Traurige Gewissheit

Daran starben die Schwäne im Berliner Landwehrkanal

14 tote Schwäne im Berliner Stadtgebiet wurden untersucht, sie starben nicht an Kälte oder Hunger.

Author - Stefan Doerr
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Ein toter Schwan liegt zwischen Eisschollen im Landwehrkanal.
Ein toter Schwan liegt zwischen Eisschollen im Landwehrkanal.Britta Pedersen/dpa

Es war ein trauriges Bild, das viele Berliner bewegte: Zahlreiche tote Schwäne im Landwehrkanal, teils festgefroren auf der Eisfläche. Spaziergänger blieben fassungslos stehen, manche hatten Tränen in den Augen. Nun ist klar, woran zumindest ein Teil der Tiere starb.

Experten stellen Virus fest

Wie die Senatsverwaltung für Verbraucherschutz mitteilte, wurden seit dem 9. Februar in den Bezirken Friedrichshain-Kreuzberg und Mitte insgesamt 14 verendete Schwäne untersucht. Und jetzt ist klar: Die Tiere starben nicht an Kälte oder Hunger, sondern an der Vogelgrippe.

Bei drei Tieren aus dem Kreuzberger Abschnitt des Kanals wurde das Virus zweifelsfrei nachgewiesen und vom Friedrich-Löffler-Institut bestätigt.

Wgen der Vogelgrippe musste im vergangenen Herbst auch der Berliner Zoo zeitweise schließen.
Wgen der Vogelgrippe musste im vergangenen Herbst auch der Berliner Zoo zeitweise schließen.Benjamin Pritzkuleit

Erschreckende Vogelgrippe-Bilanz in Berlin

Bei zwei weiteren Schwänen aus Kreuzberg sowie neun Tieren aus dem Bereich Tiergarten besteht nach Angaben des Landeslabors Berlin-Brandenburg der dringende Verdacht auf Vogelgrippe. Eine endgültige Bestätigung durch das Referenzlabor steht in diesen Fällen noch aus.

Damit verdichten sich die Hinweise, dass die tödliche Krankheit hinter dem Schwanensterben steckt, das in den vergangenen Wochen für Entsetzen sorgte.

Schon seit September 2025 mehren sich die Fälle von Vogelgrippe in der Region Berlin und Brandenburg. Die Bilanz seit Herbst 2025 ist alarmierend. Nach Angaben des Agrarministeriums wurden in Brandenburg bislang 18 Fälle der Vogelgrippe bei Nutzgeflügel registriert. Mehr als 250.000 Tiere mussten getötet werden.

Immer wieder Ausbrüche der Vogelgrippe

Zuletzt brach die Krankheit vor einer Woche in einer Geflügelmast bei Seelow im Landkreis Märkisch-Oderland aus. Rund 20.000 Peking-Enten mussten getötet werden.

Die Vogelgrippe, auch Geflügelpest genannt, ist für viele Vogel- und Geflügelarten tödlich. Als Hauptüberträger gelten Wildvögel, die das hochansteckende Virus H5N1 in große Mastbetriebe einschleppen können. Für die Branche bedeutet jeder neue Fall massive wirtschaftliche Schäden – und für tausende Tiere den Tod.

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