Landkreis Rostock

Fassungslosigkeit nach Schlittenunfall – was ist wirklich passiert?

Ein Elfjähriger prallte mit einem Schlitten gegen einen Stapel Baumstämme. Die Region steht unter Schock.

Author - Tobias Esters
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Kerzen und Kuscheltiere erinnern an den verstorbenen Jungen.
Kerzen und Kuscheltiere erinnern an den verstorbenen Jungen.Bernd Wüstneck/dpa

Nach dem Tod eines elfjährigen Jungen bei einem tragischen Schlittenunfall in Mecklenburg-Vorpommern beginnt nun die Suche nach Antworten. Die Polizei befragt Zeugen, wertet Hinweise aus und versucht, das Unglück Schritt für Schritt zu rekonstruieren. Viele Fragen sind noch offen. Klar ist nur: Was als harmloser Winterspaß begann, endete am Wochenende in einer Katastrophe.

Selbstgebauter Schlitten prallt gegen Baumstämme

Nahe der Gemeinde Kuchelmiß im Landkreis Rostock war ein selbstgebauter Schlitten an ein Auto gespannt worden. In einer Kunststoffwanne saßen ein elfjähriger Junge, ein 13-Jähriger und ein elfjähriges Mädchen.

Ein 37-jähriger Mann zog den Schlitten mit seinem Wagen. Während der Fahrt verlor er offenbar die Kontrolle. Der Schlitten prallte gegen einen Stapel Baumstämme. Für den elfjährigen Jungen kam jede Hilfe zu spät. Er starb noch am Unfallort. Die beiden anderen Kinder wurden leicht verletzt.

Seitdem herrschen Trauer und Fassungslosigkeit in der Region. An der Unfallstelle stehen Kerzen, Blumen und Kuscheltiere. Menschen bleiben stehen, schweigen und denken an das Kind, das sein Leben verlor.

Die Polizei hat inzwischen mit umfangreichen Befragungen begonnen. Im Laufe der Woche sollen weitere Zeugen vernommen werden. Eine Sprecherin erklärte, man wolle alle verfügbaren Informationen sammeln, um den genauen Ablauf zu klären.

Reifenspuren im Schnee an der Unfallstelle nahe Kuchelmiß.
Reifenspuren im Schnee an der Unfallstelle nahe Kuchelmiß.Bernd Wüstneck/dpa

Auch der Autofahrer wurde überprüft. Nach Angaben der Polizei war er zum Zeitpunkt des Unfalls fahrtüchtig. „Er stand nicht unter dem Einfluss von berauschenden Mitteln oder Medikamenten und es wurde auch keine körperliche Beeinträchtigung festgestellt“, sagte die Sprecherin. Hinweise auf Alkohol oder Drogen gebe es demnach nicht.

Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Tötung

Gegen den Mann wird dennoch wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung ermittelt. Er ist nicht mit den Kindern verwandt. Die Ermittler arbeiten weiter mit Unfallgutachtern zusammen. Genauere Angaben zum Unfallhergang seien derzeit noch nicht möglich, so die Polizei.

Der tragische Fall erinnert an ein weiteres Unglück vor wenigen Tagen. In Österreich kam eine 13-jährige Schülerin aus München beim Rodeln ums Leben. Im Skigebiet Rauris war ihr Schlitten von der Bahn abgekommen und gegen einen Baum geprallt.

Eine der Schülerinnen stürzte dabei etwa 16 Meter tief einen Hang hinunter. Sie wurde ins Krankenhaus geflogen, starb dort jedoch an ihren Verletzungen. Die zweite Schülerin wurde schwer verletzt, ihr Zustand ist inzwischen stabil. Wie es zu dem Unfall kam, ist noch unklar.