhr am Morgen alarmiert.
Sondereinheit BAO Ferrum der Polizei ermittelt
Auffällig: Im Fall der Anschläge auf die Shisha-Bar und die Autowerkstatt hat jetzt die Sondereinheit BAO Ferrum der Berliner Polizei die Ermittlungen übernommen. Diese Sondereinheit wurde erst im November aufgrund von vermehrten Schutzgelderpressungen und der damit verbundenen gestiegenen Waffengewalt in Berlin gegründet.

Gut 100 Beamte sind Tag und Nacht unterwegs, „um konsequent gegen gewalttätige Gruppen und Schusswaffenkriminalität vorzugehen“, wie die Polizei mitteilte. „Dabei werden einsatzrelevante tatverdächtige Personen und polizeibekannte OK-Treffpunkte schon bei ersten Verdachtsmomenten angesteuert und kontrolliert.“



