Berlin ganz in Lila und laut am Protestieren. Am Internationalen Frauentag sind Zehntausende Menschen in der Hauptstadt auf die Straße gegangen, um für mehr Recht und Gleichberechtigung für Frauen zu demonstrieren. Allein zur größten Demo kamen laut Polizei 27.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer – deutlich mehr als die 10.000, die ursprünglich erwartet wurden.
Tausende Teilnehmer bei Demo zum Weltfrauentag in Kreuzberg
Schon am späten Vormittag wurde es rappelvoll auf dem Oranienplatz in Kreuzberg. Unter dem Motto „feministisch, solidarisch, gewerkschaftlich“ startete dort die größte Kundgebung.
„Gleichberechtigung ist keine Raketenwissenschaft“, war auf einem Plakat zu lesen, „Mann tötet nicht aus Liebe“ auf einem anderen. Viele Rednerinnen prangerten an, dass Gewalt gegen Frauen noch immer Alltag sei. Auch ungleiche Bezahlung, Benachteiligung im Job und eine mögliche Wehrpflicht für Frauen wurden scharf kritisiert.
Nahostkonflikt und Arbeitszeit Themen auf dem Frauentag
Auch internationale Themen spielten eine Rolle. Auf mehreren Transparenten war zu lesen: „Frau, Leben, Freiheit“ – der bekannte Slogan der Frauenproteste im Iran. Eine Künstlerin widmete auf der Bühne sogar ein Lied den politischen Gefangenen im Iran.
Die Bezirksvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) in Berlin-Brandenburg, Katja Karger, nahm die Bundesregierung ins Visier. Sie warnte vor einem „Angriff auf den Sozialstaat“ und forderte besseren Schutz für Frauen vor sexueller Gewalt am Arbeitsplatz. Besonders deutlich wurde sie beim Thema Arbeitszeit: Wer den 8-Stunden-Tag abschaffen wolle, habe „keine Ahnung von der Arbeitswelt“. Solche Ideen seien „totaler Irrsinn“.

Nach der Auftaktkundgebung zog die große Menge durch die Innenstadt bis zum Roten Rathaus, dem Amtssitz des Regierenden Bürgermeisters. Am Nachmittag löste sich die Demonstration dort auf.
Die Polizei meldete keine Zwischenfälle.


