Das Bundeskriminalamt (BKA) hat während des Zeugenaufrufs auf Hinweise zur mutmaßlich linksextremistischen Vulkangruppe „eine mittlere dreistellige Zahl an Hinweisen“ erhalten. Das gab das BKA auf Anfrage des Berliner KURIER bekannt.
Zeugenaufruf ist seit dem 24. Februar vorbei
Das Bundesinnenministerium hatte nach dem Anschlag auf das Stromnetz im Berliner Südwesten die Bevölkerung zu Hinweisen aufgerufen. Dafür lobte das Ministerium eine Belohnung von einer Million Euro aus. Der auf vier Wochen begrenzte Zeugenaufruf endete planmäßig am 24. Februar.
Hinweise auf Vulkangruppe von unterschiedlicher Qualität
Nach Angaben des BKA würden die Hinweise „auch über den Auslobungszeitraum hinaus“ bearbeitet und überprüft werden. „Die Hinweise sind von unterschiedlicher Qualität und Wertigkeit“, sagte die stellvertretende Pressesprecherin Sarah Steilen.
Allerdings sei es bei Zeugen- oder Fahndungsaufrufen üblich, „dass ein Großteil der Hinweise keinen Bezug zum Tatgeschehen aufweist“. Das sei auch im aktuellen Zeugenaufruf der Fall, erklärte die Pressesprecherin weiter.

Einige Informationen sind hilfreich
Dennoch: Es seien auch einzelne Hinweise eingegangen, „welche Ansatzpunkte für weitergehende Abklärungen bieten“. Diese Informationen werden derzeit weiter bearbeitet. Um welche Angaben es sich genau handelt, wollte die Pressesprecherin mit Verweis auf das laufende Ermittlungsverfahren nicht sagen. Sie können dazu keine weiteren Auskünfte erteilen, so Steilen.
Die Vulkangruppe hatte am 3. Januar einen Brandanschlag auf mehrere Starkstromkabel in Berlin verübt und diese dabei beschädigt. Durch den mutmaßlich linksextremistisch motivierten Anschlag war die Stromversorgung von 45.000 Haushalten im Südwesten der Hauptstadt tagelang ausgefallen.
Bundesanwaltschaft übernimmt die Ermittlungen
Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat die Ermittlungen übernommen. In einem Bekennerschreiben hatte eine der linksextremistischen Vulkangruppen, die seit 2011 vor allem in Berlin und Brandenburg immer wieder Brandanschläge auf die öffentliche Infrastruktur verübt haben sollen, die Tat für sich reklamiert.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sagte, die Sicherheitsbehörden hätten den Linksextremismus zwar immer mit im Blick gehabt. Die Betrachtung der unterschiedlichen Phänomenbereiche sei jedoch „unterschiedlich ausgeprägt“ gewesen. Er werde nun dafür sorgen, dass die Beobachtung des linksextremistischen und linksterroristischen Spektrums durch das Bundesamt für Verfassungsschutz verstärkt werde.




