Ja, es hat geschneit in Berlin, aber von einer Schneekatastrophe ist die Stadt mit aktuellen Schneehöhen zwischen sechs und zwölf Zentimetern weit entfernt. Dennoch muss der Bezirk Neukölln nun neun Schulturnhallen „aufgrund der aktuellen Witterungsbedingungen und der dadurch entstandenen Schneelast“ für den Trainings- und Spielbetrieb sperren, bis der Schnee geräumt ist. Das geht aus einer dem BUND Berlin vorliegenden E-Mail des Bezirks an die Nutzenden der Hallen hervor.
Diese Turnhallen sind betroffen
Von der Sperrung für den Schulsport und für Vereine sind demnach die Turnhallen der Christoph-Ruden-Schule, der Hermann-Boddin-Schule, der Bruno-Taut-Schule, der Elbe-Schule, der Hans-Fallada-Schule, der Karlsgarten-Schule, der Thomas-Morus-Schule, der Albert-Einstein-Schule und der Theodor-Storm-Schule betroffen.
Verheerende Katastrophen wegen Schneelast
Nach verheerenden Unglücken wie vor genau 20 Jahren in Bad Reichenhall, wo das Dach einer Eishalle unter Schneelast einstürzte und 15 Menschen, meist Kinder, tötete, will man in Neukölln auf Nummer sicher gehen.
Ähnlichen Vorfällen wie in Tschechien 2017 und in Oregon 2025, wo Sporthallen ebenfalls durch starke Schneefälle beschädigt wurden, möchte man vorbeugen. In Bad Reichenhall führte eine Kombination aus Bau- und Instandhaltungsmängeln sowie extremem Schneefall zu dem Unglück.
Turnhallen bröckeln, aber Berlin will Olympia
Eine Bankrotterklärung, vor allem vor dem Hintergrund einer angestrebten Olympiabewerbung, urteilt der Umweltverband BUND.

„Der Berliner Senat will sich im Licht eines internationalen Sportevents sonnen, während gleichzeitig die Grundvoraussetzungen für den Schul- und Breitensport immer weiter vor sich hinbröckeln. Die im Haushalt 2026 reservierten sechs Millionen Euro für die Berliner Olympiabewerbung wären offensichtlich wesentlich besser in vordringlichen Instandsetzungsarbeiten der bestehenden Sportinfrastruktur aufgehoben“, erklärt Carmen Schultze, Vertrauensperson des geplanten Volksbegehrens „Für Berlin – gegen Olympia.“
Olympische Spiele in Berlin seien weder finanziell noch ökologisch nachhaltig, so die Argumentation. Schon in der Anbahnungsphase würden wertvolle Ressourcen verbraucht, die Berlin benötige, um die Stadt zukunftsfest umzubauen.


