Weltfrauentag

Rekord-Demos in Berlin zum Weltfrauentag

Zum Frauentag gehen Zehntausende in Berlin auf die Straße, um für die Rechte von Frauen zu demonstrieren. Dabei ging es auch um Wehrdienst und den Iran-Krieg.

Author - Jana Hollstein
Teilen
Am Internationalen Frauentag finden zahlreiche Demonstrationen in Berlin, wie hier auf dem Oranienplatz, statt.
Am Internationalen Frauentag finden zahlreiche Demonstrationen in Berlin, wie hier auf dem Oranienplatz, statt.Christoph Soeder/dpa

Berlin ganz in Lila und laut am Protestieren. Am Internationalen Frauentag sind Zehntausende Menschen in der Hauptstadt auf die Straße gegangen, um für mehr Recht und Gleichberechtigung für Frauen zu demonstrieren. Allein zur größten Demo kamen laut Polizei 27.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer – deutlich mehr als die 10.000, die ursprünglich erwartet wurden.

Tausende Teilnehmer bei Demo zum Weltfrauentag in Kreuzberg

Schon am späten Vormittag wurde es rappelvoll auf dem Oranienplatz in Kreuzberg. Unter dem Motto „feministisch, solidarisch, gewerkschaftlich“ startete dort die größte Kundgebung.

„Gleichberechtigung ist keine Raketenwissenschaft“, war auf einem Plakat zu lesen, „Mann tötet nicht aus Liebe“ auf einem anderen. Viele Rednerinnen prangerten an, dass Gewalt gegen Frauen noch immer Alltag sei. Auch ungleiche Bezahlung, Benachteiligung im Job und eine mögliche Wehrpflicht für Frauen wurden scharf kritisiert.

Nahostkonflikt und Arbeitszeit Themen auf dem Frauentag

Auch internationale Themen spielten eine Rolle. Auf mehreren Transparenten war zu lesen: „Frau, Leben, Freiheit“ – der bekannte Slogan der Frauenproteste im Iran. Eine Künstlerin widmete auf der Bühne sogar ein Lied den politischen Gefangenen im Iran.

Die Bezirksvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) in Berlin-Brandenburg, Katja Karger, nahm die Bundesregierung ins Visier. Sie warnte vor einem „Angriff auf den Sozialstaat“ und forderte besseren Schutz für Frauen vor sexueller Gewalt am Arbeitsplatz. Besonders deutlich wurde sie beim Thema Arbeitszeit: Wer den 8-Stunden-Tag abschaffen wolle, habe „keine Ahnung von der Arbeitswelt“. Solche Ideen seien „totaler Irrsinn“.

Bei der feministischen Frauen-Fahrrad-Demonstration „Purple Ride“ fuhren Frauen über die Kottbusser Straße.
Bei der feministischen Frauen-Fahrrad-Demonstration „Purple Ride“ fuhren Frauen über die Kottbusser Straße.Christoph Soeder/dpa

Nach der Auftaktkundgebung zog die große Menge durch die Innenstadt bis zum Roten Rathaus, dem Amtssitz des Regierenden Bürgermeisters. Am Nachmittag löste sich die Demonstration dort auf.
Die Polizei meldete keine Zwischenfälle.

Weitere Demos zum Weltfrauentag in Berlin

Parallel rollte der sogenannte „Purple Ride“, eine feministische Fahrraddemo mit rund 7500 Teilnehmern durch die Stadt. Etwa genauso viele Menschen demonstrierten bei der Veranstaltung „Feminism Unlimited“ am Rosa-Luxemburg-Platz. Ein weiterer Protestzug unter dem Motto „8. März International“ führte von Kreuzberg nach Neukölln. Laut Polizei beteiligten sich rund 6500 Menschen.

Auch für Montag, den 9. März, sind weitere Aktionen geplant.
Am Alexanderplatz soll es ab 10 Uhr einen Flashmob vor der Weltzeituhr geben, und vor dem Brandenburger Tor wird der „Globale Frauen*streik“ um 12 Uhr mit Tausenden Teilnehmerinnen erwartet.

Was ist Ihre Meinung zu dem Thema? Schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com