Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner spricht sich für den Einsatz von Streusalz in Berlin aus. Er fordert das Abgeordnetenhaus zu einer Ausnahme des Naturschutzgesetzes auf. Problem: So schnell geht das nicht, frühestens Ende Februar. Wegner scheint seine Tennis-Termine wohl besser zu kennen als seine politischen.
„Wir erleben in Berlin extreme Wetterbedingungen – mit Eisregen und anhaltendem Frost. Ich appelliere an das Abgeordnetenhaus, den Einsatz von Tausalz in Berlin in Ausnahmen möglich zu machen“, hatte Wegner auf der Internetplattform X (ehemals Twitter) geschrieben.
Wegner schließt sich Forderung von Verkehrssenatorin an
Wegen Eisregen und Glätte hatte es seit Wochenbeginn großes Chaos auf Berlins Straßen und Schienen gegeben. Vor allem Gehwege, Treppen und Straßen waren für Fußgänger gefährlich. Auch der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) kam nahezu völlig zum Erliegen. Nur langsam nahmen Busse und Bahnen ihren Betrieb wieder auf – auf einigen Strecken stockt es noch immer.
Wir müssen die gefährliche Lage auf Gehwegen, Treppen und Straßen entschärfen. Es ist unsere Pflicht, dass die Menschen auch im Winter gut und sicher durch die Stadt kommen. 2/2
— Kai Wegner (@kaiwegner) January 29, 2026
Als Reaktion darauf sagte der CDU-Politiker: „Es ist unsere Pflicht, dass die Menschen auch im Winter gut und sicher durch die Stadt kommen.“ Der Regierende Bürgermeister schloss sich damit den Forderungen von Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) an. Vor gut zwei Wochen hatte sie gefordert, dass in „Fällen von extremer Glätte“ ausnahmsweise auch Streusalz verwendet werden darf.
So einfach ist das aber nicht. Das Straßenreinigungsgesetz könnte frühestens am 26. Februar im Abgeordnetenhaus geändert werden – bis dahin ist das Winterchaos wohl überstanden. Wegners Forderung wäre damit hinfällig. Also alles nur Show um vom Versagen im Blackout abzulenken und in der Eis-Krise den großen Macher mimen?
BSR sieht sich für die kommenden Tage gerüstet
Wie auch immer. Es dürfte so oder so noch einmal ungemütlich werden. In den kommenden Tagen sind wieder Schnee, Glätte und Eisregen vorhergesagt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor rutschigen Straßen.
Die Berliner Stadtreinigung (BSR) sieht sich für die kommenden Tage indes gut gewappnet: Insgesamt 2300 Beschäftigte mit 540 Räum- und Streufahrzeugen kümmern sich um den Winterdienst, wie das Unternehmen auf KURIER-Anfrage erklärte.




