Der Tarifkonflikt im Handel spitzt sich in Berlin weiter zu. Nach der zweiten Verhandlungsrunde am 23. Juni 2026 weitet die Gewerkschaft Verdi ihre Arbeitskampfmaßnahmen deutlich aus. Nach dem Ausstand am Donnerstag streiken die Beschäftigten des Großhandels in Berlin und Brandenburg auch am Freitag, 3. Juli. Dann protestieren auch die Beschäftigten des Einzelhandels und setzen die Streiks bis Samstag, 4. Juli, fort.
Höhepunkt des Streiks ist für Freitag geplant
Im Mittelpunkt des Konflikts stehen auch große Handelskonzerne wie Kaufland, Lidl, Rewe, Edeka und Ikea. Der Höhepunkt der Proteste ist für Freitag geplant. Um 11 Uhr findet auf dem Berliner Breitscheidplatz eine gemeinsame Kundgebung statt.
Rund 220.000 Beschäftigte in Berlin und Brandenburg
Erstmals streiken dabei Beschäftigte des Einzelhandels aus Berlin und Brandenburg gemeinsam, nachdem die Friedenspflicht in Brandenburg zum 1. Juli ausgelaufen ist. Auch Beschäftigte des KaDeWe und von Galeria wollen sich an den Arbeitsniederlegungen beteiligen. Nach Angaben der Gewerkschaft kämpfen sie dafür, wieder unter den Schutz tarifvertraglicher Regelungen zu fallen.

Auslöser der Warnstreiks sind die laufenden Tarifverhandlungen im Berliner und Brandenburger Handel. Bereits die erste Verhandlungsrunde Anfang Juni war ohne Annäherung beendet worden. Betroffen sind rund 220.000 Beschäftigte im Einzelhandel der beiden Länder.
Das sind die Forderungen von Verdi an die Arbeitgeber
Verdi wirft den Arbeitgebern vor, Angebote vorzulegen, die angesichts der Preisentwicklung zu Reallohnverlusten führen würden. Die Gewerkschaft fordert im Einzelhandel sieben Prozent mehr Entgelt, mindestens jedoch 222 Euro monatlich, einen tariflichen Mindeststundenlohn von 14,90 Euro sowie höhere Ausbildungsvergütungen. Für den Großhandel verlangt Verdi 220 Euro mehr pro Monat, ebenfalls höhere Ausbildungsvergütungen und eine Laufzeit der Tarifverträge von zwölf Monaten.
„Die Arbeitgeber wollen einen Abschluss, der für viele Beschäftigte direkt in die Altersarmut führt. Das ist zynisch angesichts der Milliardenprofite, die große Handelskonzerne wie Kaufland, Lidl, Rewe, Edeka oder Ikea Jahr für Jahr erzielen. Wer täglich den Handel am Laufen hält, verdient eine spürbare Lohnerhöhung“, erklärt Conny Weißbach, Verdi-Fachbereichsleiterin Handel für Berlin und Brandenburg. „Deshalb erhöhen wir jetzt gemeinsam in Berlin und Brandenburg den Druck auf die Arbeitgeber.“
Arbeitgeber legen bislang kein verbessertes Angebot vor
Nach Angaben von Verdi hatten die Arbeitgeber im Einzelhandel zuletzt ein Angebot vorgelegt, das in der untersten Entgeltgruppe sogar unterhalb des gesetzlichen Mindestlohns gelegen hätte. In der zweiten Verhandlungsrunde am 23. Juni hätten die Arbeitgeber zudem kein verbessertes Angebot vorgelegt.
Wer täglich den Handel am Laufen hält, verdient eine spürbare Lohnerhöhung.
Auch im Großhandel kritisiert die Gewerkschaft die vorgeschlagene Laufzeit von zwei Jahren. Das Angebot liege deutlich unterhalb der aktuellen Inflationsentwicklung und könne daher nicht Grundlage eines Tarifabschlusses sein.




