Geldregen für Tippgeber

1 Million Euro für Hinweise zum Berliner Mega-Blackout

Nach dem Stromnetz-Anschlag in Berlin verlangt Innenminister Dobrindt eine hohe Prämie für Hinweise auf die linksextreme Vulkangruppe.

Author - Kay Schöphörster
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Mega-Blackout in Berlin. Zehntausende waren nach einem Anschlag auf das Energienetz ohne Strom. Jetzt soll es eine fette Belohnung für Hinweise auf die Täter geben.
Mega-Blackout in Berlin. Zehntausende waren nach einem Anschlag auf das Energienetz ohne Strom. Jetzt soll es eine fette Belohnung für Hinweise auf die Täter geben.RALF HIRSCHBERGER / AFP

Nach dem Mega-Blackout in Berlin fordert Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) eine hohe Geldprämie für Hinweise auf die Täter. Bild.de berichtet sogar, dass möglicherweise 1 Million Euro für Hinweise zu die Kriminellen gezahlt soll.

Der Brand auf einer Kabelbrücke hatte Zehntausende Berliner Haushalte und Unternehmen zeitweise lahmgelegt. Zu dem Angriff hatte sich die linksextremistische „Vulkangruppe“, bekannt. Sie soll seit Jahren für Sabotageakte in Berlin und Brandenburg verantwortlich sein.

LKA, BKA und Verfassungsschutz stuften das Bekennerschreiben hinsichtlich des Feuers an der Kabelbrücke als glaubwürdig ein. Die Gruppe erklärt darin, nicht Stromausfälle seien das Ziel, sondern ein Angriff auf die fossile Energiewirtschaft. Der Generalbundesanwalt ermittelt nun wegen des Verdachts auf Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, Brandstiftung, Sabotage und Störung öffentlicher Betriebe.

Millionen-Prämie soll neue Hinweise bringen

Sicherheitskreise halten eine Belohnung im sechs- oder sogar siebenstelligen Bereich für möglich. Eine derart hohe Prämie könnte neue Hinweise bringen und die Ermittlungen deutlich beschleunigen. Innenminister Dobrindt unterstützt die Forderung ausdrücklich.

Nach Informationen des Verfassungsschutzes existieren sogenannte Vulkangruppen seit 2011. Immer wieder sollen sie Kabelschächte an Bahnstrecken, Funkmasten, Datenleitungen oder Firmenfahrzeuge angezündet haben.

Vulkangruppe seit 2011 aktiv

2021 wurde die Stromversorgung des Tesla-Werks sabotiert, 2024 ein Hochspannungsmast nahe der Fabrik in Brand gesetzt – mit tagelangen Folgen für Werk und umliegende Gemeinden. Schon 2020 bekannte sich eine Vulkangruppe zu einem Anschlag auf das Berliner Heinrich-Hertz-Institut, weil es an der Corona-App mitarbeitete.

Mit dem jüngsten Anschlag rückt die Gruppierung erneut in den Mittelpunkt – und die Ermittler hoffen, dass eine hohe Belohnung endlich zu einem Durchbruch führt.

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