Polizei fragt erneut

Verschwunden seit 2000 – wer sah Sandra (12) zuletzt?

Seit 25 Jahren vermisst: Sandra Wißmann (12) verschwand nach einem Einkaufsbummel in Berlin-Kreuzberg. Ermittler hoffen nun auf neue Hinweise.

Author - Sebastian Karkos
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Seit dem 28. November 2000 wird Sandra Wißmann aus Berlin-Kreuzberg vermisst. Sie war damals 12 Jahre alt.
Seit dem 28. November 2000 wird Sandra Wißmann aus Berlin-Kreuzberg vermisst. Sie war damals 12 Jahre alt.BKA

Mehr als 25 Jahre nach dem rätselhaften Verschwinden der kleinen Sandra Wißmann erinnert die Berliner Polizei jetzt erneut an den rätselhaften Fall. Im Rahmen der BKA-Kampagne „Spurlos Verschwunden“ zum Tag der vermissten Kinder rücken die Ermittler das Schicksal des Mädchens wieder in den Fokus – und hoffen endlich auf den entscheidenden Hinweis.

Fall wurde bei „Aktenzeichen XY“ gezeigt

Der Fall wurde bereits am 9. November 2001 in der TV-Sendung „Aktenzeichen XY“ gezeigt. Doch der erhoffte Durchbruch blieb aus – bis heute fehlt jede heiße Spur.

Für die Ermittler der 5. Mordkommission steht inzwischen fest: Das Mädchen wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit Opfer eines Verbrechens. Doch wer steckt dahinter? Sandra Wißmann war 12, als sie am 28. November 2000, einem Dienstag, in Kreuzberg zum letzten Mal gesehen wurde. An der Ecke Kottbusser Damm/Böckhstraße verabschiedete sie sich von ihrer Mutter.

Sandra Wißmann wollte ein Geschenk für die Mutter kaufen

Sie wollte am Hermannplatz ein Geburtstagsgeschenk für ihre Mutter kaufen, die zwei Tage später ihren 31. Geburtstag feierte. Sandra Wißmann wurde noch im damaligen Karstadt am Hermannplatz gesehen. Letztmalig wurde Sandra gegen 16.45 Uhr auf dem Kottbusser Damm in Richtung Landwehrkanal beobachtet. Seitdem fehlt jede Spur.

Damals im Fokus: der mysteriöse „Mann mit der Wasserwaage“. Kurz vor Sandras Verschwinden soll er ein anderes Mädchen angesprochen haben – mit der Bitte, ihm zu helfen. Die 13-Jährige lehnte ab und beschrieb den Unbekannten als klein, dicklich und ungepflegt. War er auch Sandras letzter Kontakt?

So soll Sandra Wißmann am Tag ihres Verschwindens angezogen gewesen sein.
So soll Sandra Wißmann am Tag ihres Verschwindens angezogen gewesen sein.BKA

Auch andere Spuren verliefen im Sande. Eine Blutspur wurde untersucht – sie gehörte nicht zu Sandra. Verdächtige wurden überprüft, sogar ein Mann festgenommen, der in der Gegend Kinder missbraucht hatte. Doch ein Zusammenhang konnte nie bewiesen werden.

Bis heute bleibt das Schicksal der 12-Jährigen ungeklärt. Sandra war etwa 1,60 Meter groß, zierlich und sportlich, hatte braune Augen und lange, dunkelblonde Haare. Sie trug eine schwarze Jeans, einen gemusterten Pullover in dunklen Farben sowie eine blaue, halblange Winterjacke.

Die große Frage bleibt: Wer hat Sandra nach dem 28. November 2000 noch gesehen? Wer weiß, was damals wirklich geschah? Auch knapp drei Jahrzehnte später könnte ein kleines Detail den Fall endlich lösen.

Hinweise nimmt die 5. Mordkommission des Landeskriminalamts in der Keithstraße 30 in Berlin-Tiergarten unter der Rufnummer Tel. 030/4664 911555 (Anrufbeantworter) oder per E-Mail an LKA115-Hinweis@polizei.berlin.de entgegen. Auch an jede andere Polizeidienststelle oder die Internetwache können Hinweise gegeben werden.