Verheerendes Feuer

Darum wurde die Spendenaktion nach dem Brand in Lichtenberg gestoppt

Nach dem Feuer in einem Hochhaus in der Dolgenseestraße kamen zwei Kinder und ihre Mutter umd Leben. Die Anteilnahme ist riesig.

Author - Florian Thalmann
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In der vergangenen Woche brannte es in der dritten Etage eines Hochhauses in der Dolgenseestraße. die Spuren sind noch deutlich zu sehen.
In der vergangenen Woche brannte es in der dritten Etage eines Hochhauses in der Dolgenseestraße. die Spuren sind noch deutlich zu sehen.Soeren Stache/dpa

Es ist eine Tragödie, die ganz Berlin bewegt: In der vergangenen Woche kam es in einem Hochhaus in Friedrichsfelde zu einem folgenschweren Brand. In einer Wohnung des Hauses in der Dolgenseestraße war ein Feuer ausgebrochen, in der Folge starben ein Säugling, dessen Bruder und die Mutter an den Verletzungen. Nun wurde eine Spendenaktion für die Opfer gestoppt, denn die Anteilnahme ist zu groß.

Drei Tote nach Feuer in der Dolgenseestraße in Berlin

Am späten Mittwochabend kam es zum verheerenden Feuer in einem Hochhaus in der Dolgenseestraße in Friedrichsfelde. Die Feuerwehr war im Großeinsatz, weil Flammen aus den Fenstern einer Wohnung im dritten Stock des Hauses mit 21 Etagen schlugen. Etliche Bewohner mussten in Sicherheit gebracht werden, 150 Wohnungen wurden zunächst für unbewohnbar erklärt. Die Menschen aus dem Haus wurden zeitweise in eilig eingerichteten Notunterkünften untergebracht.

Die Wohnung soll einem 75 Jahre alten Mann gehört haben, der ebenfalls gerettet werden konnte. Warum das Feuer so schnell so groß wurde, scheint inzwischen klar: Es handelte sich laut aktuellen Informationen um eine Messie-Wohnung, sie war vollgestellt mit Möbeln und anderen Gegenständen. Die Feuerwehr hatte schon während des Einsatzes von einer „erhöhten Brandlast“ gesprochen.

Die Anteilnahme nach dem Brand in Friedrichsfelde ist riesig: Vor dem Haus in der Dolgenseestraße, in dem es in der vergangenen Woche gebrannt hat, stehen Blumen und Kerzen.
Die Anteilnahme nach dem Brand in Friedrichsfelde ist riesig: Vor dem Haus in der Dolgenseestraße, in dem es in der vergangenen Woche gebrannt hat, stehen Blumen und Kerzen.Soeren Stache/dpa

Der Qualm aus der Brandwohnung breitete sich schnell im ganzen Haus aus. Besonders dramatisch: Ein Säugling kam noch in der Nacht des Feuers ums Leben, am Freitag und am Samstag starben auch sein fünf Jahre alter Bruder und die 26 Jahre alte Mutter. Alle drei wurden bewusstlos im dritten Stock gefunden – vermutlich wollten sie sich vor dem Feuer in Sicherheit bringen. Vor dem Haus drückten nach der Tragödie zahlreiche Berlinerinnen und Berliner ihre Betroffenheit aus: Sie legten Stofftiere ab, stellten Kerzen und Blumen auf. Die Spuren des Feuers sind auch Tage danach zu sehen, die Fassade schwarz vom Ruß.

Nach Brand in Friedrichsfelde wurden Spenden gesammelt

Schon kurz nach dem Brand wurde eine Spendenaktion gestartet, unterstützt unter anderem von der Lichtenberger CDU-Abgeordneten Lilia Usik. „Viele Bewohner verloren durch Rauch und Feuer ihre Wohnungen und persönlichen Dinge“, schrieb sie etwa auf ihrer Facebook-Seite. Mit dem Aufruf wurden etwa Kleidung, Hygieneartikel, Haushalts- und Alltagsgegenstände gesucht, Sammelstellen wurden eingerichtet. „Ein Brand dieser Größenordnung zerstört nicht nur Dinge – er nimmt Leben, Sicherheit, Normalität und Besitz. Besonders für Kinder und Familien ist das ein tiefer Einschnitt“, schrieb sie.

Bei der Wohnung, in der das Feuer entstand, soll es sich um eine vollgestellte Messie-Wohnung gehandelt haben.
Bei der Wohnung, in der das Feuer entstand, soll es sich um eine vollgestellte Messie-Wohnung gehandelt haben.Soeren Stache/dpa

Weil die Anteilnahme so groß war, musste die Aktion jetzt sogar gestoppt werden. „Dank Ihrer überwältigenden Hilfsbereitschaft haben wir inzwischen mehr als ausreichend Kleider- und Sachspenden erhalten. Die aktuelle Nachfrage der Betroffenen ist gedeckt“, teilte die CDU-Abgeordnete jetzt auf Facebook mit. Ab sofort sollen keine Sachspenden mehr vorbeigebracht und auch keine Gegenstände vor der Tür des Gebäudes in der Dolgenseestraße abgelegt werden. „Sollte erneut konkreter Bedarf entstehen, informieren wir Sie selbstverständlich rechtzeitig.“

Feuerwehr warnte vor dem Verlassen von Wohnungen

Die Feuerwehr warnt mit Blick auf Wohnungsbrände alle Nachbarn immer dringend vor dem Verlassen ihrer Wohnungen. Eine Flucht durch den hochgiftigen Rauch in Treppenhäusern und Fluren sei lebensgefährlich. Schon nach wenigen Schritten könne man nicht mehr atmen und werde bewusstlos. Sicherer sei es, in der Wohnung zu bleiben, sich am Fenster bemerkbar zu machen und auf die Rettung durch Feuerwehrleute im Gebäude oder von außen zu warten.

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