Schulen, ÖPNV, Flughafen, Krankenhäuser

Das müssen Berliner zum Schneechaos jetzt wissen

Kein Unterrichtszwang, Warnungen bei Bahn und BER – was Berliner jetzt wissen müssen.

Author - Tobias Esters
Teilen
Wegen des angekündigten Wintersturms ist die Präsenzpflicht an den Schulen am Freitag ausgesetzt.
Wegen des angekündigten Wintersturms ist die Präsenzpflicht an den Schulen am Freitag ausgesetzt.Marcus Brandt/dpa

Kaum ist das Stromchaos verdaut, droht der Hauptstadt schon das nächste Ausnahme-Wochenende. Ab Freitagfrüh rollt eine massive Winterfront über Berlin und Brandenburg. Eis, Schnee, Sturm und Schneeverwehungen sollen die Region treffen. Der Deutsche Wetterdienst warnt zwischen Freitag, 3 Uhr, und Samstag, 3 Uhr, vor starkem Schneefall und gefährlichen Verwehungen. Bis zu 15 Zentimeter Neuschnee sind möglich. Viele Berliner blicken deshalb sorgenvoll nach draußen und fragen sich: Wie gut ist die Stadt vorbereitet – und was bedeutet das konkret für meinen Alltag?

Keine Schulpflicht in Berlin und Brandenburg

Wegen des angekündigten Schneesturms hebt der Senat für Freitag, den 9. Januar, die Präsenzpflicht an Berlins Schulen auf – auch in Brandenburg gilt bereits dieselbe Regelung. Heißt konkret: Kein Kind muss bei Eis, Schnee und Glätte zwingend in die Schule. Eltern dürfen selbst entscheiden, ob sie ihr Kind losschicken oder lieber zu Hause lassen. Wer sich angesichts von Schneeverwehungen, rutschigen Gehwegen und Verkehrschaos gegen den Schulweg entscheidet, braucht keine Angst vor Ärger zu haben. Eine kurze, formlose Nachricht an die Schule reicht aus, das Fehlen gilt als entschuldigt. Auch die Kitas wurden informiert. Die Träger entscheiden selbst, ob und wie die Betreuung angepasst wird.

Trotz Vorbereitungen rechnet die Bahn mit Chaos

Wer sich trotz Schnee auf den Weg machen muss, sollte sich auf Probleme einstellen. Die Deutsche Bahn hat ihre Wintervorbereitungen zwar hochgefahren, warnt aber dennoch vor Einschränkungen. An wichtigen Stellen im Netz stehen Räumfahrzeuge und schwere Loks bereit, viele Weichen sind inzwischen beheizt und besser geschützt.

Trotzdem macht die Bahn keinen Hehl daraus, dass es bei extremem Winterwetter keine Garantie für einen reibungslosen Betrieb gibt. Verspätungen und Zugausfälle gelten als wahrscheinlich. Bereits jetzt meldet die Deutsche Bahn erste Ausfälle im Fernverkehr von und nach Berlin.

Auch bei der S-Bahn wird es am Freitag zu massiven Ausfällen kommen.
Auch bei der S-Bahn wird es am Freitag zu massiven Ausfällen kommen.Emmanuele Contini/Berliner KURIER

Auch bei der BVG laufen die Winterpläne auf Hochtouren. Wie die BVG dem Berliner KURIER erklärte, setzt man bei der U-Bahn auf spezielle Stromschienen-Schmierzüge, damit der Strom auch bei Frost fließt. Weichenheizungen laufen präventiv, zusätzlich ist mehr Personal unterwegs, um Bahnhöfe, Anlagen sowie Zu- und Ausgänge im Blick zu behalten. Doch auch hier gilt: Bei dieser Wetterlage sind kurzfristige Ausfälle nicht ausgeschlossen.

Schneechaos droht auch am BER

Am Flughafen Berlin Brandenburg bereitet man sich ebenfalls auf den Wintereinbruch vor – rechnet aber offen mit Problemen. Abflüge könnten sich verzögern, Flugpläne durcheinandergeraten, Flüge sogar gestrichen werden. Reisende sollten deutlich mehr Zeit einplanen und sich vorab bei ihrer Airline informieren.

Während Verkehr und Behörden reagieren, rüsten sich die Kliniken für das Schlimmste. Notaufnahmen rechnen mit deutlich mehr Verletzten. Ärzte warnen eindringlich vor Glatteis und appellieren an die Berlinerinnen und Berliner, unnötige Wege zu vermeiden. Schon in den vergangenen Tagen hatten vereiste Straßen und Gehwege für zahlreiche Stürze und Knochenbrüche gesorgt.