Kreuzberger Nächte sind lang. Aber nicht mehr im Görlitzer Park. Ab Sonntag (1. März) wird die Grünanlage nachts abgeschlossen. Im Winter ab 22 Uhr und im Sommer ab 23 Uhr.
Gegen 7 Uhr entdeckt die Polizei den Schaden
Das schmeckt offenbar nicht allen. Wie die Polizei mitteilt, wurden am Samstagmorgen Schäden an einem Tor festgestellt. Gegen 7 Uhr entdeckten Einsatzkräfte am Park, Höhe Glogauer Straße, ein beschädigtes Schwenktor. Der oder die Täter hatten den unteren Halterungsbolzen des Tores mit einem Werkzeug durchtrennt. Der Polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen wegen Sachbeschädigung aufgenommen.
Schon in den vergangenen Monaten wurden immer wieder Zäune und Drehkreuze im „Görli“ beschädigt. Mehrere Initiativen haben Proteste und rechtliche Schritte angekündigt.
Die Senatsumweltverwaltung schließt den Park, um Drogenhandel und Gewalt einzudämmen. Seit Jahren gilt der Görlitzer Park als Hotspot der Drogenszene und Kriminalitätsschwerpunkt.

Das Öffnen und Schließen des Parks übernimmt ein privater Wachschutz. Der Sicherheitsdienst soll nicht nur die Tore bedienen, sondern auch Kontrollen im und am Park durchführen. Laut einer parlamentarischen Anfrage kostet das Berlin rund 800.000 Euro pro Jahr.
Viel Geld. Zu viel Geld für den grün geführten Bezirk, der die Schließung als Symbolpolitik bezeichnet. Bürgermeisterin Clara Herrmann (40, Grüne): „Kreuzberg ist kein Freiluftexperiment des Senats, sondern das Zuhause vieler Menschen. Weder Sucht und Obdachlosigkeit noch strukturelle Armut verschwinden durch Zäune und das Absperren öffentlicher Räume.“ Sie ergänzt: „Die aktuelle Politik des Senats, die auf Law-and-Order-Sprüche statt auf Lösungen setzt, wird der gesellschaftlichen Herausforderung der Verelendung nicht gerecht.“





