Traurige Gewissheit

Vermisster Berliner Erik S. tot aus dem Landwehrkanal geborgen

Wochenlang wurde der Berliner Erik S. (31) vermisst. Nun ist klar: Der junge Mann ist tot. Seine Leiche wurde am Montag im Berliner Landwehrkanal entdeckt.

Author - Florian Thalmann
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Mit fotos suchte die Polizei nach Erik S. Er verschwand bereits Mitte Februar.
Mit fotos suchte die Polizei nach Erik S. Er verschwand bereits Mitte Februar.Polizei Berlin, Thomas Meyer/OSTKREUZ

Seit Mitte Februar wird Erik S., ein junger Mann aus Berlin, vermisst. Er verließ mitten in der Nacht seine Wohnung in Treptow, kehrte danach nicht wieder nach Hause zurück. Am Montag gab es nun einen Polizeieinsatz am Landwehrkanal, eine Leiche wurde geborgen. Inzwischen ist klar: Es handelt sich um Erik S.

Berliner Erik S. wird seit Mitte Februar vermisst

Das bestätigte die Pressestelle der Polizei auf Nachfrage des Berliner KURIER. Mitarbeiter des Bundesamtes für Schifffahrt entdeckten am Montag die Leiche eines Mannes im Landwehrkanal. Es kam zu einem Großeinsatz der Feuerwehr und der Polizei. Zunächst war unklar, wer der Tote ist, ein Todesermittlungsverfahren wurde eingeleitet.

Inzwischen haben die Ermittler Klarheit. Es handelt sich bei dem Toten um den 31 Jahre alten Erik S., der bereits seit Mitte Februar vermisst wurde. „Hinweise auf ein Fremdverschulden gibt es aktuell nicht“, sagte eine Sprecherin der Polizei dem KURIER. Eine Obduktion soll nun die genaue Todesursache klären.

Polizei suchte schon Anfang März nach Erik S.

Bereits am 6. März veröffentlichte die Polizei eine Meldung und machte damit die Suche nach Erik S. öffentlich. Der 31 jähirge Mann soll sich demnach bereits am 15. Februar in einer Bar in der Neuköllner Pannierstraße aufgehalten haben. Gegen 3.30 Uhr machte er sich laut Ermittlern der Polizei Berlin auf den Heimweg in Richtung seiner Wohnung in Alt-Treptow. Dort kam er gegen 3.50 Uhr an.

Die Leiche von Erik S. wurde im Landwehrkanal in Berlin gefunden. Am Montag kam es hier zu einem großen Einsatz von Polizei und Feuerwehr.
Die Leiche von Erik S. wurde im Landwehrkanal in Berlin gefunden. Am Montag kam es hier zu einem großen Einsatz von Polizei und Feuerwehr.Thomas Meyer/OSTKREUZ

In der Wohnung habe er seine persönlichen Gegenstände zurückgelassen. Erik S. soll die Wohnung später wieder verlassen haben. Der genaue Zeitpunkt ist aber unklar. Danach verliert sich seine Spur.

„Nachdem die privaten Bemühungen der Familie und auch die bisherigen Maßnahmen der Polizei ohne Erfolg blieben, bitten wir nun die Öffentlichkeit um Hilfe bei der Suche nach Herrn S.“, teilten die Behörden mit.

Großeinsatz am Landwehrkanal in Berlin, Leiche geborgen

am Montag dann der große Einsatz am Landwehrkanal. Bei Wartungsarbeiten wurde der tote Körper im Wasser entdeckt. 40 Einsatzkräfte der Feuerwehr waren laut dem Bericht vor Ort.

Auch ein Rettungshubschrauber kam im Einsatz, um den Einsatzkräften einen besseren Überblick über die Lage zu verschaffen. Unklar war zunächst, wie lange die leblose Person bereits im Wasser lag, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelte und warum die Person starb.

Ehemann suchte verzweifelt nach Erik S.

Laut einem Bericht hatte sich auch der Ehemann von Erik S. bei der suche nach dem Berliner sehr engagiert. Auf eigene Kosten engagierte er laut einem Bericht einen Mantrailing-Hund, folgte der Spur des 31-Jährigen durch Kreuzberg. Der Hund habe Eriks Fährte am Landwehrkanal verloren.

Sein Ehemann konnte sich das Verschwinden seines Partners nicht erklären. „Wir haben nicht gestritten“, sagt er im Interview mit t-online. Es habe keine Herausforderungen gegeben, die man nicht hätte besprechen können. Schon über die vergangenen Tage hatte es Spekulationen gegeben, ob Erik S. der Tote aus dem Landwehrkanal sein könnte. Gerüchte, die nun zu schrecklicher Gewissheit wurden.

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