Kaufen Sie gern bei Kaufland ein? Dann wird es, wenn Sie am Donnerstag in eine der Filialen des Supermarkt-Giganten wollen, etwas ruhiger werden als sonst: Die Gewerkschaft Verdi hat Tausende Mitarbeiter von Kaufland in ganz Deutschland zum Streik aufgerufen. Hintergrund ist ein schwelender Tarifkonflikt. Was bedeutet das für die Kunden der Kette – und was passiert in Berlin?
Streik in etlichen Filialen von Kaufland
Am Abend verkündete die Gewerkschaft, dass mehr als 100 Filialen von Kaufland am Donnerstag bestreikt werden sollen. 6500 Beschäftigte verschiedener Händler der Schwarz-Gruppe sind zu Warnstreiks aufgerufen, um Druck auf das Unternehmen zu erhöhen, der Fokus der Streikaufrufe bei dem Lebensmittel-Giganten.
Die Mitarbeiter fordern sieben Prozent mehr Lohn im Monat, mindestens aber 225 Euro, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, heißt es in einer Mitteilung von verdi.
Die Botschaft ist deutlich: „Dieter Schwarz ist mit Abstand der reichste Mensch in Deutschland“, sagt Silke Zimmer, die bei der Gewerkschaft Verdi für den Bereich Handel zuständig ist. „Seine Beschäftigten haben sein Milliardenvermögen durch ihren Fleiß mit erarbeitet – aber ihr eigener Lohn reicht oftmals nicht bis zum Monatsende.“
Bei der Schwarz-Gruppe werde das Missverhältnis zwischen hohen Gewinnen und niedrigen Löhnen der Arbeitnehmer besonders deutlich.

Aus Sicht von Verdi sei es nicht nachvollziehbar, dass die Angestellten von Kaufland nicht durch steigende Löhne am Erfolg beteiligt werden. Erst kürzlich verkündete die Schwarz-Gruppe in einer Mitteilung stolz, im Geschäftsjahr 2025 einen Gesamtumsatz von 185,6 Milliarden Euro erzielt zu haben, eine Steigerung von 5,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Jeden Tag werden im Handel als beschäftigungsstärkster Privatbranche Milliardenumsätze gemacht – aber viele Kolleginnen und Kollegen können sich kaum den eigenen Einkauf leisten“, sagt Zimmer. Für die Gewerkschaft nicht hinnehmbar.
Kaufland Streik: Das bedeutet es für die Kunden
Und was bedeutet der Streik für die Kunden? Zum einen nimmt keine Region eine Sonderstellung ein – zum Streik wird bundesweit aufgerufen. Es kann also überall zu Streik kommen. Eine Sprecherin sicherte allerdings zu, dass trotz des Aufrufs von verdi alle Filialen geöffnet bleiben sollen. „Unsere Kundinnen und Kunden können wie gewohnt bei uns einkaufen. Auch die Warenversorgung unserer Filialen ist sichergestellt“, sagte sie. Man respektiere aber das Streikrecht der Mitarbeiter und sei an einer zügigen Lösung interessiert.


