Temperaturen bis minus 17 Grad

Berlin droht schon das nächste Chaos

Auf den Stromhorror folgt jetzt General Winter. Dauerfrost und heftiger Schneefall sind angesagt. Da schwant dem Berliner nichts Gutes.

Author - Sebastian Krause
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Nach dem Stromausfall in Berlin könnte durch den starken Schneefall die nächste Katastrophe auf Berlin zukommen.
Nach dem Stromausfall in Berlin könnte durch den starken Schneefall die nächste Katastrophe auf Berlin zukommen.Andreas Friedrichs/imago

Die eine Krise hat Berlin gerade erst mehr schlecht als recht überstanden, da droht schon die nächste. Nach dem Stromausfall kommen in den nächsten Tagen Temperaturen von bis zu minus 17 Grad auf die Hauptstadt zu. Dauerfrost, Schneefall und Glatteis gesellen sich dazu.

Langjährige Berliner wissen: In dieser Stadt geht dann nichts mehr. Nach dem Blackout folgt der Whiteout!

Erste Anzeichen, dass die Infrastruktur der Stadt dem angekündigten Schneechaos nicht gewachsen ist, gab es bereits zu Wochenbeginn. Aufgrund der Witterung kam es im Fernverkehr zu Beeinträchtigungen und Umleitungen. „Der Halt in Berlin Südkreuz kann entfallen“, teilte die Bahn schon am Montag mit. Was soll da erst noch kommen?

Betroffen waren die ICE-Züge der Verbindung Berlin–Hannover–Amsterdam. Auch einzelne ICE-Züge auf der Strecke Berlin–Hannover–Köln fielen dem Wetter zum Opfer. Wenn jetzt noch heftiger Schneefall und Dauerfrost hinzukommen, geht nichts mehr. Wer kann, sollte zu Hause bleiben.

Bei Schneefall geht auf den Straßen nichts mehr

Noch schlimmer dürfte es auf den Straßen zugehen. Die Vergangenheit hat gezeigt: Liegen ein paar Zentimeter Schnee, geht nichts mehr. Während sich Autofahrer nur mühsam und im Schneckentempo fortbewegen können, kommt der Winterdienst kaum hinterher. Mal ist Schichtwechsel, mal fehlt Streusalz, mal muss umgeplant werden. Irgendwas ist immer.

Beispiel: Am Mittwoch musste die Autobahn 111 Richtung Dreieck Oranienburg enteist werden. Dadurch war der rechte Fahrstreifen auf Höhe Heckerdamm gesperrt. Ständig kam es zu Staus. Die Nerven lagen bei Autofahrern blank, wütend und verärgert gaben sie sich ihrem Schicksal hin. Auch Fähren konnten nicht fahren.

Kinder werden in manchen Schulen wahrscheinlich frieren

Wegen des Stromausfalls im Südwesten von Berlin bleiben einige Schulen in den betroffenen Bezirken zwar noch bis Ende der Woche geschlossen, andernorts muss der Nachwuchs aber den kalten Gang antreten. Viel Spaß dürften die Kleinen kaum haben.

Zumal viele Schulen nicht gerade zeitgemäß ausgestattet sind. Von kaputten Fenstern und Türen, Durchzug und schlechten Heizungen können viele berichten. Das eine oder andere Kind wird sich da wohl lieber dick anziehen und mit Jacke im Unterricht sitzen. Berlin muss sparen. Leider nur an der falschen Stelle.

Wenn der Winter Berlin fest im Griff hat, gibt es auch am BER einige Probleme.
Wenn der Winter Berlin fest im Griff hat, gibt es auch am BER einige Probleme.F.Boillot/imago

Und was passiert am BER? Auf die Bilder von stehenden Flugzeugen, vereisten Landebahnen, Eiszapfen an Tragflügeln und hilflos wirkendem Personal kann man sich jetzt schon freuen. Es ist schließlich nicht das erste Mal, dass mit Wintereinbruch Chaos am größten Flughafen des Landes herrscht. Wie machen das eigentlich die Münchner?

Gut in Erinnerung sind noch die Bilder von der Kältewelle im Februar 2021. Damals gab es viel Schnee und Temperaturen von unter minus 10 Grad – Verkehrschaos und Behinderungen inklusive. Selbst Polizeifahrzeuge gerieten ins Schleudern. Jetzt könnte alles noch viel schlimmer kommen.

Wie ist Ihre Meinung dazu? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com